Bericht für den 25. August 2011

 

Libysches Gold im Londoner Kampfeinsatz?

 

Schaut auf die Preisentwicklung beim Gold während des Londoner Handels: Gestern war es der Nachmittags-Handel mit dem abschließenden P.M. Fix, der den größten Drückungserfolg bewerkstelligt hatte. Und heute ging es zum Londoner Vormittags-Handel beim Gold kräftig bergab – bis nahe an die Marke von $1.700.

 

Wer schmeißt hier wie ein Wilder mit real existierenden 400 Oz-Barren um sich? Ich hatte am Montagabend in einer internen EMail bereits folgende Vermutung geäußert: Es ist doch schon eigenartig, dass die bislang so erfolglos agierenden Rebellen in Libyen just zu diesem Zeitpunkt eine erfolgreiche Offensive gegen die libysche Hauptstadt Tripolis gestartet haben. Bislang haben sich die Fronten ja kaum verschoben. Die untereinander verfeindeten Rebellen verfügten nicht über genug Kampfkraft, um die Söldner Ghaddafis besiegen zu können. Und hatten Ghaddafis Truppen einen Angriff auf die Rebellen versucht, dann wurden sie von massiven Luftangriffen gebremst. Venezuela will seine rund 200 Tonnen Gold heim ins Reich holen. Wir wissen, dass dieses bei der FED in New York und BoE in London lagernde Gold schon längst über Leasing-Geschäfte zur Stabilisierung des Goldpreises im Markt verkauft wurde. Oder um es schlichter zu sagen: Das Gold ist weg.
 Da gibt es aber einen Ghaddafi, den man zwar seine Papiergeld-Konten eingefroren hat. Aber der knapp 150 Tonnen Gold besitzen soll. Und wenn er so klug wie der Iran war, dann liegt dieses Gold wirklich in Libyen. Warum müssen denn die “Alliierten” jetzt noch, da der Krieg entschieden zu sein scheint, den Ghaddafi-Palast massiv bombardieren? Erwarten sie dort etwa, das begehrte gelbe Metall zu finden. Und sie haben es eilig – denn Venezuela will sein Gold sofort. Wenn nämlich herauskommen sollte, dass der Gold-Kaiser nackt ist, dann ...

 

Vor einigen Monaten, kurz nachdem die Luftangriffe der Alliierten auf Libyen begonnen haben, wurde in einer kurzen Randnotiz von den Rebellen die Gründung einer eigenen Notenbank gemeldet. Waren die ersten westlichen Boden-Truppen, die in Libyen geheim agierten also nicht von der CIA, sondern die Finanzverbrecher von Goldman Sachs & Co?

 

Wenn man eins und eins zusammenzählt, dann muss man zwangsläufig zu der Erkenntnis kommen, dass die knapp 150 Tonnen Gold nach Eroberung Tripolis sichergestellt wurden und zum Verkauf nach London abtransportiert wurden. Über den physischen Umfang, die gestrige Drückung um $100 im Londoner Nachmittags-Handel zu bewerkstelligen, habe ich mich ja bereits im gestrigen Bericht geäußert.

 

Wenn das Gold-Kartell trotz der existenziellen Krise des Finanzsystems, welches die letzten Wochen kurz vor dem Kollaps stand, nicht in der Lage war, von den westlichen Notenbanken ausreichend Gold zur Drückung in London bereitgestellt zu bekommen, deutet das darauf hin, dass dieses Gold wahrscheinlich schon in seiner Gänze überhaupt nicht mehr existiert.

 

Denn wenn die westlichen Notenbanken auf ihrem Gold sitzen, um es für eine spätere Deckung einer neuen Papier-Währung verwenden zu können, warum haben sie dann nicht das libysche Raubgold untereinander aufgeteilt.

 

Und wenn der Goldpreis-Anstieg wirklich existenzgefährdend war – was ich glaube – warum haben die westlichen Notenbanken dann mit ihrer Drückung bis zum Dienstag gewartet. Genau dem Zeitpunkt, wo der Palast von Ghaddafi erobert wurde.

 

Es scheint also so zu sein, dass der Goldkaiser wirklich nackt ist, obwohl ihm die offiziellen Zahlen des Internationalen Währungsfonds noch große Mengen von Gold-Kleidern andichten.

 

Im Gold-Markt setzte sich der massive Angriff zum Londoner Vormittags-Handel fort. Gold kratzte kurz vor dem A.M. Fix an der Marke von $1.700, kam dann aber mit $1.716,50 (EUR 1.191,10) trotzdem noch um $40 niedriger als zum gestrigen COMEX-Schluss zustande. Auf Tages-Basis verlor Gold $134.

 

Zum Nachmittags-Handel schien ein Großteil des physischen Goldes bereits verkauft und die Gold-Kartell Banken begannen, ihre Short-Positionen an der COMEX zurückzukaufen. Der P.M. Fix um 16:00 Uhr MEZ sicherte JP Morgan & Co einen massiven Spekulations-Gewinn mit einem Kurs von $1.729,00 (EUR 1.200,69) - $41 niedriger als gestern zur gleichen Zeit.

 

Im Anschluss ging es mit den Rückkäufen weiter und Gold beendete den Handel an der New Yorker COMEX mit $1.761,30 (EUR 1.225,76) – jetzt mit einem Tagesgewinn von fünf Dollar.

 

Es ist anzunehmen, dass das physische Gold des Kartells nun vollständig verkauft wurde und der Markt sich wieder erholen kann. Die spekulativen Longs werden aber für die nächsten Wochen genug haben und sich nicht erneut auf ein so kostspieliges Abenteuer einlassen – wenn sie überhaupt noch nach diesem Super-Massaker existieren sollten.

 

Nachdem im Deutschland nun wohl auch auf politischer Seite die Stimmung gegen den Euro kippt, verstärkt das angloamerikanische Finanz-Oligopol den Druck nun mit Gerüchten, Deutschland drohe ein Entzug des AAA-Ratings. Man möchte auf alle Fälle verhindern, dass Deutschland die DM wieder einführt, weil der so geschaffene Währungsraum groß genug wäre, um eine massive Flucht vom US-Dollar in die DM zu bewerkstelligen. Außerdem gibt der US-Imperator die in den Kellern der New Yorker FED und in West Point lagernden deutschen Goldreserven nicht frei (die wahrscheinlich sowieso nicht mehr existieren), so dass Deutschland die nötige Golddeckung für seine Währung fehlen würde. Sollte Deutschland ein offizielles Gesuch um Auslieferung stellen, würde dies wohl als ein feindlicher Akt bewertet werden. Dann stehen sicherlich genug der diversen amerikanischen Holocaust-Verbände bereit, um Deutschland auf irgendwelche Entschädigungen vor US-Gerichten zu verklagen. Und ich wette, dass die eine Beschlagnahme des deutschen Goldes durch einen US-Richter bewirken könnten. Also nix mit DM: So wird Deutschland dann mit den anderen Euro-Staaten demnächst gemeinsam ins Gras beißen.

 

Gut, dass zumindest ein Teil der Bürger nun ihre eigene Notenbank mit echten Goldreserven sind.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.716,50

(€1.191,10)

$1.850,00

(€1.279,30)

- $133,50

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.729,00

(€1.200,69)

$1.770,00

(€1.224,07)

- $41,00

COMEX Schlusskurs

$1.761,30

(€1.225,76)

$1.756,50

(€1.217,42)

+ $4,80

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$39,00

(€27,03)

$42,08

(€29,12)

- $3,08

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.800,00

(€1.249,55)

$1.865,00

(€1.290,65)

- $65,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$746,00

(€517,90)

$759,00

(€525,25)

- $13,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

74,3

74,0

+ 0,1

Renditen 10-jährige Treasuries

2,2 %

2,3 %

- 0,1 %

Quotient aus USDX und Renditen

33,8

32,2

+ 1,6

 

© Copyright Dr. Neugebauer Handels-Consulting 2009-2011

Parse Time: 0.243s