Bericht für den 17. November 2011

 

Rettung aussichtslos – Manipulationen panisch

 

Alles geht jetzt ganz schnell: Italien gerät in den Strudel der Euro-Krise und muss seine Regierung gegen ein Technokraten-Regime von Euros Gnaden ersetzen. Nun fällt auch Spanien in Ungnade bei den Investoren. Wer weltrekordverdächtig mehr importiert als exportiert, der braucht eben kontinuierliche und kräftige Kapitalzuflüsse aus dem Ausland.

 

Und auch das bislang als solide geltende Österreich gerät nun ebenfalls in den Abwärts-Strudel – schließlich sind österreichische Banken im großen Umfang in den angeblichen Wachstumsmärkten in Osteuropa engagiert. Da dieses Wachstum weitgehend nur auf dem Treibsand von österreichischen Krediten gebaut ist, wird der Zusammenbruch dieses Traums auch das Ende der österreichischen Banken bedeuten.

 

Die Idee eines Nord- und Südeuro, von dem sich Hans-Olaf Henkel eine Stabilisierung der Lage verspricht, ist schneller ausgeträumt als gedacht.

 

Nachdem als nächste Regierung wohl die spanische den Weg zum Euro-Protektorat gehen muss, ist es nur noch eine Frage weniger Wochen, bis die Krise das durch Banken-Rettungen sowieso schon angeschlagene Frankreich mit in den Abgrund ziehen wird.

 

Bleibt dann Deutschland als Last Man Standing übrig?

 

Und was ist dann noch die Bedeutung der Gemeinschafts-Währung Euro, von der ich im Übrigen meine, dass sie rückstandsfrei zerstört werden müsse, übrig – wenn keiner außer Deutschland noch mitmacht?

 

Alle Rettungs-Bemühungen waren im Rückblick betrachtet aussichtslos – man hat es zwischenzeitlich sogar aufgegeben, von einem Rettungs-Gipfel zum nächsten zu jetten. Man begibt sich lieber in seinen Bunker und wartet ab, wie hart die Einschläge sein werden.

 

Aber eines bringt man trotzdem noch zustande: Markt-Manipulationen, wie wir sie heute nicht nur bei den Edelmetallen, sondern auch bei allen anderen Rohstoffen beobachteten konnten.

 

Erneut wurde diese Aktion mit Liquiditäts-Entzug eingeleitet. Das konnte man heute an den Kursen der Aktien-Börsen ablesen. Das hatte aber meines Erachtens nur einen Verstärkungs-Effekt für den heutigen Angriff auf den wahren Feind des Papiergeld-Imperiums: Gold.

 

Das gelbe Metall schloss den heutigen COMEX-Handel auf Tages-Tiefstand bei $1.717,80 (EUR 1.274,52) – ein Minus von $55. Das ist signifikant – drei Prozent Rückgang innerhalb von 24 Stunden.

 

Während Platin mit ähnlichen Abschlägen aus dem Handel ging, gerieten die beiden anderen weißen Edelmetalle, nämlich Silber und Palladium, mit Abschlägen von sieben Prozent besonders unter die Räder. Das Gold/Silber-Verhältnis, das im Mai bis auf 32 gesunken war, befindet sich inzwischen wieder auf dem Niveau vor einem Jahr, als Silber durchgestartet war – bei über 54.

 

Nun, diese Manipulationen sind nichts anderes als panisch, da sie weder die derzeitige prekäre Lage bessern können. Noch den Investoren das Vertrauen in die Papierwährungen im Allgemeinen und dem Euro im Besonderen wieder einhauchen können. Stattdessen riechen immer mehr Bürger Lunte und flüchten mit ihren Anlagen aus dem Euro-Raum.

 

Wenn sie merken, dass US-Dollar, Yen & Co auch keine sichereren Häfen sind wie der Euro, dann bleiben als Ultima Ratio nur Gold und seine silbernen Freunde übrig.

 

In der Zwischenzeit kann der vor Stärke nur so strotzende US-Dollar den Edelmetall-Besitzern die nächsten Tage und Wochen durchaus vermiesen. Erst wenn ein Euro-Crash in der Folge dann auch den US-Dollar mit in den Abgrund reißt, wird es zu der Panikflucht in die Edelmetalle kommen. Deshalb sind die Engländer und Amerikaner auch so aktiv mit ihren Belehrungen an die Euro-Politiker, wie deren Krise am besten unter Kontrolle gebracht werden könne. Auf viel Verständnis stoßen sie dort – verständlicherweise – nicht. War es doch der von angloamerikanischen Eliten erfundene Monetarismus, der uns diese Krise letztlich beschert hatte.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.756,00

(€1.304,12)

$1.773,00

(€1.311,48)

- $17,00

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.742,50

(€1.288,54)

$1.756,00

(€1.301,12)

- $13,50

COMEX Schlusskurs

$1.717,80

(€1.274,52)

$1.773,00

NA

- $55,20

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$33,30

(€24,74)

$34,45

(€25,58)

- $1,15

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.607,00

(€1.189,05)

$1.628,00

(€1.207,70)

- $21,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$635,00

(€469,85)

$655,00

(€485,90)

- $20,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

78,3

77,9

+ 0,4

Renditen 10-jährige Treasuries

2,0 %

2,0 %

unverändert

Quotient aus USDX und Renditen

39,2

39,0

+ 0,2

 

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