Bericht für den 2. November 2011

 

FED verdächtig gelassen

 

Die zweitägige Tagung des Offenmarkt-Ausschusses (FOMC) der FED in Washington D.C. fand ohne sichtbare Entscheidungen ihr Ende. Weder haben wir im Vorfeld dieses Treffens der Repräsentanten der wichtigsten Notenbank der Welt markante Angriffe auf den Goldpreis gesehen – noch kam es nach der Veröffentlichung zu markanten Ausschlägen.

 

Bloomberg beschrieb die Ergebnisse des Treffens wie folgt: Federal Reserve officials lowered their outlook for U.S. economic growth in 2012 and forecast that unemployment will average from 8.5 percent to 8.7 percent in the final three months of next year. The forecasts were released after the Federal Open Market Committee today acknowledged economic growth “strengthened somewhat” in the third quarter while also citing “continuing weakness” in labor markets and “significant downside risks” to the economic outlook. The committee left unchanged its plans to lengthen the maturity of its bond portfolio and maintain its mortgage-backed securities investments, and keep the federal funds rate in a range of zero to 0.25 percent until mid-2013.

 

Auf gut Deutsch: Man hat entschieden, so weiterzumachen wie bislang. Insbesondere mit niedrigen Zinsen bis Mitte 2013. Das gibt den Banken, die Zugriff zu den niedrigen Zinsen haben, die Möglichkeit, sich praktisch (kurzfristig) Geld von der FED zu leihen, um damit höherverzinsliche Staatsanleihen auf Kredit zu kaufen.

 

Natürlich ist die FED nicht so gelassen, wie sie in der Verlautbarung zu verstehen geben möchte. Denn ständig muss man in Washington und New York bei der Euro-Rettung nebst dem maroden europäischen Bankensystem mit massiver Dollar-Liquidität eingreifen. Vordergründig steht der US-Dollar stark dar, was man ja an den Steigerungen des US-Dollarindex (USDX) der letzten Tage ablesen kann. Und das in Kombination mit weiter fallenden Realzinsen der 10-jährigen Treasury Notes.

 

Auf dem Goldmarkt kam es nach den Kapriolen der letzten Tage nun auch in US-Dollar bewertet zu einer Erholung. Zum Londoner A.M. Fix stand Gold mit $1.731,00 (EUR 1.257,35) um $29 höher als noch am gestrigen Tag.

 

Zum New Yorker COMEX-Handel kam es dann zeitweise zu einem Ausbruch nach oben, der sich in einem sehr starkem P.M. Fix niederschlug: $1.743,00 (EUR 1.262,03) betrug der Kurs. Das waren dann $44 mehr als noch vor 24-Stunden.

 

Da musste das Gold-Kartell dann doch bremsend eingreifen. In zwei Angriffswellen wurde Gold bis kurz vor dem COMEX-Schluss auf bis zu $1.720 gedrückt. Der Schlussstand betrug dann $1.726,00 und damit immerhin $16 mehr als noch am Dienstag.

 

Auch die anderen Edelmetalle konnten sich heute wieder zum Teil kräftig erholen.

 

Wir haben nun einen von drei Terminen dieser Woche abgehakt. Es folgt der G-20 Gipfel in Frankreich und natürlich pünktlich zum ersten Freitag des Monats die Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten. Man kann also nicht behaupten, dass diese Woche langweilig würde.

 

In eigener Sache: In der Zeit vom 4. November bis zum 5. November bin ich auf der Edelmetall-Messe in München. Der Bericht vom Donnerstag wird wegen meiner Anreise verzögert erscheinen – der Bericht vom Freitag wird voraussichtlich ausfallen oder im Laufe des Sonntagnachmittags erscheinen. Man findet mich beide Tage am Stand von bullionaer / Dr. Neugebauer (Stand 2.15). Am Samstag mag mein Vortrag unter dem Titel Wird der Euro zum zweiten Versailles – Passiver Widerstand mit Gold eventuell von Interesse sein. Dieser findet am 5. November um 12:10 Uhr auf der Bühne im Erdgeschoss (das ist nicht die Bühne am Eingang) statt.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.731,00

(€1.257,35)

$1.702,00

(€1.243,06)

+ $29,00

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.743,00

(€1.262,03)

$1.699,00

(€1.243,86)

+ $44,00

COMEX Schlusskurs

$1.726,00

NA

$1.710,00

NA

+ $16,00

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$33,83

(€24,55)

$32,97

(€24,13)

+ $0,86

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.609,00

(€1.166,80)

$1.572,00

(€1.150,80)

+ $37,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$646,00

(€468,45)

$631,00

(€461,95)

+ $15,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

77,1

77,3

- 0,2

Renditen 10-jährige Treasuries

2,0 %

2,0 %

unverändert

Quotient aus USDX und Renditen

38,6

38,7

- 0,1

 

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