Bericht für den 11. Oktober 2011

 

Gold darf in dieser kritischen Phase nicht steigen

 

Die gestern begonnene Preiserholung beim Gold wurde heute schon wieder gebremst. Trotz der massiven physischen Nachfrage lässt man das gelbe Metall einfach nicht von der Leine. Selbst der moderate Anstieg des gestrigen Tages um zwei Prozent erscheint im Lichte der derzeitigen Situation im Bankensystem als zu kritisch zu sein.

 

Ebenso wie beim Zentralbank-Geld die Einlagen-Gelder im Banken-System und vor allen Dingen das Kreditgeld durch fractional reserve banking künstlich erzeugt werden, werden derzeit massive Mengen sogenannten Papiergoldes erzeugt. Nur, um durch Verkauf dieses durch buchhalterische Tricks generierten Goldes den Marktpreis stabil zu halten. Dazu fungieren die angeblichen physischen Reserven der Notenbanken praktisch wie Zentralbank-Geld und werden mit einem Gold-Multiplikator gehebelt. Es entstehen so entweder Gold-Konten im Banken-System oder sogar Kreditgold-Aggregate.

 

Vertrauen die Investoren diesen reinen Papiergeld-Instrumenten nicht mehr und fordern ihre Einlagen als physisches Gold zurück, dann kommt es zum sogenannten Gold-Bank-Run. Dieser ist aber wesentlich kritischer als im Papiergeld-System. Erstens können die Notenbanken das physische Gold nicht wie das Zentralbank-Geld durch buchhalterische Tricks beliebig vermehren. Zum Zweiten ist ein Großteil des ausgewiesenen Zentralbank-Goldes einfach nicht mehr vorhanden. Ich schätze, dass für 50 bis 100 Unzen ausgewiesenen Goldes nur noch eine Unze physisch in den Kellern der Banken und Zentralbanken lagert. Ein Gold-Bank-Run wird also kurz und für viele sehr schmerzvoll verlaufen.

 

Die Gold-Pyramide wird in einem kurzen und heftigen Stampede in sich zusammenfallen. Nachdem sich das Papiergold in Rauch aufgelöst hat, wird nur eine kleine (rauchende) goldene Spitze übrigbleiben. Ein Großteil der vermeintlichen Goldbesitzer wird so vor dem Nichts stehen – mit einem Gold-Zertifikat von JP Morgan, der Deutschen Bank und der HSBC kann man dann höchsten noch seinen Ofen befeuern.

 

Die Notenbanken spielen derzeit ein immer gefährlicher werdendes Spiel mit garantiert tödlichem Ausgang. Gut für die Investoren, die trotz aller Versprechungen der Finanz-Industrie auf physisches Gold im eigenen Besitz beharren.

 

Im asiatischen Handel heute früh stabilisierte sich der Goldpreis auf dem gestrigen Schluss-Niveau. Aber mit Beginn des Londoner Vormittags-Handels war es dann mit der positiven Stimmung wieder vorbei. Gold wurde unter die Marke von $1.660 gedrückt und verharrte praktisch die gesamte restliche Handels-Dauer entweder leicht über oder unter diesem Niveau.

 

Der A.M. Fix kam mit $1.662,00 (EUR 1.222,95) leicht unterhalb des Standes vor 24 Stunden zustande. Der P.M. Fix lag mit $1.663,00 (EUR 1.223,78) dann zwar wieder etwas oberhalb des gestrigen Standes – aber so richtige Kauflaune schien nicht aufzukommen. Der Kurs schwanke einfach um die Marke von $1.660.

 

Der Schlusskurs der New Yorker COMEX lag mit $1.659,70 (EUR 1.216,34) zwar fast genau auf dieser Linie – aber im 24-Stundenvergleich gingen fast zehn Dollar verloren.

 

Der US-Dollarindex konnte sich heute um 0,2 Punkte auf 77,6 stabilisieren. Die Real-Renditen der 10-jährigen Treasury Notes nahmen weiter auf 2,2 Prozentpunkte zu. Die FED-Operation Twist, mit der man die langfristigen Zinsen senken wollte, stellt sich als ein Flop heraus. Noch in der zweiten September-Hälfte haben wir Real-Renditen bis zu 1,7 Prozent gesehen – davon scheinen wir nun wieder Meilenweit entfernt zu sein.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.662,00

(€1.222,95)

$1.664,00

(€1.226,59)

- $2,00

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.663,00

(€1.223,78)

$1.661,00

(€1.216,85)

+ $2,00

COMEX Schlusskurs

$1.659,70

(€1.216,34)

$1.669,60

NA

- $9,90

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$31,37

(€23,07)

$32,23

(€23,72)

- $0,86

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.514,00

(€1.114,85)

$1.513,00

(€1.110,45)

+ $1,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$602,00

(€443,30)

$612,00

(€449,15)

- $10,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

77,6

77,4

+ 0,2

Renditen 10-jährige Treasuries

2,2 %

Kein Handel

 

Quotient aus USDX und Renditen

35,3

 

 

 

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