Bericht für den 19. Oktober 2011

 

Casus Belli Euro

 

Gestern bei Maischberger: Der ex-CDU Generalsekretär und spätere Ministerpräsident von Sachsen, Kurt Biedenkopf – eigentlich aufgrund seines Alters und seiner gesicherten Existenz nicht jemand, der um sein politisches Amt und seine Existenz kämpfen müsste – outete sich ebenfalls als Euro-Verfechter bis zum letzten Blutstropfen. Der Vorschlag von Hans-Olaf Henkel, den Euro in einen Süd- und Nord-Euro zu spalten sah Biedenkopf als Demütigung Frankreichs an. Dabei wurde der Französische Franc vor der Euro-Gründung mehrmals in seiner Geschichte von der Deutschen Mark gedemütigt.

 

Und was soll das dumme Gefasele, dass Frankreich mit der Montanunion Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg die Hand gereicht habe, weil es ansonsten zu einer Ruhr-Besetzung durch die Franzosen gekommen wäre.

 

Komisch – lag nicht das Ruhrgebiet in der Britischen Zone? Oder verwechselt Biedenkopf die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Ruhrgebiets-Besetzung der Franzosen im Jahre 1923. Und dann kam noch Ursula von der Leyen mit ihrem Hinweis, dass Deutschland nach dem Krieg die Deindustrialisierung nach den Plänen des US-Finanzministers Henry Morgenthau gedroht hätte.

 

Wer zieht hier die Fäden im Hintergrund – mit Drohungen, die praktisch eine Kriegserklärung an Deutschland darstellen?

 

Auch die Basler Zeitung thematisiert das Thema Krieg unter dem Titel Sarkozy warnt vor der Wiederkehr der europäischen Konflikte: Selbst auf die Möglichkeit eines weiteren Krieges in Europa spielte der französische Präsident dabei an: Jene, die den Euro zerstören, werden die Verantwortung dafür tragen müssen, wenn auf unserem Kontinent die Konflikte wieder zurückkehren. Nicht viel zurückhaltender äußerte sich gemäß Financial Times auch der französische Premierminister Francois Fillon: Wenn wir keinen Erfolg haben, ist Europa einem großen Risiko ausgesetzt.

 

Wird der Euro als Währung des Friedens nun zum Casus Belli – zum Grund für einen neuen Krieg? Oder haben die Deutschen nur den Stolz der Franzosen gebrochen und diese schlagen nun rhetorisch wild um sich, wie auch die Basler Zeitung vermutet: Frankreich ist in der für das Land besonders demütigen Lage, dass die Entscheide zu einer Lösung letztlich von Deutschland abhängen.

 

Wenn der deutschen Politik wirklich vom Ausland mit Krieg gedroht wird, wollte Deutschland den Euro verlassen, dann sollen die Politiker wenigsten den Mut dazu haben, dies offen auszusprechen. Dann wissen wir wenigsten, woran wir sind: Der Euro ist dann nur eine Fortsetzung des Diktats von Versailles 1919 und 1921 - nicht mittels direkter Reparationen, sondern indirekt. Addiert man Deutschlands Verpflichtungen aus dem Euro-Rettungsfond, Target2 und anderen Verpflichtungen (EZB-Ausleihungen, IWF-Anteil, etc) zusammen, dann kommen wir jetzt bereits auf fast 800 Milliarden Euro. Für dieses Geld haben wir echte Waren in die Eurozone geliefert. Da sind wir nicht mehr weit weg von den 132 Milliarden Goldmark, welche die Alliierten Deutschland im Mai 1921 mit dem Londoner Ultimatum als Reparationen aufgezwungen hatten.

 

Aber wer glaubt denn ernsthaft daran, dass das heutige Rettungsvolumen zukünftig nicht weiter steigen wird.

 

Ich weiß auch, wie das deutsche Volk ähnlich wie zur Ruhrbesetzung 1923 passiven Widerstand leisten kann: Wir tauschen einfach all unsere Euro-Vermögen in Gold und Silber um. Dann können unsere Politiker weiter zum Euro halten wie damals die Politiker zum Versailler Vertragswerk. Wir Bürger agieren einfach als Währungs-Zersetzer – nach der Devise: Nein! Mich zwingt ihr nicht (zum Euro). Für den Rest fehlt dann eigentlich nur noch eine Bundesbank, die wie damals Hjalmar Schacht die Reichsmark, nun den Euro in die Hyperinflation treibt.  

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.651,00

(€1.192,74)

$1.658,00

(€1.211,19)

- $7,00

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.652,50

(€1.198,94)

$1.631,00

(€1.193,91)

+ $21,50

COMEX Schlusskurs

$1.645,30

(€1.193,28)

$1.651,60

(€1.202,30)

- $6,30

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$31,97

(€23,10)

$31,00

(€22,65)

+ $0,97

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.532,00

(€1.106,15)

$1.523,00

(€1.111,70)

+ $9,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$624,00

(€450,55)

$606,00

(€442,35)

+ $18,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

77,1

77,2

- 0,1

Renditen 10-jährige Treasuries

2,2 %

2,1 %

+ 0,1

Quotient aus USDX und Renditen

35,0

36,8

- 1,8

 

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