Bericht für den 28. Oktober 2011

 

Großkampfwoche voraus

 

Die nächste Woche ist voll von Terminen: Am Dienstag und Mittwoch tagt der Offenmarkt-Ausschuss  der Federal Reserve (FOMC) in Washington. Am Freitag werden dann die US-Arbeitslosenzahlen für den Monat Oktober veröffentlicht. Und dazu kommt noch der G20-Gipfel im französischen Cannes. Von der weiter schwelenden Euro-Krise einmal ganz abgesehen – aber vielleicht wollen die EU-Diktaturen uns nicht nur die Bewertung von Staaten durch Rating-Agenturen verbieten, sondern das Erwähnen von Euro-Brandherden.


Viel Arbeit wartet da auf das Gold-Kartell. Denn wer regelmäßig die Preis-Entwicklungen an den Edelmetall-Märkten beobachtet, dem ist sicherlich auch schon aufgefallen, dass um die oben genannten Termine der Goldpreis mit der Genauigkeit eines Schweizer Uhrwerks gedrückt wird. Nur in der konkreten Ausgestaltung der Maßnahmen unterscheidet sich dabei das Vorgehen des Gold-Kartells. So hat die letzte Sitzung des FOMC zu dem mehrere hunderte Dollar betragenden Goldpreis-Rückgang geführt. Gut – da haben sicherlich eine Reihe von Investoren mit ihrer Vermutung falsch gelegen, dass die FED ein QE3-Programm verkünden würde. Schließlich kam es im Anschluss des Meetings zu einem Dollar Short-Squeeze, der nicht nur viele Investoren und Spekulanten auf dem falschen Fuß erwischt hat, sondern fast die Elite der französischen Großbanken ausgelöscht hätte (Societe Generale, BNP Paribas).

 
Nachdem sich Gold diese Woche auf über $1.740 hochgearbeitet hat, dürfen wir für die nächsten Tage zumindest eine Verlangsamung dieses Anstiegs erwarten. Würde Gold trotzdem weitersteigen, dann wäre das ein untrügliches Signal, dass das Kartell nicht mehr in der Lage ist, den Goldpreis unter Kontrolle zu bringen.

 
Eigentlich hätten die Vereinigten Staaten gar keinen Grund, gegen Gold vorzugehen. Ein QE3-Programm würde der US-Wirtschaft auch nicht mehr helfen, sondern nur die weltweiten Aktien- und Rohstoffmärkte nach oben treiben. Man hat so viel Mühe darin investiert, den US-Ölpreis weit weg von der Marke von $100 zu bewegen – diese Inflationsbremsende Maßnahme möchte man sicherlich nicht wieder leichtfertig verspielen.

 
Und dann steht der US-Dollar an den Papiergeld-Märkten eigentlich relativ gut da. Die lang laufenden US-Staatsanleihen stehen auf Realzins-Niedrigniveau. Und die Euro-Dauerkrise lässt auch den US-Dollarindex (USDX) ansteigen. Der Dollar Short-Squeeze der letzten Wochen zeigt: Die US-Währung wird weltweit nachgefragt.


Die derzeit latente Gefahr ist ein Platzen der China-Immobilienblase, die ein monströses und praktisch unkontrollierbares Schattenbanken-System geschaffen hat. Genau so ein System, das spätestens mit der Lehman-Pleite im September 2008 bei den westlichen Banken zum totalen Einsturz gekommen ist.  Die zweite Gefahr für die Vereinigten Staaten stellt die Euro-Zone dar, die über gegenseitige Abhängigkeiten auch innerhalb kürzester Zeit das US-Bankensystem auslöschen kann.

 

Der heutige Goldtag war gekennzeichnet durch eine Stabilisierung auf hohem Niveau. Keiner versuchte in der derzeitigen Marktlage, den Goldpreis kosmetisch zum Wochenende zu drücken.

 

Der A.M. Fix nahm mit $1.735,00 (EUR 1.224,50) um $27 gegenüber gestern zu. Und auch der P.M. Fix stand mit $1.741,00 (EUR 1.230,04) $23 im Plus.

 

Besonders erfreulich ist auch die Entwicklung beim Silber, das sich die letzten Tage weitaus kräftiger als Gold erholen konnte. Beim kleinen Bruder von Gold besteht noch ein kräftiger Nachholbedarf.

 

Auf Wochen-Höchststand beendete Gold dann mit $1.746,20 den heutigen COMEX-Handel. Der Kurs stagnierte zwar gegenüber dem gestrigen Stand – aber für einen Freitag kein schlechtes Zeichen für die kommende Woche.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.735,00

(€1.224,50)

$1.708,00

(€1.219,74)

+ $27,00

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.741,00

(€1.230,04)

$1.718,00

(€1.216,71)

+ $23,00

COMEX Schlusskurs

$1.746,20

NA

$1.746,70

NA

- $0,50

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$35,42

(€25,00)

$33,55

(€23,91)

+ $1,87

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.629,00

(€1.151,25)

$1.608,00

(€1.142,85)

+ $21,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$659,00

(€465,70)

$667,00

(€474,05)

- $8,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

75,1

75,9

- 0,8 %

Renditen 10-jährige Treasuries

2,3 %

2,4 %

- 0,1 %

Quotient aus USDX und Renditen

32,7

31,6

+ 1,1

 

© Copyright Dr. Neugebauer Handels-Consulting 2009-2011

Parse Time: 0.295s