|
Bericht für den 18. August 2011 P.M. Fix bei 1.824 Dollar Die Drückungsaktionen
des Gold-Kartells zum Ende der letzten Woche haben sich heute endgültig in Luft
aufgelöst. Wie ein warmes Messer bei Butter konnte Gold die Marke von $1.800 zu
den beiden wichtigsten Marken des Handels durchstoßen. Fast widerstandslos kam
das gelbe Metall zum Londoner P.M. Fix um 16:00 Uhr MEZ bei $1.824,00 (EUR
1.276,14) zum Stehen – ein 24-Stundengewinn von $34 (oder 1,9 Prozent)
beziehungsweise EUR 41,24 (oder 3,3 Prozent). Gleichzeitig stürzte
beispielsweise der deutsche Aktienindex (DAX) um 5,8 Prozent auf 5.600 Punkte ab.
Das ist der größte Tagesverlust seit dem Jahr 2008. Europaweit erwischte es bei
diesem Rückgang insbesondere den Banken-Sektor besonders hart – bewegen
wir uns in Richtung einer neuen Lehman-Krise, nur dass diesmal nicht die
institutionellen und privaten Kunden das Problem für das Banken-System
darstellen, sondern die Staaten mit ihren überschuldeten Haushalten selbst? Nachdem sich Gold
gestern den ganzen Tag um die Marke von $1.790 bewegte, kam heute zum frühen
Nachmittag wieder Kauflaune auf, welche den Preis schnell über die Marke von
$1.800 trieb. Auch im New Yorker COMEX-Handel setzte sich die Aufwärts-Entwicklung
ungehindert fort. Kurz vor dem P.M. Fix kam es zwar zu einer kleinen Delle
– aber der wirkliche Londoner P.M. Fix kam zehn Dollar stärker zustande,
so dass sich im COMEX-Handel der Preis auf das Niveau
des Londoner Handels anpassen musste. Die $1.824 stellten dann
zwar den Tages-Höchststand dar, aber es kam nur zu kleineren Korrekturen dieser
Notierung zum Ende des Handels. Der COMEX-Schlusskurs
lautete $1.819,80 (EUR 1.272,41). Hintergrund dieser
miesen Stimmung waren Zahlen aus den Vereinigten Staaten, die eine verstärkte
Teuerung anzeigten bei gleichzeitig negativen Konjunktur- und
Arbeitsmarktzahlen. Was ich lange Zeit befürchtet habe, scheint nun
einzutreten: Die Massen des frisch gedruckten Geldes führen zu
Preissteigerungen, während es das neue Geld nicht mehr schafft, die Wirtschaft
wachsen zu lassen. Stagflation war der Begriff für diese Kombination aus
Stagnation und Inflation, welcher die wirtschaftliche Entwicklung der
Volkswirtschaften der siebziger Jahre prägte. Allerdings hatten wir seinerzeit
noch einigermaßen verlässliche Statistiken, die ohne den heute angewandten
Instrumenten-Kasten der Manipulation die wirkliche Entwicklung widerspiegelten.
Heutzutage müssen wir die Zahlen mit äußerster Vorsicht genießen und kommen zu
dem Schluss, dass sich eine Stark-Inflationswetterfront zusammenbraut bei
gleichzeitigem Zusammenbruch der Wirtschaft. Diese Entwicklung wird
immer größere Teile des Mittelstands in eine Lohn-/Kosten-Schere treiben, an
deren Ende Viele in die Unterschicht absteigen werden. Denn während
insbesondere die Preise für Waren und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs
immer stärker steigen, gehen entweder die Einkommen durch Arbeitslosigkeit
vollständig verloren, oder die Arbeiter und Arbeitnehmer müssen kräftige
Real-Lohnverluste verkraften. Dazu kommt durch die weiterhin sinkenden
Immobilien-Preise und den fallenden Aktien-Markt, dass nicht nur ein großer Teil
der Lebensgrundlage für das Alter abhanden kommen wird, sondern dass diese
Haushalte einfach keine Reserven mehr für Krisenzeiten haben werden. Ob die heutige
Marktentwicklung bei Gold durch Deckungskäufe der im Schatten des Gold-Kartells
agierenden Spekulanten ausgelöst worden ist, werden wir die nächsten Tage sehen.
Jedenfalls hat selbst die Euro-Schwäche den Anstieg des gelben Metalls in
US-Dollar heute nicht bremsen können. Wichtige Marktdaten im Überblick
©
Copyright Dr. Neugebauer Handels-Consulting 2009-2011 |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||