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Bericht für den 19. September 2011 40-Dollardrückung bereits
Krisen-Standardreaktion Zugegeben, die kommenden
Dienstag und Mittwoch stattfindende Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC)
der FED in Washington wird gerne von einer kräftigen Goldpreis-Drückung
begleitet. Zumal die Signale nach der letzten Sitzung, wo die bislang geltenden
Null-Zinsen für die nächsten Jahre garantiert wurden, auf noch mehr Gelddrucken
hindeuten. Ob sich das Kind dann QE3 nennt oder ob Timmy Geithner
50 Jahre laufende Treasury Bonds einführt, welche die FED sodann durch
Aufkaufprogramme monetarisiert, ist eigentlich
zweirangig. In diesem Zusammenhang
muss man sich allerdings fragen, was aus der Vereinbarung zwischen Kongress und
Präsident geworden ist: Dort sollte es ja keine höheren Steuern geben und auch
die Ausgaben – insbesondere bei den ausufernden Sozialprogrammen Medicare und Maidaid –
sollten schrittweise zusammengestrichen werden. Aber Obama
stellt derzeit als sein Programm der Öffentlichkeit ein (staatsfinanziertes)
massives Konjunktur-Programm und eine Steuererhöhung für Bürger mit Einkommen
jenseits der Ein-Millionen-Dollargrenze in Aussicht. Das soll man einmal
verstehen. Derweil werden die aus
dem Nichts kommenden 40-Dollarabstürze bei Gold immer regelmäßiger. Das
Gold-Kartell versucht inzwischen schon gar nicht mehr, sein Eingreifen zu
verbergen. Früher bemühte man sich noch veröffentlichter Nachrichten, die
sodann durch Bloomberg & Co als goldnegativ gedeutet wurden – und schon
gab es eine (allerdings vorgeschobene) Begründung für den Absturz bei Gold. Während das gelbe Metall
zum COMEX-Schluss um 2 Prozent in US-Dollar und 0,8
Prozent in Euro fiel, geriet Silber mit einem Dollar-Minus von 3,6 Prozent noch
stärker unter die Räder. Auch Platin konnte mit einem Verlust von 2,2 Prozent
nicht grade brillieren – geschweige denn Palladium mit einem Tagesverlust
von 2,6 Prozent. US-Leichtöl (WTI) verlor
fast drei Dollar oder mehr als drei Prozent auf $85 pro Barrel. Der Abstand zur
europäischen Sorte Brent vergrößerte sich erneut – hier kostet das Fass
$109. Das ist übrigens der Grund, warum der Preis an den Tankstellen
hierzulande nicht unter die Marke von 1,50 Euro fallen mag – während sich
der US-Bürger an niedrigen WTI-Preisen erfreut, müssen wir immer noch auf Basis
des hohen Brent-Niveaus tanken. Eigentlich wären diese
massiven Preisunterschiede die ideale Basis für sogenannte Arbitrage-Geschäfte:
Man kauft billig zum WTI-Preis in den Vereinigten Staaten ein und verkauft es
zum teuren Brent-Preis in Europa. Allerdings darf man sich an diesem Carry-Trade-Geschäft nicht verheben – ein Öltanker
kostet nicht nur viel Geld, sondern während der Transportzeit kann sich schon
viel verändert haben. Die Woche startete heute
früh im asiatischen Handel genauso positiv, wie sie am Freitag zum Nachmittag
endete: Mit positiven Vorzeichen für das gelbe Metall. Aber so richtig oberhalb
der Marke von $1.820 konnte sich Gold nicht halten. Der A.M. Fix war mit
$1.817,00 (EUR 1.332,31) zwar um $39 höher als am Freitag zu derselben Zeit.
Aber ein Teil der Gewinne in Asien war damit schon wieder passe. Ein Grund war sicherlich
der schwache Euro, der zum Abend 1,2 Prozent gegenüber dem US-Dollar abgeben
musste. Die Renditen der 10-jährigen Treasury Notes sind um massive 0,2
Prozentpunkte auf nur noch 1,9 Prozent gefallen. Mit dem um 0,6 Punkte auf 77,2
gestiegenen US-Dollarindex (USDX) explodierte der von mir ermittelte Quotient
aus USDX und den Realrenditen um 4,1 Punkte (!!!) auf 40,6. Sicherlich war ein Grund
die Euro-Schwäche, die viele Investoren nicht nur in den Dollar-Raum, sondern
insbesondere in die angeblich sicheren US-Staatspapiere flüchten ließ. Der
US-Dollar als ultimative Flucht-Währung – das war noch nie gut für das
gelbe Metall, das sich selbst als diese Flucht-Währung sieht. Aber bei weitem
nicht – trotz des sehr liquiden Handels – das Aufnahmevolumen des
US-Bondmarktes vorzuweisen hat. Es bedurfte jetzt nur
noch eines Anschubs zum Londoner P.M. Fix – in
Form von physischem Gold der um den Euro kämpfenden europäischen Notenbanken
– um die heutige 40-Dollardrückung einleiten zu können. Der P.M. Fix war
mit $1.794,00 (EUR 1.317,66) im Tagesvergleich unverändert, aber gegenüber dem
A.M. Fix um $23 niedriger. Den Rest besorgten dann
die Schmeißfliegen: In der Folge fiel Gold um weitere $15. Der COMEX-Schluss
lag mit $1.775,60 (EUR 1.303,26) um $37 niedriger als noch am Freitag-Abend zu
derselben Zeit. Mission accomplished. Der heute spät
Abend bei einer Diskussions-Runde über Gold auftretende Finanztest-Tenhagen
wird jubeln – und das gelbe Metall als hochspekulativ verteufeln.
Schließlich ist ja seine Empfehlung während der ersten Euro-Krise vom Mai 2010,
lieber in Schrebergärten zu investieren, voll aufgegangen.
Oder vielleicht doch nicht: Seinerzeit kostete Gold 900 Euro und heute sind es mit
1.300 Euro immerhin 45 Prozent mehr. Dazu hätte Herman-Josef Tenhagen allerdings einen Schrebergarten mit
Gartenzwerg-Besamungsanlage kaufen müssen. Das klingt
Ihnen zu unrealistisch – genau wie die Empfehlungen dieses Experten, der
Lemminge zum gemeinsamen Klippenabsturz antrainiert. Der A.M. Fix tendierte mit
einem Plus von $39, der P.M. Fix unverändert und der COMEX-Schluss
mit einem Minus von $37. Das sieht mathematisch nach einer symmetrischen
Funktion mit dem Wendepunkt um den P.M. aus. Das Gold-Kartell liebt anscheinend
solche besonders auffälligen Muster, um seine Macht zu demonstrieren. Natürlich ändert sich
dadurch nichts an den fundamental schlechten US-Daten. Und so wird auch diese
Goldpreis-Drückung nachträglich höchstens als ein gewonnenes Scharmützel
bewertet werden – aber keinesfalls als eine gewonnene Schlacht. Und schon
gar nicht als ein gewonnener Krieg. Wichtige Marktdaten im Überblick
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