Bericht für den 1. September 2011

 

Absicherung auf beiden Seiten

 

Bereits gestern ist auf dem Goldmarkt wenig passiert. Und heute setzte sich diese Entwicklung ungehindert fort.

 

Wo sind die täglichen Preisschwankungen von dreißig oder mehr Dollar geblieben, die zuletzt eher zur Tagesordnung zu gehören schienen.

 

Gähnende Langweile scheint vorzuherrschen. Das ist nach den Ereignissen der letzten Wochen auch kein Wunder. Hat doch ein spekulatives Fehlinvestment, egal ob auf der Long- oder Short-Seite, schnell zu einem finanziellen Ruin führen können. Und es wurden viele Marktteilnehmer regelrecht abgeschlachtet.

 

Nun sichern sich die Investoren mit Goldbeständen durch Einsatz von Put-Optionen oder Short-Futures gegen den Preisverfall ihrer Edelmetallbestände ab. Und die gleichen Instrumente verwenden die bearischen Spekulanten.

 

Mit solch einer Einstellung kann man weder etwas gewinnen, noch gibt man dem Markt die zukünftige Richtung vor.

 

Stellungs-Krieg.

 

Man darf aber nicht zu der falschen Schlussfolgerung kommen, dass der Krieg zwischen dem heutigen Finanzsystem und Gold mit einem Patt enden wird.

 

Denn Fronten fallen manchmal schneller, als man erwarten könnte. Und ein Stellungs-Krieg kann sich nur diejenige Partei leisten, die permanent Reserven und Vorräte angeliefert bekommt. Und nicht, wie bei den Papiergeld-Verteidigern das letzte Aufgebot in die Schlacht werfen muss. Denn es sind ja nicht die Goldhalter, die fast täglich eine Krisen-Situation neben der anderen meistern müssen. Bei den Gold-Investoren herrscht eher ein Klima der Jack Daniels Werbung vor – Ruhe bewahren, denn mit der Zeit wird der Whiskey immer besser.

 

Gold stand im asiatischen Handel und Londoner Vormittags-Handel wegen des anziehenden US-Dollars unter Druck. Der A.M. Fix kam mit $1.815,50 (EUR 1.270,74) um elf Dollar niedriger als noch vor 24 Stunden zustande. Aber der Euro-Preis des gelben Metalls stieg währenddessen um sieben Euro.

 

Zu Beginn des New Yorker COMEX-Handels versuchte Gold einen Ausbruch in Richtung der Marke von $1.830. Aber die gegnerischen Stellungen waren zu stark befestigt, so dass der wenige Stunden spätere P.M. Fix mit $1.821,00 (EUR 1.274,68) niedriger, aber auf Tagesbasis trotzdem noch um acht Dollar höher zustande kam.

 

Man kann ganz gut erkennen, dass der Anstieg oder Rückgang auf Tagesbasis von dem derzeit geltenden Frontverlauf abhängig ist. Ob eine Partei nun eher vorne oder hinten ist, will für den nächsten Tag überhaupt nichts bedeuten.

 

Zum COMEX-Schluss konnte Gold um zehn Euro auf EUR 1.279,13 ($1.827,50) zulegen. Aber in US-Dollar gemessen verlor das gelbe Metall zur gleichen Zeit zwei Dollar.

 

Auch beim US-Dollar gab es bis auf den Anstieg gegenüber dem Euro kaum Verschiebungen. Und die Renditen der 10-jährigen US-Treasury Notes verharrten weiterhin auf einem Rekord-Niedrigniveau von 2,2 Prozent.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.815,50

(€1.270,74)

$1.826,00

(€1.264,19)

- $10,50

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.821,00

(€1.274,68)

$1.813,50

(€1.256,14)

+ $7,50

COMEX Schlusskurs

$1.827,50

(€1.279,13)

$1.829,10

(€1.269,46)

- $1,60

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$41,47

(€29,04)

$41,35

(€28,64)

+ $0,12

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.843,00

(€1.289,25)

$1.845,00

(€1.277,25)

- $2,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$777,00

(€543,55)

$783,00

(€542,05)

- $6,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

74,4

74,1

+ 0,3

Renditen 10-jährige Treasuries

2,2 %

2,2 %

unverändert

Quotient aus USDX und Renditen

33,8

33,7

+ 0,1

 

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