Bericht für den 23. September 2011

 

Klein-Lehman im Zeitraffer

 

Nachdem ich gestern bereits den Superlativ für den Absturz der non-interest bearing assets verbraucht hatte, kann man die heutige Entwicklung nur noch mit dem nicht sichtbaren Lichtspektrum charakterisieren: Die Märkte reagierten heute im Infrarot-Bereich.

 

Zuerst auch die Aktien-Märkte, wo der DAX die Marke von 5.000 Punkten kurzfristig nach unten durchbrach.

 

Aber das eigentliche Ziel heute war das Gold, welches im Tagesverlauf zum Teil über fünf Prozent seines Wertes abgeben musste. Die Aktien-Indizes waren dabei eigentlich nur Kollateralgeschädigte. Vom Silber sprechen wir erst gar nicht: Über 15 Prozent betrugen die Abschläge – sogar die $30er-Marke wurde temporär nach unten durchstoßen.

 

Die Teilung des Marktes begann dann zum Nachmittag, wo sich Aktien-Indizes und Öl wieder nach oben bewegten – übrigens begleitet in der ersten Phase des Anstiegs von dem PGM-Metall Palladium. Zu diesem Zeitpunkt wurde der Hebel von Kredit-Squeezing auf direktes Short-Selling umgestellt. Dabei hat das Kartell wohl vergessen, seine heutige Drückung nicht nur auf Gold, Silber und Platin anzuwenden, sondern auch auf das sonst unverdächtige Palladium.

 

Im Prinzip konnten wir heute eine kleine Lehman Brothers-Krise im Zeitraffer beobachten. Die Abstürze waren wie im Herbst 2008 Zentralbank-induziert und haben insbesondere die mit Kreditgeld gehebelten Investments nach unten gezogen. Das ganze passierte schnell und besonders schmerzvoll.

 

Man kann an der Preisentwicklung auch gut nachvollziehen, welche Edelmetalle einen hohen Kredit-/Spekulations-Anteil im Preissockel beinhalten: Silber ist hier immer noch am Verletzlichsten. Natürlich hat der heutige Tagesverlauf diese Entwicklung überzeichnet – waren wir noch zum Anfang des Monats bei Preisen oberhalb von $43 – mussten also eine 30-prozentige Abwärtsbewegung über uns ergehen lassen. Denn ein enger Markt wie bei Silber ist wesentlich einfacher zu manipulieren wie ein großer und liquider Markt wie beim Gold. Aber auch Gold musste während dieser Zeit kräftig Federn lassen – von $1.900 zum Monatsanfang auf heute $1.640 – das sind auch knapp 14 Prozent in Richtung Süden.

 

Selbst die Wirtschafts-Systempresse, bislang immer hochnäsig belehrend, wenn es zu kräftigen Korrekturen bei Gold & Co kommt, hält sich auffallend zurück. Man lag in der Vergangenheit schon so oft daneben, so dass man derzeit vorsichtig mit der Aussage ist, die Gold-Blase würde nun (endlich) platzen.

 

Das Schlimmste, was man in solch einer Situation machen kann ist, sich persönlich geschlagen zu geben und sein Edelmetall zu verkaufen oder zumindest seine persönliche Anlagepolitik zu korrigieren.

 

Denn die Situation des Welt-Finanzsystems und auch der künstlich mit Falschgeld gesponserten Wirtschaft verschlechtert sich von Woche zu Woche. Probleme werden eben nicht angegangen, weil die Wurzel des Systems bereits unheilbar verfault ist. Stattdessen wird punktuell in die Märkte eingegriffen, um zumindest den Anschein eines noch funktionierenden System zu wahren.

 

Wer in Gold (und auch in Silber, Platin und Palladium) investiert, der agiert gegen die Politik und die Interessen der Finanzverbrecher. Diese wollen lediglich ihr System auf Teufel komm raus verteidigen – was aus meiner Sicht durchaus legitim ist. Denn an dem System hängen nicht nur deren Jobs und üppige Gehälter nebst Bonus-Zahlungen, sondern auch das gesamte betrügerische Schneeball-System, mit dem die Ersparnisse der Leistungs-Träger der Gesellschaft heimlich unter anderem an den sozialpolitisch-industriellen Komplex umverteilt wird.

 

Man muss es einfach so drastisch ausdrücken: Der (physische) Gold-Investor baut sich seine eigene kleine Zentralbank auf und entzieht so seine Lebensleistung dem staatlichen Betrugs-Geldsystem. Dafür darf er nicht staatliches Wohlwollen erwarten. Denn im Prinzip ist er Staatsfeind Nr. 1.

 

Kein Wunder, dass man nicht nur Hauptangriffs-Ziel der Artillerie der Zentralbanken und ihrer Helfershelfer ist – sondern darüber hinaus noch psychologisch durch Medien, aber auch durch Bekannte, Freunde und selbst sogar durch die eigene Familie unter Druck gesetzt wird. Man fühlt sich plötzlich als der einsamste Mensch der Welt.

 

Ob man jedoch Dirty Harry-Qualitäten besitzt oder sich doch lieber in der Masse der Schafe und Lemminge wohl fühlt – diese Spreu trennt sich diese Woche erneut von dem wirklichen Investor-Weizen.

 

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.730,00

(€1.279,68)

$1.765,50

(€1.310,39)

- $35,50

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.689,00

(€1.250,00)

$1.722,00

(€1.277,26)

- $33,00

COMEX Schlusskurs

$1.640,30

NA

$1.738,90

(€1.290,37)

- $98,60

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$32,90

(€24,45)

$37,85

(€28,17)

- $4,95

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.651,00

(€1.224,30)

$1.725,00

(€1.282,55)

- $74,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$659,00

(€488,70)

$659,00

(€489,95)

unverändert

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

78,3

78,3

unverändert

Renditen 10-jährige Treasuries

1,8 %

1,8 %

unverändert

Quotient aus USDX und Renditen

43,5

43,5

unverändert

 

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