Bericht für den 9. November 2011

 

US-Dollar Superstar

 

Der US-Dollar kann sich vor lauter Stärke nicht retten. Oder ist es nur die Schwäche der anderen Papiergeld-Währungen?

 

Natürlich, denn die Währung, die derzeit von den verschuldeten Staaten als Besatzer-Regime gesehen wird – der Euro – gibt heute gegenüber dem US-Dollar um über 1,8 Prozent nach (um 22:00 Uhr MEZ waren es dann bereits über zwei Prozent).

 

Die Haus-Postille des Banken-Oligopols – die Financial Times Deutschland – berichtet heute unter dem Titel Investoren glauben Italien gar nichts mehr: Die gute Stimmung an den Finanzmärkten als Folge der Nachrichten über mögliche Regierungswechseln in Italien und Griechenland hat nur kurze Zeit gehalten. Nach einem freundlichen Handelsstart an den Aktienmärkten drehte die Stimmung ... Die Renditen für zehnjährige italienische Anleihen kletterten bis auf 7,43 Prozent, den höchsten Wert seit Einführung des Euro. Damit ist die Schwelle überschritten, ab der die Refinanzierung für Italien als unmöglich gilt. Was für eine dumme Propaganda soll denn das sein – zuerst hat die Manipulation der Märkte noch funktioniert, und man hat dies dem anstehenden Rücktritt von Berlusconi zugerechnet. Nachdem die Markt-Manipulationen in sich zusammengebrochen sind, hat man sich wieder etwas stärker der Wahrheit genähert. Price action makes market commentary.

 

Willkommen im Club der bisherigen Euro-Pleite-Länder, die genau diese Entwicklung vor einigen Monaten selbst durchlaufen haben. Nur dass der Euro-Rettungsfond nicht mehr über ausreichend Mittel verfügt, um auch noch Italien – eines der größten Schuldner-Länder der Welt – retten zu können.

 

Natürlich ist diese Stärke des US-Dollars nur relativ. Denn gegenüber der wirklich Wert erhaltenden Währung Gold kämpft das Gold-Kartell verbittert gegen einen Durchbruch durch die Marke von $1.800. Für Euro-Gold ist diese Entwicklung höchst erfreulich, gewinnt das gelbe Metall doch zwei Prozent und tendiert mit EUR 1.315 so hoch wie lange nicht mehr.

 

Dass wir uns – anders als die sogenannten Edelmetall-Bugs behaupten – in einer deflationären Phase (und nicht in einer Hyperinflation) befinden, kann man an der Kursentwicklung der anderen drei Edelmetalle ablesen: Gegen 18:30 Uhr MEZ stand Silber mit $0,56 im Minus, Platin mit $22 und Palladium mit $17. Genauso der hoch gehebelte DAX mit minus 2,2 Prozent. Selbst der Dow Jones verliert 250 Punkte.

 

Frank Meyer hat mich am Samstag kurz vor meinem Vortrag auf der Edelmetall-Messe in München als Gold-Bug bezeichnet, der nicht an Silber glauben würde. Das stimmt natürlich so nicht. Denn anders als die sich selbst als Silber-Bugs bezeichnenden Experten bin ich ideologisch nicht so verblendet und folge eher der analytischen Auffassung eines Christian Vartian, der in den vier Edelmetallen bestimmte finanz-genetische Eigenschaften sieht.

 

Und da ich derzeit selbst eher eine deflationäre Entwicklung anstelle einer Hyperinflation befürchte, übergewichte ich eben persönlich Gold. Ich schreibe in diesen Berichten simpel die Beobachtungen nieder, die ich selbst mache und an denen ich mich mit meinem eigenen Edelmetall-Portfolio ausrichte.

 

Derjenige, der an die Hyperinflation glaubt, kann eben Silber übergewichten.

 

Meine Bewertung ist nicht ideologisch, sondern basiert einfach darauf, dass ich glaube, die Notenbanken haben derzeit andere Probleme zu lösen, als eine Hyperinflation auszulösen.

 

Da mag ich falsch liegen – und deshalb rate ich auch niemanden davon ab, eine größere Affinität zu Silber zu haben. Man muss sich nur darüber bewusst sein, in welchem Szenario letztlich welches Edelmetall am besten performt.

 

Gold stand den heutigen Tag unter moderaten Druck des Gold-Kartells. Zum A.M. Fix war das gelbe Metall mit $14 im Minus im Vergleich zum Vortag: $1.780,00 (EUR 1.300,40) lautete der Kurs, der allerdings praktisch keinen Verfall des Euro-Goldpreises signalisierte.

 

Zum P.M. Fix war Gold bei $1.784,00 (EUR 1.313,21) um $11 niedriger, aber um 16 Euro höher bewertet als noch vor 24 Stunden.

 

Und auch zum COMEX-Schluss änderte sich mit $1.790 (minus $8,40) tendenziell nichts an dieser Entwicklung.

 

Die Stärke des US-Dollars kann man an dem von mir ermittelten Quotienten aus US-Dollarindex (heute plus 1,3 Punkte auf 77,9) und den Real-Renditen der 10-jährigen Treasury Notes (heute minus 0,1 Prozentpunkte auf 2,0 Prozent) ablesen: Der Index explodierte förmlich mit 2,5 Punkte auf 39,0.

 

Diese gute Gold-Performance gefiel dem Kartell überhaupt nicht: Kurz nach dem COMEX-Schluss wurde Gold im späten Access Handel um $25 gedrückt. Man handelt derzeit eben in völliger Panik. Zumal der US-Aktienindex 390 Punkte verlor und auf Tagestiefstand endete.

   

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.780,00

(€1.300,40)

$1.794,00

(€1.301,50)

- $14,00

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.784,00

(€1.313,21)

$1.795,00

(€1.297,24)

- $11,00

COMEX Schlusskurs

$1.790,00

NA

$1.798,40

NA

- $8,40

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$34,58

(€25,36)

$34,64

(€25,17)

- $0,06

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.650,00

(€1.212,35)

$1.661,00

(€1.204,05)

- $11,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$662,00

(€486,40)

$673,00

(€487,85)

- $11,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

77,9

76,6

+ 1,3

Renditen 10-jährige Treasuries

2,0 %

2,1 %

- 0,1 %

Quotient aus USDX und Renditen

39,0

36,5

+ 2,5

 

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