Bericht für den 12. Juli 2011

 

Kippt nun auch der Dollar?

 

Heute Abend ist etwas passiert, das man heute früh noch nicht aufgrund der Nachrichten-Lage und der Entwicklungen an den diversen Aktien-, Bond-, Devisen-, Rohstoff- und Edelmetall-Märkten erwarten konnte.

 

Erwartungsgemäß setzte sich die gestrige Euro-Krise zuerst im Laufe des Vormittags fort. Der US-Dollarindex (USDX) stieg gegen 8:00 Uhr MEZ auf bis zu 76,7 Punkte an. Gleichzeitig sank der Euro gegen den US-Dollar auf ein Niveau von $1,385, nachdem er am Vortag noch mit $1,405 geschlossen hatte. US-Öl (WTI) brach auf einen Stand von $93,60 pro Barrel ein. Der deutsche Aktien-Leitindex (DAX) fiel auf die Marke von 7.000 Punkten zurück.

 

Dann setzte jedoch – wohl bedingt durch massive Interventionen – eine Gegenbewegung ein, die den DAX zum Handelsende auf 7.175 Punkte anstiegen ließ. Die anfänglich auf 6,0 Prozent Real-Rendite herunter geprügelten 10-jährigen italienischen Staatsanleihen verbesserten sich im Tagesverlauf wieder auf 5,6 Prozent.

 

Gold verlor bis 13:00 Uhr bei einem Stand von $1.540 fast fünfzehn Dollar im Vergleich zum gestrigen New Yorker Schlussstand.

 

Dann kam es aber zu zwei Erholungs-Phasen, nämlich zu Beginn des Handels an der New Yorker COMEX, in der Gold sich wieder oberhalb der Marke von $1.550 stabilisieren konnte. Zum Schluss der COMEX kam dann die zweite Anstiegs-Welle, die Gold mit dem Schluss-Stand von $1.562,60 (EUR 1.115,38) aus den Markt gegen ließ. Das ist nicht nur ein Gewinn von fünfzehn Dollar gegenüber dem Stand von vor 24 Stunden, sondern auch ein Anstieg von zwölf Euro.

 

Der US-Dollarindex gab seine anfänglichen Gewinne von 0,7 Punkten wieder im Laufe des Tages ab und schloss mit 76,0 Punkten unverändert. Ebenfalls unverändert tendierten die 10-jährigen Treasury Notes mit einem Real-Zinssatz von 2,9 Prozent.

 

Gegenüber dem 8:00 Uhr-Stand zog US-Öl um $3,30 – also um 3,5 Prozent – zum Abend an.

 

Auch in den Vereinigten Staaten rumort es in zunehmendem Maße. Kein Wunder, denn die Republikaner lassen alle Versuche der Obama-Administration, die Schulden-Grenze bis zum August diesen Jahres zu erhöhen, an sich abprallen. Man könnte bei dieser kompromisslosen Haltung vermuten, dass man einen US-Staatsbankrott wagen möchte.

 

Das relativiert die Euro-Probleme wieder – denn ein Default der Vereinigten Staaten würde den US-Dollar wohl innerhalb kürzester Zeit pulverisieren. Da gleichzeitig Italien too-big-to-bail ist, also zu groß ist um gerettet werden zu können, scheinen zwei Katastrophen-Szenarien nun praktisch gleichzeitig einzutreten.

 

Wird hier eine Währungs-Reform in den Vereinigten Staaten und Europa vorbereitet, die uns von dem nicht enden wollenden Leid der beiden größten Welt-Währungsräume befreien möchte?

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.544,50

(€1.106,38)

$1.543,50

(€1.092,12)

+ $1,00

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.550,50

(€1.107,34)

$1.555,50

(€1.106,88)

- $5,00

COMEX Schlusskurs

$1.562,60

(€1.115,38)

$1.547,90

(€1.103,29)

+ $14,70

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$34,91

(€25,08)

$36,36

(€25,77)

- $1,45

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.723,00

(€1.232,90)

$1.731,00

(€1.231,60)

- $8,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$757,00

(€541,70)

$770,00

(€547,85)

- $13,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

76,0

76,0

unverändert

Renditen 10-jährige Treasuries

2,9 %

2,9 %

unverändert

Quotient aus USDX und Renditen

26,2

26,2

unverändert

 

© Copyright Dr. Neugebauer Handels-Consulting 2009-2011

Parse Time: 0.265s