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Bericht für den 26. Juli 2011 Massive Eingriffe bremsen
Goldpreis-Anstieg Die Vereinigten Staaten
hatten es über das Wochenende nicht geschafft, eine gemeinsame Entscheidung zu
der Problematik der Schulden-Obergrenze zu finden. Dementsprechend war Montag
früh mit Eröffnung der Märkte in Asien eine Panik befürchtet worden. Bis auf
einen Sprung des Goldpreises um ein Prozent nach oben konnten wir eine solche
Panik aber nicht erkennen. So massiv und effektiv
können die FED und ihre Helfershelfer die weltweiten Finanz- und
Rohstoff-Märkte kontrollieren, dass zumindest kurzfristig ein Dammbruch
verhindert werden kann. Man muss sich die
Auswirkungen der derzeitigen Situation einmal vorstellen: Entweder die vom
Staat Anhängigen erhalten für den kommenden Monat ihren Paycheck
nicht, auf den sie zum Überleben angewiesen sind. Oder die Regierung muss die
Zinszahlungen und Tilgungen auf ihre begebenen Staatsanleihen stoppen. Der
letztere Fall würde reine finanztechnisch zu einem Default, das heißt der Abwertung
der US-Bundesanleihen auf den niedrigsten Stand führen. De facto würden die
Vereinigten Staaten damit in der Liga derjenigen Länder mitspielen, die mangels
Verlässlichkeit keine Investoren mehr auf den internationalen Anleihe-Märkten
finden würden – eine Implosion der Kurse der US-Treasury
Notes und Bill beziehungsweise eine Explosion der Real-Zinsen wäre die Folge. Der andere Fall, dass
nämlich rechtlich zugesagte Leistungen nicht mehr erbracht werden können,
stellt ein Insolvenz-Ereignis dar, welches bei Firmen schnell zum Gang vor den
Konkurs-Richter führen würde – der dann eingesetzte Konkursverwalter
würde dann nach besten Wissen und Gewissen unter Abwägung der Interessen der
Gläubiger versuchen, das Unternehmen zu retten. Aber was passiert an den
Aktien-Märkten oder sogar an den US-Bondmärkten: Praktisch überhaupt nichts.
Dafür gibt es prinzipiell folgende Erklärungen. Entweder die Märkte glauben
nicht, dass es den Republikanern auf der einen Seite und dem Präsident mit
seinen Demokraten auf der anderen Seite Ernst ist, einen US-Staatsbankrott zu
provozieren. Gegen diese Theorie spricht, dass beide Parteien den Zeitpunkt, wo
eine Einigung bis zum 3. August in Kraft hätte treten können, spätestens seit
dem letzten Wochenende haben verstreichen lassen. Alternativ wurde an den
Märkten nicht nur durch die FED, sondern auch durch die befreundeten
Notenbanken – inklusiv der Peoples Bank of
China (PBoC) – massiv zu Gunsten der US-Treasuries eingegriffen. Die Aktien-Märkte können wir
getrost bei dieser Betrachtung vernachlässigen, da sie praktisch ausschließlich
durch Liquiditäts-Maßnahmen der Notenbanken getrieben sind. Ein Großteil der
Finanzpresse nährt hier die (falsche) Vorstellung, dass es sich bei Aktien als
Anteilsscheine an Unternehmen um Real-Werte handeln würde. Dies ist jedoch ein
Trugschluss, da viele Unternehmen massiv mit Fremdkapital gehebelt sind und
eine leichte Abwärtsentwicklung innerhalb kurzer Zeit das Aktien-Kapital
auslöschen könnte. Außerdem scheinen nun immer mehr Privat-Investoren –
mit Blick auf die seit erster Jahreshälfte 2009 stetig steigenden Kurse –
den Sprung in Richtung Aktien wagen zu wollen. Wenn die Schafe großflächig
einsteigen (wollen), dann ist es jedoch Zeit, wieder auszusteigen. Eine wichtige Komponente
in diesem Spiel stellt das Gold dar: Obwohl es zu massiven Käufen insbesondere
aus den Ländern kommt, die historisch schlechte Erfahrungen mit Papiergeld
gemacht hatten, scheint es Parteien im Hintergrund zu geben, die über
sogenannte OTC-Geschäfte (Over-the-Counter)
Gold-Transaktionen abwickeln, die nicht preisbeeinflussend
sind. Das ist zu vergleichen mit einem Privatgeschäft zwischen zwei Parteien,
bei dem sich die Parteien auf einen Preis einigen. Auf der anderen Seite an den
offiziellen Märkten (COMEX, LBMA) diese OTC-gekauften
Papiergold-Mengen zum Zwecke der Preisdrückung einzusetzen. Allein an der
Londoner LBMA wird ein tägliches Goldvolumen von mehreren hunderten Tonnen
gehandelt. Wenn dieses Gold über Kreisgeschäfte – offiziell von Bank A an
Bank B verkauft, OTC aber von Bank A vorher von Bank B gekauft –
gehandelt wird, dann kann man bei diesen gehandelten Mengen nachvollziehen, wer
hier den größten Einfluss auf den Preis haben wird. Dieses Modell
funktioniert natürlich nur kurzfristig, denn das nachgefragte Gold der
Investoren muss nicht nur physisch bereitgestellt werden. Sondern es wird
eigentlich zu einem Preis verkauft, welcher der derzeitigen Marktsituation
nicht entspricht – d.h. Gold müsste eigentlich teurer sein. Glück für
diejenigen Investoren, die seit Anfang der Woche keinen Aufschlag von $100 oder
mehr für das gelbe Metall bezahlen müssen. Denn dieser Aufschlag wäre aus Sicht
der derzeitigen Markt-Situation durchaus realistisch. Beim Gold ging es heute
nach dem gestrigen Anstieg in zwei Richtungen bergab: Zum ersten sank der
Goldpreis in US-Dollar. Und der Euro verteuerte sich gegenüber dem US-Dollar um
fast einen Prozent. Kein Wunder, dass Euro-Gold heute kräftig unter Druck
geriet. Die Entwicklung begann
gestern früh kurz nach Eröffnung der Märkte in Asien. Da konnte sich Gold bis
auf $1.623 hocharbeiten, um schließlich vom Gold-Kartell wieder auf $1.610
gedrückt zu werden. Der gestriger A.M. Fix war mit $1.618,50 (EUR 1.126,62)
noch relativ stabil, während der heutige Kurs von $1.610,00 (EUR 1.112,26) auf
den gestrigen, ersten Drückungswert zurückfiel. Noch krasser verlief der
Rückgang in Euro mit einem 24-Stundenverlust von 14 Euro. In den folgenden Stunden
herrschte vergleichsweise (trügerische) Ruhe, und der P.M. Fix kam mit
$1.612,75 (EUR 1.114,93) einen Dollar niedriger als gestern zu derselben Zeit
zustande. Der Euro-Verlust betrug immer noch zehn Euro. Erst zum Schluss des COMEX-Handels konnte Gold wieder leicht ansteigen und
schloss den Handel mit $1.616,90 (EUR 1.115,75) mit einem Tagesgewinn von fünf
Dollar. Der US-Dollarindex
(USDX) gab um 0,6 Punkte af 73,6 nach. Die Real-Renditen der 10-jährigen Treasury
Notes verharrten bei 3,0 Prozent. Der von mir ermittelte Quotient aus beiden
Werten sank um 0,2 Punkte auf 24,5 – kein Anzeichen für ein massives
Problem im US-Dollarraum. Wichtige Marktdaten im Überblick
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