Bericht für den 27. Juli 2011

 

Drohender US-Konkurs macht Gold-Kartell aggressiver

 

Die Euro-Stärke der letzten Tage hat sich heute als Eintags-Fliege herausgestellt. Denn das US-Imperium wankt, nachdem eine Einigung über die Anhebung der Schulden-Obergrenze in weite Ferne gerückt zu sein scheint.

 

Auf der Euro-Seite sieht es allerdings nicht viel besser aus. Der IWF bezweifelt inzwischen, ob Frankreich sein AAA-Rating zukünftig halten könne. Die Rating-Agentur Moodys kündigt gleichzeitig die Überprüfung der Ratings der drei französischen Großbanken BNP Paribas, Societe Generale und Credit Agricole an. Und dann trumpft auch noch Goldman (Government) Sachs im Auftrag des Imperators auf, in dem diese Investment-Bank die europäischen Banken öffentlichkeitswirksam herunterstuft.

 

War das die Retour-Kutsche für die Mahnung der neuen IWF-Präsidentin und an der Aufnahmeprüfung gescheiterten ENA-Schülerin (fast alle Größen in Politik und Wirtschaft Frankreichs sind ENA-Absolventen) Christine Lagarde, welche die Vereinigten Staaten vor einem Bankrott durch die Streitigkeiten im Kongress öffentlichkeitswirksam gewarnt hatte?

 

Dabei hatten sich die Vereinigten Staaten einen US-freundlicheren Kurs des Europa-Vertreters an der Spitze des Internationalen Währungsfonds gewünscht. Das schien mit Lagarde gewährleistet zu sein, weil sie stark in US-Eliteorganisationen engagiert war und mit einer der beiden grauen Eminenzen der US Außen- und Sicherheitspolitik – gemeint ist hier Zbigniew Brzeziński, der unter Jimmy Carter Sicherheitsberater war und wie Henry Kissinger über die Trilaterale Kommission weiterhin im Hintergrund an der Umsetzung der US-Hegemonialpolitik bastelt – das Aktionskomitee USA-EU-Polen anführte.

 

Hacken jetzt nicht nur die Euro-Staaten gegenseitig aufeinander ein – sondern zerbricht nun auch die monetäre Achse FED/US-Dollar – EZB/Euro? Das wäre dann eine Bestätigung der These, dass beide Parteien zwar wissen, dass ihre Währung in Kürze untergehen wird – dies aber möglichst solange verhindern wollen, bis die jeweilige Konkurrenz-Währung zuerst untergegangen ist.

 

Die 10-jährigen spanischen Staatsanleihen stiegen heute im Laufe des Vormittags auf eine Real-Rendite von 6,1 Prozentpunkten an – alles was über 6 Prozent liegt wird kritisch – und mussten im Laufe des Nachmittags wohl von der EZB erneut unter diese kritische Marke gedrückt werden.

 

Ganz gefährlich ist derzeit der Anstieg des Gold-Preises, der in der Spitze die Marke von $1.628 erreichen konnte. Denn wenn derzeit die beiden größten Währungsmärkte darum kämpfen, den jeweils Anderen schlecht zu machen, dann bleiben für die verunsicherten Investoren eigentlich keine Alternativen außer non-interest bearing assets übrig – und hier ist der Goldmarkt einer der wenigen Märkte, der erstens aufnahmefähig für größere Geldbeträge ist. Und zweitens nicht wie Rohstoffe von Zertifikaten oder anderen Derivaten mit europäischen oder amerikanischen Banken als Gegenpartei abhängig ist, die bei einem Untergang des Dollars und/oder des Euros selbst als Gegenpartei ausfallen würden. Lehman Brothers lässt hier schön grüßen.

 

Das Gold-Kartell muss in dieser Situation besonders aggressiv vorgehen und seine letzten Reserven ins Feld werfen. Da diese Reserven nicht im physischen Bereich zu liegen scheinen – entweder die Euro-Länder und die US-Treasury halten ihre Rest-Goldbestände, um nach einer Währungsreform ihre neue Währung an Gold binden zu können, oder es sind einfach keine mobilisierbaren Gold-Bestände mehr verfügbar – hat das Gold-Kartell mit seinem Angriff kurz nach Schluss des physischen Goldhandels am Londoner Markt gewartet. In zwei Wellen ging es zuerst um zehn Dollar nach unten. Und in einer zweiten Welle – hier wurde der Euro kräftig gegenüber dem US-Dollar gedrückt – um weitere zehn Dollar. Allerdings scheint die Aufwärtsbewegung beim Gold weiterhin intakt zu sein, denn beide Aktionen kombiniert konnten Gold zum Schluss des Handels an der New Yorker COMEX Gold um lediglich zehn Dollar drücken.

 

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.621,00

(€1.118,32)

$1.610,00

(€1.112,26)

+ $11,00

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.625,00

(€1.124,88)

$1.612,75

(€1.114,93)

+ $12,25

COMEX Schlusskurs

$1.614,00

NA

$1.616,90

(€1.115,74)

- $2,90

 

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$40,81

(€28,19)

$40,34

(€27,86)

+ $0,47

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.814,00

(€1.254,95)

$1.787,00

(€1.235,40)

+ $27,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$842,00

(€582,50)

$812,00

(€561,35)

+ $30,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

74,1

73,6

+ 0,5

Renditen 10-jährige Treasuries

3,0 %

3,0 %

unverändert

Quotient aus USDX und Renditen

24,7

24,5

+ 0,2

 

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