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Bericht für den 16. September 2011 Die Unschuld von Breslau Während die letzten Tage
eine massive System-Rettung initiiert wurde, mimten die EU-Finanzminister nebst
ihres US-amerikanischen Ehrengastes die Unschuld vom Lande. Man tauschte
Worthülsen aus und tat so, als wenn auf diesem Gipfel nichts entschieden werden
würde. Man wagte sogar etwas Widerspruch gegen die Forderungen Timmy Geithners, die staatlichen Ausgaben zwecks
Wirtschaftsrettung noch zu erhöhen. Das Schauspiel war schon
so paradox, dass man zu der Erkenntnis kommen musste, dass grundlegende
Beschlüsse auf diesem Gipfel – wenn nicht beschlossen, dann zumindest
vorbereitet wurden. Und dass vor allen Dingen die Vereinigten Staaten die
Anweisungen verteilten, wie es in Europa zukünftig weiterzugehen habe. Ein Meilenstein dabei
wird sicherlich der Befehl gewesen sein, Griechenland bis zum letzten
Blutstropfen zu verteidigen. Das gelbe Metall konnte
sich im Laufe des Tages wieder erholen, nachdem es
sich im frühen asiatischen Handel mit Kursen bis zu $1.760 noch im freien Fall
zu befinden schien. Üblicherweise sind die Preisbewegungen zu dieser Zeit nicht
besonders heftig. Und wenn, dann drohte insbesondere mit Eröffnung des New
Yorker Handels eine kräftige Abwärtswelle. Man wollte die
Goldspekulanten wohl mit einer letzten Panik-Attacke aus ihren Positionen
drängen. Mit Beginn des Londoner
Handels kam es dann wieder zu einer leichten Erholung. Mit $1.778,00 (EUR
1.288,68) war der Kurs zwar $28 niedriger als zum A.M. Fix vom Vortag, aber der Abschlag zum gestrigen COMEX-Schlusskurs
betrug nur noch drei Dollar. Im frühen
Nachmittags-Handel kam dann wieder leichte Kauflaune auf, welche
Gold auf bis zu $1.790 anstiegen ließ. Mit beginnendem Handel an der New Yorker
COMEX kam es zwar wieder zu einem Rückschlag auf bis zu $1.780 – aber
diese Marke hielt und Gold stieg in der Folge wieder an. Der P.M. Fix kam mit
$1.794,00 (EUR 1.297,18) bereits $12 höher als vor 24 Stunden zustande. Im Anschluss stieg Gold
auf bis zu $1.820 an, wurde aber vor Ende des COMEX-Handels wieder auf einen Schlussstand von $1.812,40
(EUR 1.312,96) gebremst. So schnell wollte man seine Errungenschaften der
letzten Tage nicht dahin schmelzen sehen. Jedenfalls war der COMEX-Anstieg zum Handelsschluss mit $31 signifikant. Und
auch Euro-Gold konnte wegen des wieder etwas schwächer tendierenden Euros um
EUR 33 ansteigen. Von den anderen
Edelmetallen war insbesondere der Anstieg des Silberpreises bemerkenswert. An der Front der
US-Staatsanleihen tat sich heute erneut nicht viel. Die 10-jährigen Treasury
Notes tendierten weiter bei einer Real-Rendite von 2,1 Prozent. Der
US-Dollarindex (USDX) legte wegen des stärkeren Dollars um 0,3 Punkte auf 76,6
zu. Der DAX hat diese Woche
um 500 Punkte zulegen können. So schnell kann man mit entsprechenden
Liquiditäts-Maßnahmen eine signifikante Wende herbeizaubern. Auch hier waschen
die Politiker und Notenbanker nach Außen ihre Hände in Unschuld. Es soll der
Eindruck hinterlassen werden, dass die Abwärtsbewegung der letzten Wochen
fundamental nicht gerechtfertigt sei. Und dass man vor allen Dingen die
Probleme (wieder einmal) in den Griff bekommen habe. Wichtige Marktdaten im Überblick
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