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Bericht für den 21. Oktober 2011 Die Linke weiß auch nicht, was sie
will Jakob Augstein,
vermeintlicher Sohn aber wirklicher Erbe des SPIEGEL-Imperiums
von Rudolf Augstein hat es schwer. Seine Wochenzeitung Der Freitag ist ein Ladenhüter
– und deshalb muss er sich in SPIEGEL ONLINE unter der Kolumne Im Zweifel links
regelmäßig selbst darstellen. Aber es gibt auch lichte
Momente in seinem dunklen Journalisten-Leben. So kritisiert er in seinem
Beitrag unter dem Titel Das Gespenst des Kapitals unser Papiergeldsystem
und lobt die guten alten Zeiten der Golddeckung: Im
Ringen um Europas Währung will die Politik den Märkten zeigen, wer am längeren
Hebel sitzt - buchstäblich: Obwohl die Haftung nicht über die bereits
vereinbarten 780 Milliarden steigen soll, könnte die Versicherungssumme laut
Gerüchten mehr als doppelt so hoch werden. Das ist der berüchtigte Leverage-Effekt. Mit solchem Werkzeug hat die Finanzmystik
seit der Abschaffung des Goldstandards Anfang der Siebziger die Regeln der
praktischen Vernunft ausgehebelt und die globale Ökonomie in eine vor sich
selbst fliehende Kettenbrief-Wirtschaft verwandelt. Wie verzweifelt ist die
Lage, wenn die Ursache des Problems als letzte Hoffnung seiner Lösung gehandelt
wird? Einrahmen und Aufheben! Aber bevor wir ihn für
den Nobelpreis der Wirtschaftwissenschaften nominieren, macht er seinen Ruf
durch folgende Aussage – in dem gleichen Artikel übrigens – wieder
kaputt: Aber statt zu rechnen wie in Entenhausen,
sollten Berlin und Paris endlich die Macht der Märkte brechen. Dabei vertreten die
Akteure an den Finanzmärkten doch im Wesentlichen große Versicherungen und
Pensions-Fonds sowie Banken, die sich um das Vermögen
ihrer Kunden kümmern wollen. Sicherlich gibt es eine Reihe Spekulanten und Hedge Fonds. Aber diese versuchen nur, aus erwarteten
Marktreaktionen einen finanziellen Vorteil zu erwirtschaften. Denn die großen
Akteure sind meist träge wie ein Supertanker, den man auch nicht plötzlich in die
eine oder andere Richtung bewegen kann. Prinzipiell handeln die Märkte immer
rational, wenn man die Manipulationen der Politik und Zentralbanken einmal
ausblendet. Es ist bereits ein
Betrug der Politik an ihren Wählern, wenn sie massenweise die Bürger in
Riester-Renten treibt oder Lebensversicherungen per Dekret vorschreibt, was angebliche
sichere Anlageformen sind – an erster Stelle natürlich die Anleihen des
Staates selbst. Ganz kurios wird es,
wenn der ehemals Deutsche Gewerkschaftsbund – der schon lange nicht mehr
die Interessen der Arbeiter und Arbeitnehmer vertritt – den europäischen
Rettungsfond EFSF mit einer Banklizenz ausgestattet sehen will. Da stehen wohl
eine Reihe von Funktionären auf der Payroll fremder
Staaten beziehungsweise deren Banken. Fazit: Die Linke weiß
auch nicht, was sie will. Pünktlich zum Wochenende
wird der Euro trotz des Gezänks zwischen Deutschland und Frankreich gehoben
– ebenso wie die Aktienmärkte. Das verhalf auch Gold wieder zu einer
kräftigen Erholung. Mit $1.635,70 (EUR
1.181,18) zum Schluss der New Yorker COMEX konnte das gelbe Metall um $22
gegenüber dem Vortag zulegen. Wobei der Höchststand mit über $1.645 kurz vor
dem P.M. Fix erreicht wurde. Aber das wollte man dann
doch nicht zulassen. Der P.M. Fix lag mit $1.642,50 (EUR 1.183,52) um $23 höher
als noch vor 24 Stunden. Dann aber bröckelte der Kurs im Laufe des Nachmittags wieder
ab. Der US-Dollarindex
(USDX) gab heute 0,6 Punkte auf 76,5 Punkte ab. Die Veränderung ist dem
plötzlich gestiegenen Euro geschuldet. Denn schließlich will man am Wochenende
wieder einmal den Euro retten. Wichtige Marktdaten im Überblick
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