Bericht für den 23. August 2011

 

Gold-Kartell nutzt jede Chance aus

 

Der kräftige Goldpreis-Anstieg der letzten Wochen hat bislang, trotz weiterer kräftiger Nachfrage der Vermögenden, noch nicht zu einer panisch erscheinenden Flucht in das gelbe Metall geführt.

 

Diese Panik-Marke liegt – wie ich öfters betont habe – bei einem täglichen Anstieg von $100 und mehr pro Feinunze. Derzeit sind wir aber noch bei Anstiegen von $50 pro Tag.

 

Die von der Systempresse herbei geschriebene Gold-Blase sehen wir dagegen eher auf der Angebotsseite als bei den Nachfragern. Immer mehr Bürger tragen ihre Goldreserven in Form von Zahngold, Schmuck aber auch Münzen und Barren zu den diversen, wie Pilze aus dem Boden geschossenen Händlern, um sie in Euro tauschen zu können.

 

Wenn wir wirklich eine Goldblase hätten, warum tragen dann die Massen ihre letzten gelben Metallvorräte wie eine Schafsherde freiwillig in die Schlachtbetriebe? Wenn ein Massen-Phänomen der Flucht in Gold sichtbar wäre, dürften solche Verkäufe eigentlich nicht stattfinden. Vielmehr würden sonst die Schafe ihre Konten bis zum Dispo-Maximum räumen, um das Papiergeld in noch so kleine Goldstücke umtauschen zu wollen.

 

Die einzigen Gruppen, die Gold kaufen, ist das Big Money, das sich zumindest teilweise vor einem Zusammenbruch seiner bisherigen Anlageformen Aktien, Bonds und Immobilien absichern möchte. Und natürlich die Smart Money Investoren, die schon vor Jahren ihr Geld zu einem Bruchteil des heutigen Preises in Gold umgetauscht haben und jede angesammelte Liquiditäts-Position dazu benutzen, um peu a peu ihre Goldreserven auszuweiten.

 

Sorry Financial Times Deutschland, SPIEGEL, FAZ und Andere – Eure Anti-Gold Propaganda mit einer Blasenbildung zu vergleichen, geht genau in die andere Richtung auf. Das Volk versteht derzeit einfach nicht den Wert diesen gelben Metalls für seine eigene finanzielle Absicherung – von Freiheit und Abwendung des staatlichen Dirigismus einmal ganz zu schweigen.

 

Es findet dagegen derzeit die Distribution des Golds von der (verarmenden) Mittelschicht zur Oberschicht statt. Nur um den Schein eines weiterhin uneingeschränkten Lebensstandards für wenige Monate aufrecht erhalten zu können – und sei es nur zwecks Beeindruckung der Nachbarn und Freunde. Nach dem Motto: Seht her, es gibt eine Krise, aber wir leben so weiter als gäbe es sie nicht. Dass dieses Gold im Krisenfall dann die Haushalte vor der totalen Verarmung bewahren könnte, das sehen diese Bürger nicht.

 

Wir konnten heute an der Preisentwicklung des gelben Metalls beobachten, dass das Gold-Kartell noch nicht aufgegeben hat und weiterhin massive Schläge gegen den weiteren Anstieg durchführen kann. Und heute haben die Herren von JP Morgan, HSBC, Deutsche Bank & Co wirklich alle Register ihres Drückungs-Arsenals gezogen: Beginnend mit $1.900 zum auslaufenden asiatischen Handel wurde Gold zum Londoner Vormittags-Handel erst auf $1.886,50 (EUR 1.301,75) gedrückt.

 

Im frühen Nachmittags-Handel und an der beginnenden New Yorker COMEX erfolgte bis zum Londoner P.M. Fix eine Drückung um weitere zehn Dollar auf $1.876,00 (EUR 1.303,96). Und nachdem dieses Ziel erreicht wurde, ging es im verbliebenen Future-Handel auf bis zu $1.858,60 (EUR 1.288,10) zum COMEX-Schluss runter – praktisch Tagestiefstand.

 

Und selbst im handelsschwachen Access Handel im Anschluss ging es kräftig weiter mit der Drückung: Um 20:45 Uhr MEZ stand Gold nur noch bei $1.835, das heißt um weitere $24 unter dem bisherigen Tiefpunkt zum COMEX-Schluss.

 

Natürlich werden wir morgen wieder die hirnentleerten price action makes market commentary Berichte in den Wirtschaftsmedien lesen, die bei dem über $60 betragenden Einbruch vom Gold wieder einmal (fälschlicherweise) das Ende der Goldblase eingeleitet sehen. Dabei ist das aggressive Verhalten des Gold-Kartells nur ein Indikator: Dass Gold noch weit unterhalb seines wirklichen Wertes gehandelt wird.

 

Und wenn dann bei einem Goldpreis von $2.500 selbst dieses Argument bei immer weniger Bürgern verfängt, dann macht man ihnen einfach mit einem Goldverbot Angst, bei dem sie ihr Vermögen vom Staat zwangsweise abgenommen bekommen würden.

 

Dabei wäre das doch gar nicht anders als bei den derzeitigen Anlage-Produkten, die in Staatsanleihen investieren: Das Geld wird vom Staat mehr oder minder zwangsweise vereinnahmt und kann den Eigentümern niemals zurückgegeben werden.

 

Aber selbst bei einem solchen Verbot würden gerade diejenigen Investoren, die mit Gold auf den Bankrott des derzeitigen staatlichen Systems setzen, gar nicht geschädigt werden. Denn die kaufen und halten ihr Gold sowieso anonym. Und die Moral der Bürger hat der Staat nach jahrzehntelangen eigenen Betrug völlig unterhöhlt: Legal-Illegal-Scheißegal ist doch inzwischen zu einem Leitmotiv Vieler geworden.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.886,50

(€1.301,75)

$1.877,75

(€1.303,18)

+ $8,75

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.876,50

(€1.303,96)

$1.877,50

(€1.303,19)

- $1,00

COMEX Schlusskurs

$1.858,60

(€1.288,10)

$1.889,00

(€1.314,45)

- $30,40

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$42,88

(€29,62)

$43,49

(€30,16)

- $0,61

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.886,00

(€1.304,75)

$1.887,00

(€1.308,15)

- $1,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$762,00

(€527,15)

$756,00

(€524,10)

+ $6,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

73,9

74,0

- 0,1

Renditen 10-jährige Treasuries

2,1 %

2,1 %

unverändert

Quotient aus USDX und Renditen

35,2

35,2

unverändert

 

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