Bericht für den 27. September 2011

 

Vorsichtige Erholung

 

Nach Tagen des fast ungebremsten Niedergangs der Edelmetall-Preise kam es im Laufe des heutigen Tages zu einer kräftigen Erholung. Diese ließ im Nachgang des Londoner A.M. Fixes, der mit $1.671,00 (EUR 1.236,40) um $56 stärker als noch vor 24 Stunden war, den Goldpreis auf bis zu $1.680 ansteigen.

 

Ab diesem Punkt war dann aber wieder Schluss der Preiserholung. Zum COMEX-Schluss stand Gold zwar um $58 höher als vor 24 Stunden – aber der Gewinn in Euro betrug nur noch 31 Euro. Vorsicht ist also weiterhin geboten. Zumal wegen des steigenden Euros das gelbe Metall vom A.M. Fix bis zum COMEX-Schluss um 25 Euro verloren hat – die Erholung beim Euro-Gold war in der Summe also nur marginal.

 

Sicherlich waren es nicht die 1,1 Tonnen, die die EZB im Rahmen des Gold-Abkommens der Zentralbanken verkauft hatte, welchen den Preisverfall verursachten. Denn diese Menge wird bereits von einer Handvoll Big Money Investoren aufgesogen, ohne dass dies einen Einfluss auf den Goldpreis in London hat. Dort werden täglich um die 500 Tonnen gehandelt.

 

Viel realistischer klingt da schon die These, dass man Portugal und eventuell Griechenland dazu bewegt hat, ihre Goldreserven – wenn nicht offiziell aufzulösen, dann doch über Gold-Leasing-Geschäfte dem Gold-Kartell für die Drückungs-Aktionen an der LBMA bereitzustellen.

 

So wird die Euro-Rettung nun wirklich alternativlos, weil man den Staaten wie Griechenland und Portugal die Möglichkeit nimmt, sich dem Diktat von Brüssel durch einen Umstieg auf eine eigene Währung zu entziehen.

 

Das passt ja auch gut in die Strategie der sich als Herren der Neuen Weltordnung sehenden Eliten, die nicht nur die Schuldner versklaven wollen, sondern auch deren Gläubiger – durch immer größere Rettungspakete nämlich. Den zwischen Griechen und Deutschen entstehenden Unfrieden können diese Elemente im Hintergrund dazu optimal ausnutzen, um beide Bevölkerungs-Gruppen noch stärker auszubeuten und unter ihre Kontrolle zu bringen. Der gegenseitige Hass lässt keinen an der Alternativlosigkeit der Maßnahmen zweifeln.

 

Der Euro taugt als Mittel zum Zweck viel besser als ein Dritter Weltkrieg. Ist das die friedensstiftende Botschaft des Euros, die uns die Politiker täglich einreden wollen?

 

Genau das Gegenteil ist der Fall:  Die Gemeinschafts-Währung säht Betrug, Misstrauen und sogar Feindschaft zwischen den Völkern, welche der Euro ursprünglich vereinen sollte. Das Instrument EU-Kommission wird zu einem Katalysator, der die Völker des Nordens zu Steuersklaven des Systems degeneriert, während sie den Südländern nicht nur in Form ihrer Industrien den Arbeitsplatz, sondern auch noch ihre Würde nimmt.

 

Wie wir vom Länderfinanz-Ausgleich her wissen, führen Transferzahlungen von den angeblich Reichen zu den angeblich Armen nicht dazu, dass die Armen ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern. Sondern dazu, dass dieser Zustand gefestigt und sogar noch gestärkt wird. Divide et impera – teile und herrsche, hieß es schon im alten Rom.

 

Der fast hundert Dollar über dem Platin-Preis tendierende Gold-Preis macht Herrn Vartian – einer der wenigen Edelmetall-Investoren, die neben Gold und Silber auch in Platin und Palladium investieren – nachdenklich. Denn historisch war Platin nur selten billiger als Gold. Das galt auch im Jahr 2008, als die Lehman-Krise die nicht geldigen Edelmetalle regelrecht hat abstürzen lassen.

 

Entweder Gold wurde heute de facto bereits wieder monetarisiert – und darauf resultiert die Preisdifferenz zum Platin. Oder Platin ist derzeit massiv unterbewertet ... oder wir müssen beim Gold mit weiteren Rückschlägen rechnen.

 

Der US-Dollarindex gab heute um 0,8 Punkte auf 77,5 wegen des stark steigenden Euros nach. Man möchte den Märkten eine alles-wird-gut-Nachricht einreden, da am Donnerstag die Bundestags-Abstimmung zum erweiterten Euro-Rettungsschirm ansteht. Die wenigen Abgeordneten der Koalition, die noch Eier in der Hose haben, verdienen unsere aller Hochachtung und Unterstützung. Parallel dazu wird nun spekuliert, inwieweit die Garantien des Euro-Rettungsschirms dazu verwendet werden könnten, vergleichbar mit dem fractional reserve banking system, ein Vielfaches des Geldes an den Märkten als Kredit aufzunehmen. Das heißt: Wenn die Garantien schlagend werden sollten, dann wird gleich die komplette deutsche Bürgschaft fällig gestellt – wir sprechen hier also nicht mehr um die Gefahr eines teilweisen Kreditausfalls (Hair Cut), sondern um eine wahrscheinliche 100-prozentige Belastung des Bundeshaushalts.  

 

Die Bundestags-Abgeordneten, die man zu der Zustimmung zum jetzigen Rettungsschirm erpressen konnte, kann man genauso zu noch viel stärkeren Unterstützungs-Maßnahmen als Ja-Stimmen verbuchen. Das Ende des Schreckens ohne Ende ist weiter nicht in Sicht.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.671,00

(€1.236,40)

$1.615,00

(€1.198,96)

+ $56,00

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.659,00

(€1.216,27)

$1.598,00

(€1.190,31)

+ $61,00

COMEX Schlusskurs

$1.650,00

(€1.211,90)

$1.592,00

(€1.181,34)

+ $58,00

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$33,50

(€24,76)

$28,16

(€20,80)

+ $5,34

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.568,00

(€1.154,20)

$1.570,00

(€1.163,85)

- $2,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$647,00

(€476,25)

$639,00

(€473,70)

+ $8,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

77,5

78,3

- 0,8

Renditen 10-jährige Treasuries

2,0 %

1,9 %

+ 0,1 %

Quotient aus USDX und Renditen

38,8

41,2

- 2,4

 

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