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Bericht für den 23. Mai 2012 EU-Wachstumsgipfel voraus! Gold wurde heute – wie im gestrigen Bericht
bereits angekündigt – kräftig verprügelt. Dabei mussten aber neben den
geldigen Metallen Gold und Silber auch die beiden anderen Edelmetalle, sowie
die Aktien-Märkte weltweit bluten. Man hat wieder einmal eine altbekannte Methode
angewandt: Der Euro sank um über ein Prozent gegenüber dem US-Dollar, und der
Yen stieg um über 0,7 Prozent zum Dollar. Eine rationale Begründung für diese
massiven Verschiebungen brauchen wir erst gar nicht zu suchen – denn
diese gibt es nicht. Vielmehr hat das Politbüro der Zentralbanker nach dem
G8-Gipfel am Wochenende entschieden, den Feind der
Papierwährungen unter Beschuss zu nehmen. Damit sollen insbesondere die beim heute Abend
beginnenden EU-Wachstumsgipfel erwarteten Gelddruck-Arien markttechnisch
vorbereitet werden. Schließlich wären solche Impulse preistreibend
für das gelbe Metall. Der andere Grund ist, dass man Deutschland durch
den angeblich schlechten Zustand des Euros in eine Position drängen möchte, wo
Angela Merkel überhaupt nicht anders kann, als den Wunsch nach sogenannten
Euro-Bonds nachzugeben. Der massive Konflikt zwischen Hollande, der mit der
EU-Kommission und den PIIGS die Euro-Bonds fordert, und Merkel, die diese
kategorisch ablehnt, ist sowieso nur eine große Schau für die Öffentlichkeit.
Denn am Wochenende hat man sich auf dem G8-Gipfel bereits schon darauf geeinigt, was passieren wird. Schon zu oft hat unsere Geliebte Führerin die
Eiserne Lady gespielt und musste dann kleinlaut ihre komplette Position räumen.
Das hat in der Vergangenheit gut funktioniert – und es wird wohl wieder
funktionieren. Wie kritisch die derzeitige Lage ist, zeigen die
folgenden Nachrichten: ·
Griechenland war nur ein kleiner Vorgeschmack auf das,
was jetzt kommen wird ... Ohne einen Schuldenschnitt auch in Spanien und Portugal ist
nach Auffassung des französischen Wirtschaftsexperten Philippe Aghion die Euro-Krise nicht zu bewältigen. Das sagte der
Berater des französischen Präsidenten
François Hollande in einem Interview mit der ZEIT. (ZEIT
ONLINE) ·
Der Austritt Griechenlands aus der Euro-Zone rückt offenbar näher:
EZB und Bundesbank richten Krisenstäbe ein, die Regierungen arbeiten an
nationalen Notfallplänen - das griechische Finanzministerium dementiert aber.
... Auch für den Euro-Raum und Deutschland wären die Herausforderungen in
diesem Fall zwar erheblich. Die Folgen wären aus Sicht der deutschen Währungshüter
bei vorsichtigem Krisenmanagement aber beherrschbar. (Handelsblatt) ·
Die Franzosen hams ja
... Innerhalb
von drei Wochen will die neue französische Regierung das Renteneintrittsalter
für langjährige Beitrittszahler wieder senken. Wer 41 Jahre eingezahlt hat,
soll mit 60 die volle Rente erhalten. (WELT
ONLINE) ·
Aber die Banken Frankreichs haben nicht nur zuhause
ein Problem ... Frankreich
und die Euro-Länder spielen für Hellas den Retter, aber wenn Griechenland
selbst helfen soll, ist es offenbar weniger großzügig: Die griechische Tochter
der französischen Großbank Credit Agricole ächzt unter einem milliardenschweren
Schuldenberg - doch die griechische Notenbank verweigert Finanzhilfen. Der Fall
birgt Zündstoff: Die Auslandsbanken fühlen sich von Athen diskriminiert.
(N-TV) ·
Der Neue in Frankreich spielt sich ganz schön auf
– hat er am Wochenende das OK vom Friedensneger bekommen ... Die Südschiene der
Euro-Zone hat Hollande zu ihrem Präsidenten der Herzen gemacht, zu ihrem Vorkämpfer für all das, was Angela Merkel
erfolgreich vom Tisch gewischt hatte. Erstens: eine Vergemeinschaftung
der Schulden durch Euro-Bonds. Zweitens: direkte Hilfe aus dem Rettungsschirm
ESM für wackelnde Banken – das heißt, ohne dass Länder einen Hilfsantrag
stellen und im Gegenzug Reformen zusagen müssten. Drittens brachte Frankreichs
neuer Premierminister Jean-Marc Ayrault erneut die
direkte Finanzierung von Krisenländern durch die Europäische Zentralbank ins
Spiel. Am Mittwoch müssten "alle Fragen" auf den Tisch, auch diese, die Berlin beinahe noch vehementer ablehnt als
Euro-Bonds. (WELT ONLINE) Vor diesem Nachrichten-Hintergrund ist es nicht
erstaunlich, dass die Märkte derzeit sehr volatil sind – sie wären noch
viel volatiler, wenn nicht dauernd die Notenbanken und ihre Helfershelfer in
die Märkte eingreifen würden. Das heutige Tagestief beim Gold lag gegen 18:00 Uhr
MEZ bei $1.533. Dafür, dass wir gestern noch Kurse bis zu $1.590 gesehen haben,
ein massiver Rückgang. Allerdings konnte sich das gelbe Metall bis zum
Schluss des COMEX-Handels wieder auf $1.550,00
befestigen. Übrig blieb ein 24-Stundenverlust von $27. Der US-Dollarindex (USDX) stieg heute um kräftige
0,7 Punkte auf 82,2 an. Der Anstieg wäre noch heftiger gewesen, wenn der Yen
nicht kräftig gegen den Dollar gestiegen wäre. Bei Real-Renditen der 10-jährigen Treasury Notes
von 1,7 Prozent stieg der von mir ermittelte Quotient aus dem USDX und den
Realrenditen auf einen neuen Höchststand von 48,4 Punkten. Wichtige Marktdaten im Überblick
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