|
Bericht für den 31. Oktober 2011 Bank of Japan (BoJ) eröffnet die
Großkampfwoche mit Paukenschlag Kurz nach Eröffnung des
asiatischen Handels überraschte die Bank of Japan die Investoren mit einem
Paukenschlag: Der US-Dollar stieg innerhalb weniger Minuten von 75,8 JPY/USD
auf 79,2 – ein Anstieg um 3,4 Punkte oder 4,5 Prozent. In der Folge
dieser Aktion sank der Goldpreis von $1.743 auf $1.710. Im Vorfeld des Londoner
Vormittag-Handels verfiel der Kurs des gelben Metalls zeitweise sogar auf $1.705. Ein ungewöhnliches
Kursmuster – wenn die BoJ die Yen-Schleusen öffnet, dann sind Aktien- und
Rohstoffmärkte eigentlich in Champagner-Laune. Heute dagegen war ein schwerer
Kater angesagt. War die Aktion der BoJ
also nur vordergründig darauf gerichtet, den Yen zu schwächen. Aber im
Hintergrund musste so viel Yen-Liquidität in den Markt gepumpt werden, um ein
in anderen Währungsräumen sich auftuendes Liquiditäts-Loch zu füllen. Dass diese Woche mit
drei großen Terminen, die schon alleingenommen sich in der Vergangenheit als
negativ für Gold herausgestellt hatten, schwierig sein würde, das habe ich ja
schon am Freitag prognostiziert. Aber bereits im frühen asiatischem Handel und
dies noch mit stark negativem Vorzeichen, das war dann doch überraschend. Noch überraschender: Wer
weitere Angriffe zum Londoner Vormittags-Handel und insbesondere während des
New Yorker COMEX-Handels erwartet hatte, der wurde
enttäuscht. Gold erholte sich bis zum Handelsschluss wieder auf Notierungen
oberhalb von $1.720. Das war keine auf Gold
zielende Aktion, weil die anderen Edelmetalle noch viel stärker im Preis
fielen. Zum Schluss stand Gold
zwar mit über zwanzig Dollar im Minus. Aber wegen des mit dem starken Dollar um
1,5 Prozent fallenden Euros kam heute sogar noch ein leichtes Euro-Goldplus
zustande. Überrascht waren die
Märkte von der folgenden Nachricht – Bloomberg: MF Global Holdings Ltd. (MF), the holding company for the broker-dealer
run by former
New Jersey governor and Goldman Sachs Group Inc. (GS)
co-chairman Jon Corzine, filed for bankruptcy
after making bets on European sovereign debt. The New York-based
firm listed total debt of
$39.7 billion and assets of
$41 billion in Chapter 11 papers filed today
in U.S. Bankruptcy Court in Manhattan. Obwohl in Europa
weitgehend unbekannt, gehört MF Global doch zu einer der 22 erlauchten
sogenannten Primary Dealer der Federal Reserve Bank
of New York, die autorisiert sind, mit der N.Y. FED Geschäfte über US Treasuries abzuschließen. Außerdem spricht Bloomberg von
folgenden Geschäften, die MF Global getätigt habe: Commodities, derivatives, equity and foreign exchange. Handelt es sich hier um
einen weiteren Fall AIG – der Derivatebombe,
die seinerzeit mit über hundert Milliarden Dollar vom Staat und der FED gerettet
werden musste, nur damit Goldman Sachs ($12,9 Milliarden) aber auch die
Deutsche Bank ($11,8 Milliarden) und Societe Generale ($11,9 Milliarden)
ausgezahlt werden konnten. Die größten (ungesicherten)
Gläubiger von MF Global sind nach den bei dem New Yorker Insolvenzgericht
eingereichten Unterlagen JP Morgan Chase mit $1,2 Milliarden und die Deutsche
Bank mit $1,02 Milliarden – Joe nimmt in letzter Zeit wirklich alle
möglichen Verlust-Fettnäpfchen mit. Während JPM eine
US-Universalbank ist, bilanziert die Deutsche Bank in Euro. Und wenn plötzlich
eine Milliarden an US-Dollarforderungen an MF Global abgeschrieben werden
müssen, welche US-Dollarausleihungen an die Deutsche Bank werden nun
notleidend? Droht uns im Euro-Land
nun wieder ein US-Dollar Short Squeeze –
diesmal mit der Deutschen Bank als Hauptopfer. Wie wir aus der Vergangenheit
wissen, stellen die anfangs gemeldeten Zahlen nur einen Bruchteil des Schadens
dar, der in Wirklichkeit hinter MF Global angerichtet worden ist. Wir werden
die nächsten Tage Beschwichtigungen erleben und dann langsam die Wahrheit
scheibchenweise präsentiert bekommen. Gold schloss zum New
Yorker COMEX-Handel mit $1.723,00 und damit um $23
niedriger als noch am letzten Freitag. Im späten Handel gab der
Euro gegenüber dem US-Dollar weiter nach und steht um 21:30 Uhr MEZ mit 2,3
Prozent im Minus. Dies drückte den Goldpreis auf $1.715 um 1,6 Prozent ins
Minus, während Euro-Gold um 8 Euro oder 0,7 Prozent zulegen konnte. Es scheint wirklich auf
der Dollar-Shortseite ein Feuer zu lodern. Das hat
selbst den durch das PPT sonst gut gemanagten US-Aktienindex DJIA um 276 Punkte
nach unten gedrückt – Tagestiefstand. Wichtige Marktdaten im Überblick
©
Copyright Dr. Neugebauer Handels-Consulting 2009-2011 |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||