Bericht für den 3. August 2011

 

Ein teuflischer Plan zur Rettung des Dollar-Imperiums

 

Der kräftige Anstieg des Gold-Preises setzte sich am heutigen Tag fort. Gestern Abend stieg Gold im Access Handel um weitere achtzehn Dollar an und beendete den Handel in New York auf einem Stand von $1.660,10.

 

Im frühen asiatischen Handel kam es zwar zu kleineren Gewinn-Mitnahmen, aber kurz vor Eröffnung des Londoner Vormittags-Handels hat Gold seine Verluste verdaut und steuerte mit $1.672 einen neuen historischen Höchststand an.

 

Es war klar, dass das Gold-Kartell heute alle Mittel daran setzen würde, den weiteren Preisanstieg des gelben Metalls zu verhindern.

 

Das gelang aber mehr schlecht als recht, so dass um jeden Dollar abwärts heftig gekämpft werden musste. Insbesondere zum COMEX-Schluss gelang es den Herren vom Kartell doch noch, Gold mit $1.663,50 (EUR 1.160,59) in sichere Entfernung der $1.700er-Marke zu bewegen.

 

Man musste dabei wieder breit streuende Munition einsetzen, die erheblichen Schaden insbesondere an dem deutschen Aktienindex (DAX) hinterließ – in New York hat man schließlich das Plunge Protection Team (PPT), das durch Ankauf von Aktien-Futures den weiteren Verfall der Indizes zumindest bremsen kann. Den DAX hat es erneut mit einem signifikanten Rückgang um 2,3 Prozent erwischt. Am frühen morgen musste schon der japanische NIKKEI über 2,1 Prozent abgeben.

 

US-Leichtöl (WTI) brach auf unter $92 ein.

 

Ein weiterer Konjunktur-Indikator, diesmal für den US Service Bereich lag niedriger als von den Analysten erwartet. Und dann werden am Freitag noch die Zahlen vom US-Arbeitsmarkt veröffentlicht.

 

Aber Rettung für die Aktien-Märkte naht: Am Dienstag nächster Woche trifft sich der Offenmarktausschuss (FOMC) der FED zu seiner regulären Sitzung in Washington. Mit den derzeit schlechten Zahlen von der Konjunktur und den Börsen soll wohl die FED zur Auflage eines neuen massiven Gelddruckprogramms – QE3 – bewegt werden. Mit diesem Geld können die weltweiten Indizes dann wieder massiv gehoben werden. In der Zwischenzeit wird es für Gold und Silber in den nächsten Tagen ein Auf und Ab geben. Wenn QE3 kommt, dann darf der Anstieg des Goldes nicht so massiv sein, dass ein Abverkauf des Dollars droht. Also müssen Gold & Co vor dem FOMC-Meeting wohl gedrückt werden, damit nach Verkündung des QE3-Programms der Anstieg insgesamt noch in mäßigen Bahnen verläuft.

 

Die Probleme im Euro-Raum verschärfen sich erneut durch den Anstieg der Real-Zinsen der spanischen und italienischen Staatsanleihen. Beide Länder sind eigentlich too-big-to-bail, also zu groß, um von den derzeit noch verbliebenen kreditwürdigen Euro-Staaten gerettet zu werden. Aber unsere Euro-Politiker werden sicherlich in diese Falle tappen – alternativlos versteht sich. Dann wird das nächste Opfer Frankreich sein, und wenn Deutschland dann auch noch für Frankreich einspringen sollte, ist der deutsche Staatsbankrott auch gesichert.

 

Ein teuflischer Plan des anglo-amerikanischen Finanzsystems, Deutschland von einem Schritt zum rettenden Ufer einer autonomen Währung abzuhalten, weil diese – anders als der Schweizer Franken – das Volumen besitzen würde, als Fluchtwährung für den US-Dollarraum zu dienen. So lässt man die einzelnen Euro-Dominos nacheinander fallen, bis Deutschland schließlich auch pleite ist. Die Dollar-Hegemonie wäre so sichergestellt.

 

Dieser duale Plan wird über London ausgeführt: Zuerst greifen die diversen Investment-Banken und Hedge-Fonds ein einzelnes Land im Euro-Währungsraum an. Parallel dazu initiiert die in der EU sehr mächtige Fraktion aus Großbritannien mit Luxemburg als ihrem Handlanger eine Kampagne, dass der Euro mit allen Mitteln verteidigt werden müsse. Diese Kampagne wird von der Finanzpresse propagandistisch unterstützt – als Hauptkampfblätter sind die Financial Times (FT) und der Telegraph mit Ambrose Evans-Pritchard zu nennen.

 

Ambroses heutiger Bericht zeigt, in welche Falle er die Euro-Staaten locken möchte: "The eurozone faces a very big decision: it either creates a central fiscal authority or accepts reality and starts to think the unthinkable, which is to cut the currency union into workable pieces."

 

Das klingt für die PIGS-Staaten und wahrscheinlich auch für Frankreich natürlich verlockend – weil sie insbesondere auf Kosten Deutschlands ihre Party ungehindert weiterfeiern könnten. Im Prinzip soll damit aber Deutschland vergiftet werden, das dann in einer solchen EU-Organisation nicht mehr als solider Schuldner gelten würde.

 

Auch über die letale Dosis, die Deutschland wohl zur Strecke bringen würde, lässt sich der Telegraph-Bericht aus: Willem Buiter from Citigroup said the €440bn fund is far too small to cope with Italy and Spain, and requires immediate firepower of €2.5 trillion.

 

Es ist offensichtlich, wer hier welches böses Spiel spielt. Die EU-Staaten können gar nicht lender-of-last-resort sein, weil ihre Finanzkraft durch ihre Kreditfähigkeit an den internationalen Finanz-Märkten begrenzt ist. Das haben wir ja zuerst bei Griechenland, dann Irland und Portugal und zuletzt Italien und Spanien gemerkt. Und das wird sich für Frankreich und Deutschland garantiert fortsetzen.

 

Der einzige lender-of-last-resort kann nur die Notenbank sein – also die EZB – , die unbegrenzt Euros drucken kann, so wie es die Bank of England (BoE), die Federal Reserve (FED) und die Bank of Japan (BoJ) schon seit Jahren praktizieren.

 

Entweder die EZB-Größen sind so dumm, dies nicht zu realisieren. Oder die EZB arbeitet im Auftrag des anglo-amerikanischen Bankensystems gegen die EU-Staaten.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.667,50

(€1.163,40)

$1.624,00

(€1.145,28)

+ $43,50

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.669,25

(€1.166,57)

$1.637,75

(€1.147,37)

+ $31,50

COMEX Schlusskurs

$1.663,50

(€1.160,59)

$1.642,10

(€1.157,76)

+ $21,40

 

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$41,04

(€28,63)

$39,73

(€27,99)

+ $1,31

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.782,00

(€1.243,10)

$1.793,00

(€1.260,45)

- $11,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$808,00

(€563,65)

$824,00

(€579,25)

- $16,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

74,0

74,5

- 0,5

Renditen 10-jährige Treasuries

2,6 %

2,6 %

unverändert

Quotient aus USDX und Renditen

28,5

28,7

- 0,2

 

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