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Bericht für den 22. Juli 2011 Was wir für den Euro aufwenden ... bekommen wir als ein Vielfaches zurück. Was Angela Merkel mit dieser Aussage wirklich
meinte, das gilt es nach den gestrigen Brüssler Beschlüssen einmal genauer zu
beleuchten. Betrachten wir als
erstes die offiziell ausgewiesenen Staatsschulden der Bundesrepublik
Deutschland. Diese betrugen nach der Schuldenuhr des Bundes der Steuerzahler
1.966 Milliarden Euro. Macht 24.062 Euro pro Kopf – egal ob Kind, Greis
oder Hausfrau. Man muss diese Zahl also um diejenigen reduzieren, die noch zu
jung sind, um selbst Geld zu verdienen (und damit Steuern zu zahlen), oder aus
irgendwelchen Gründen beschäftigungslos und deshalb vom Staat abhängig sind
(damit also zu Netto-Steuerkonsumenten werden). Und natürlich die Rentner, die
ebenfalls Netto-Transferempfänger in großem Umfang sind. Wenn man die deutschen
Staatsschulden nun auf die Haushalte verteilt, die Netto-Transferzahler sind
– wo also die Ausgaben für Steuern und Sozialversicherungs-Beiträge die Einnahmen
aus staatlichen Transferzahlungen überschreiten, dann muss man von den 38
Millionen Haushalten in Deutschland erst einmal die 13 Millionen
Rentner-Haushalte abziehen. Verbleiben 25 Millionen Haushalte. Dann müssen wir
die knapp 8 Millionen Menschen abziehen, die soziale Mindestsicherung (z.B.
Hartz IV) erhalten. Sowie die offiziell ausgewiesenen Arbeitslosen. Somit
verbleiben vielleicht noch 20 Millionen Haushalte, die als Netto-Transferzahler
in Frage kämen. Dann ist jeder dieser Haushalte mit knapp 100.000 Euro
staatlich verschuldet. Wegen des niedrigen
Zinssatzes, den Deutschland derzeit auf den Kapitalmärkten zahlen muss, fallen
lediglich 62 Milliarden Euro jährliche Zinszahlungen auf diese Schulden an
– macht 3,15 Prozent durchschnittlichen Zinssatz und 3.100 Euro pro nettotransferzahlenden Haushalt. Und noch einige Zahlen
zur Verdeutlichung der Schulden-Problematik: im Jahr 1980 betrug die pro Kopfverschuldung
noch 3.844 Euro, zehn Jahre später (1990) waren es 8.480 Euro und noch weitere
zehn Jahre später 14.579 Euro. Man sieht, wie rasant es mit dem Schuldenmachen
bergauf geht. Trotz Beteuerungen unserer Politiker für Sparen und solide
Haushalts-Führung. Die Zahlen sagen die Wahrheit: Deutschland ist auf dem
direkten Weg in die totale Überschuldung. Verschlimmernd kommt
hinzu, dass die Summe der Netto-Transferzahler wegen des ausufernden
Sozialstaates und der rückläufigen Bevölkerungs-Entwicklung in den nächsten
zehn Jahren beträchtlich abnehmen wird. Der zur Deckung der deutschen
Kinderarmut auftrumpfende Islam wird bestenfalls weitere
Netto-Transferempfänger produzieren – aber nicht die Lücke der benötigten
Transferzahler schließen, welche die in Rente gehende Babyboomer-Generation
zurücklassen werden. Deutschland hat also auf
Basis dieser demographischen Entwicklung schon genug Probleme mit der
derzeitigen Staatsverschuldung am Halse. Lassen wir einmal die in
Schattenhaushalten versteckten Staatsschulden außer acht wie beispielsweise die
Pensions-Anwartschaften der Beamten. Dann könnten die mit dem gestrigen
Brüsseler Beschluss von Deutschland ultima ratio
zugesagten Rettungs-Milliarden in zusätzlichen Lasten von 1.700 Milliarden Euro
resultieren. Das hieße dann eine erneute Verdopplung der deutschen
Staatsschulden. Gegen wir einmal
konservativ davon aus, dass mit der dann resultierenden schlechteren Bonität
der Bunds der Markt im Durchschnitt 4,5 Prozent Zinsen auf deutsche
Staatsanleihen verlangen wird. Dann würden die jährlich von den Deutschen zu
tragenden Zinslasten von 62 Milliarden Euro auf 165 Milliarden Euro nach oben
schnellen. Die zusätzlichen mehr als 100 Milliarden Euro müssten dann aus
laufenden Steuereinnahmen finanziert werden: Macht eine Zusatzbelastung pro nettotransferzahlenden Haushalt von 5.000 Euro jährlich. Wie ergibt sich nun
diese Summe von 1.700 Milliarden Euro: Der Euro-Rettungsfond (EFSF) hat ein
Volumen von 1.453 Milliarden Euro, aus dem er Kredite vergeben wird. Um diese
Kredite vergeben zu können, muss er selbst über ein Gesamtbudget von 1.744
Milliarden Euro verfügen. Dieses Volumen teilt sich auf die 16 Euro-Länder
entsprechend ihres Gewichts auf. Sind alle Länder noch zahlungsfähig, dann
beträgt der deutsche Anteil 473 Milliarden Euro. Nun sind Griechenland,
Portugal und Irland bereits Nutznießer des EFSF, können also ihren Beitrag
nicht mehr erbringen. Dadurch steigt der Anteil der Rest-Staaten entsprechend
ihres Anteils proportional an. Für Deutschland würde der Anteil auf 508
Milliarden Euro steigen. Würden jedoch nun auch
die ins Gerede gekommenen Länder wie Spanien und Italien ausfallen und selbst
Hilfe benötigen, dann stiege der deutsche Anteil auf 791 Milliarden Euro. Käme dann auch noch
Frankreich unter die Räder – was eher wahrscheinlich als unwahrscheinlich
wegen der eigenen Commitments wäre – dann
müsste Deutschland im schlimmsten Fall die komplette Last von 1.700 Milliarden
Euro tragen. Hierbei ist noch gar nicht berücksichtigt, dass diese Summe
wahrscheinlich schon für eine Pleite Italiens nicht mehr reichen würde. Es ist einsehbar, dass
diese Last selbst für den Euro lender-of-last-resort
um Größenordnung zu groß sein wird. Die Euro-Retter lassen
kein Land fallen – unter keinen Umständen. Das war das Ergebnis der
Beschlüsse von gestern. Wer aber alles zu verteidigen sucht, verteidigt
letztlich nichts. Die Beschlüsse werden deshalb auch Deutschland in die
Zahlungsunfähigkeit treiben. Dank Madame Alternativlos. Wichtige Marktdaten im Überblick
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