Bericht für den 8. September 2011

 

Trichet und die Frage nach der DM

 

Selbst Bloomberg schreibt es heute schon: Fast 13 Jahre nach ihrem Abschied besitzt die Deutsche Markt noch genug Potential, um Jean-Claude Trichet während seiner letzten Tage als EZB-Präsident heimzusuchen.

 

Dabei hatte ein Reporter nur die Frage gestellt, ob der durch die Euro-Schuldenkrise verunsicherte deutsche Wähler Deutschland nicht zu einem Austritt aus dem Euro veranlassen könnte – mit der Wiedereinführung der DM.

 

Man zeigt sich dünnhäutig im EZB-Turm in Frankfurt. Dazu gibt es auch ausreichend Grund.

 

Denn Griechenland mauert derzeit bei seinen Sparanstrengen – hofft man doch in Athen, dass man auf alle Fälle an das Geld der anderen Euro-Länder kommt, da die Rettung alternativlos sei. Und Deutschland droht damit, die nächste Rate der Rettungs-Milliarden nicht auszahlen zu wollen.

 

Dem Euro gefiel heute auch nicht die Aussage Trichets, dass die Risiken für die Wirtschaft im Euro-Raum zunehmen. Zu gut deutsch: Die Phase des kurzen Aufschwungs, von dem eigentlich nur Deutschland wirklich partizipieren konnte, scheint vorbei zu sein.

 

Prompt fiel der Euro gegenüber dem US-Dollar unter die Marke von $1.40 – ein Tagesverlust von 1,6 Prozent.

 

Nach der gestrigen massiven Goldpreis-Drückung, die das gelbe Metall zeitweise unter die Marke von $1.800 drücken konnte, kam es heute wieder zu einer kräftigen Erholung. Während Gold zum A.M. Fix mit $1.827,00 (EUR 1.298,87) noch $17 niedriger als vor 24 Stunden tendierte, lag das gelbe Metall zu P.M. Fix um 16:00 Uhr MEZ bereits $45 im Plus mit einem Kurs von $1.855,00 (EUR 1.327,18).

 

Bis zum Schluss des COMEX-Handels kam es zu keinen wesentlichen Preisbewegungen mehr, so dass Gold mit $1.855,10 (EUR 1.331,25) oder Plus $40 im Tagesvergleich aus dem Handel ging.

 

Trotz des schwachen Euros hielt die Schweizer Nationalbank (SNB) ihr erst kürzlich gemachtes Versprechen ein, den Franken nicht unterhalb der Marke von 1,20 Franken / Euro fallen zu lassen. Das ließ Gold im Tagesvergleich zwischen vier und fünf Prozent gemessen in diesen beiden Währungen steigen, wohingegen die Erholung des gelben Metalls in US-Dollar unterhalb von drei Prozent blieb.

 

Der US-Dollarindex (USDX) stieg deshalb um 0,7 Punkte auf 76,2. Die Real-Renditen der 10-jährigen Treasury Notes verharrten weiterhin unverändert auf dem Niedrigstniveau von 2,0 Prozent.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.827,00

(€1.298,87)

$1.844,00

(€1.311,99)

- $17,00

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.855,00

(€1.327,18)

$1.810,00

(€1.287,89)

+ $45,00

COMEX Schlusskurs

$1.855,10

(€1.331,25)

$1.815,20

(€1.290,15)

+ $39,90

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$42,14

(€29,99)

$40,98

(€29,16)

+ $1,16

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.848,00

(€1.322,35)

$1.822,00

(€1.296,35)

+ $26,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$762,00

(€545,25)

$747,00

(€531,50)

+ $15,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

76,2

75,5

+ 0,7

Renditen 10-jährige Treasuries

2,0 %

2,0 %

unverändert

Quotient aus USDX und Renditen

38,1

37,8

+ 0,3

 

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