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Bericht für den 21. November 2011 Lastenausgleich vor, während oder
nach einer Währungsreform? Das Thema
Vermögensabgabe – im Verniedlichungs-Deutsch der Politiker auch als
Lastenausgleich tituliert – beschäftigt derzeit eine Reihe von
Politikern und Kommentatoren. Im Gegensatz zu einer
Vermögenssteuer wird bei einer Abgabe nicht das aktuelle Vermögen mit einer
jährlichen Steuer in Höhe von ein Prozent des Vermögenswerts besteuert. Sondern
der Steuerpflichtige muss einen Teil seines Vermögens, beispielsweise 30
Prozent, in einem Schub an dem Staat abgeben. Bei illiquiden Vermögen wie
beispielsweise Immobilien wird dann dem Eigentümer eine Grundschuld in Höhe von
den beispielsweise oben genannten 30 Prozent aufgrund einer Wertschätzung des
Objekts eingetragen. Da der Eigentümer im Allgemeinen nicht über liquide Mittel
in Höhe von 30 Prozent des Wertes seiner Immobilie verfügen wird, wird die
Steuer dann in gleichmäßigen Raten über mehrere Jahre oder sogar Jahrzehnte
gestreckt. Denn ein Steuerzahler, der aufgrund seiner Belastung nicht mehr in
der Lage sein sollte, diese Zahlungen zu leisten, bringt dem Staat ja auch
nichts. Und ein von staatlicher Seite angeordneter Zwangsverkauf würde den
Immobilienmarkt und damit auch die Preise für solche Objekte auf einen
Bruchteil ihres derzeitigen Werts fallen lassen. Diesen Fehler hatten die
Politiker nach dem Ersten Weltkrieg mit Einführung der Hauszinssteuer nämlich schon
einmal gemacht. Da gibt es auf der einen
Seite die Politiker von SPD und den Grünen, die wie der grüne Tübinger Bürgermeister
vor einigen Tagen in der WELT einen Lastenausgleich jetzt fordern. Also noch vor einer in Anbetracht der kritischen
Euro-Lage anstehenden Währungsreform beziehungsweise Währungsumstellung. Nachdem man den unter
Kuratel stehenden Euro-Staaten wie Griechenland und Portugal bereits ihr Gold
abgepresst hat, um die Angebotslücke bei Gold an den Märkten zu decken, werden
wohl jetzt die letzten italienischen Barren auf den Markt geworfen. Jedenfalls
sieht die Preisentwicklung beim Gold der letzten Tage sehr stark nach einem
Abwurf von 400 oz-Barren aus. Das erbeutete libysche
Gold hat ja seinerzeit zu einem Einbruch von über $100 an einem Tag geführt.
Ergo gibt es wohl nicht mehr viel von den ausgewiesenen fast 2.500 Tonnen des
italienischen Staatsgolds. Bei Libyen waren es schließlich ja nur 140 Tonnen. Aber kommen wir zurück
zu den Vorschlägen von Rot und Grün: Denn aus deren Sicht ist eine sofortige
Vermögensabgabe verständlich, denn die wollen möglichst lange an der Macht
bleiben – und alles soll mit noch mehr Abgaben bei den Bürgern so
weitergehen wie bisher. Ob diese Währungsreform –
auch so eine Fehlbeschreibung der wahren Lage: denn es geht um das
offizielle Abwracken einer toten Währung und die Einführung einer Neu-Währung
– nun mit oder ohne Haircut, das heißt
offiziell sanktionierter Entwertung von in Euro valutierenden
Vermögenswerten vonstatten geht oder nicht, das ist eine weitere interessante
Fragestellung. Denn viele, die derzeit
nach der Wiedereinführung der Deutschen Mark schreien, gehen davon aus, dass
ihre kompletten Euro-Vermögen zu einem festen Umtauschkurs in die neue Währung
umgerechnet werden. Wenn das mal nicht ein Trugschluss sein sollte. Viele Euro-Vermögen
unserer Bürger stecken nämlich in ausländischen Anleihen, die diese Ausländer
wohl niemals mehr zurückzahlen werden. Und da die Banken und Versicherungen diese
Verluste nicht mit ihrem Eigenkapital decken können, landen die Verluste
praktisch eins-zu-eins bei den Geldgebern dieser Institute. Und das sind nun
einmal die Bürger mit ihren Lebens-Versicherungen, Riester- oder Rürup-Renten, Spareinlagen oder sonstigen
Bankschuld-Verschreibungen. Es läge zwar nahe, eine
Währungsreform mit Haircut mit einem Lastenausgleich
zu verbinden. Denn auf den ersten Blick sehe es gerecht aus, wenn
Papiergeldvermögen und Sachgeldvermögen mit einem gleichen Prozentsatz
abgewertet würden. Das würde aber die Besitzer von Immobilien & Co in die
missliche Lage bringen, dass sie neues Geld, das nach der Währungsreform sehr
knapp sein würde, zwecks Bezahlung ihrer Verpflichtungen aufbringen müssten.
Ich rechne daher damit, dass ähnlich wie zur Währungs-Reform im Jahre 1948
verfahren wird: Wenn es einen Haircut – damals
waren es 90 Prozent – geben würde, dann gehen erst einmal die
Papiergeld-Vermögen in Rauch auf. Selbst die Vermögens-Besitzer würden in
dieser Situation nicht ausreichend Geld übrig haben, um die Abgaben für einen
Lastenausgleich tragen zu können. Der Zwangsverkauf mit jahrzehntelangem
Verfall der Sachinfrastruktur mangels freier Investitions-Mittel wäre wohl die
Folge. So kam der zweite Haircut nach der Währungsreform erst vier Jahre später mit
dem Lastenausgleichsgesetz von 1952. Der Haircut
betrug hier sogar 50 Prozent, die über die nächsten 30 Jahre verzinslich an den
Staat abgeführt werden mussten. Auch die Schuldner wurden mit ihren Hypotheken
von dieser Regelung erfasst. Aus Schulden von 1.000 alten Reichsmark wurden
zwar durch die 90 prozentige Abwertung nur noch 100
DM. Mit dem Lastenausgleichsgesetz wurden durch Eintragung von 900 DM neuen
Schulden zu Gunsten des Staates jedoch nun wieder 1.000 DM. Da die alte
Reichsmark eine wesentlich niedrigere Kaufkraft als die neue DM hatte, wurden
Hypotheken-Schuldner durch diese Regelung besonders stark zur Kasse gebeten. Meines Erachtens
verkennen bestimmte Kommentatoren, die eine Währungsreform mit Haircut prognostizieren und einen sich gleich daran
anschließenden Lastenausgleich proklamieren, die Lage. Denn während die
Papiergeld-Besitzer nur ihre imaginären Geldvermögen ausgebucht bekommen,
müssten die Immobilien-Besitzer augenblicklich größere Mengen der raren, da neu
eingeführten, Währung auf den Tisch legen. Ein zweiter Aspekt,
warum der Haircut wohl eher in Stufen als in einem
Schritt kommen wird, liegt in der erwünschten Förderung von Investitions-Anreizen
bei den Besitzern von Hartgeld-Vermögen. Denn Gold und Silber
wären von beiden Haircuts nicht betroffen, stellen
aber ein durchaus gewichtiges Investitions-Potential für den Wiederaufbau des
Währungsraumes dar. Der Staat kann diese Gruppe am Haircut
nur dadurch beteiligen, in dem er sie in Vermögenswerte treibt, die er
nachträglich haircutten kann. Wenn also die
Immobilien-Preise wegen Geld- und Kredit-Mangel nach einer Währungsreform
sowieso ins Bodenlose fallen würden und so für einen Bruchteil des heutigen Wertes
in Gold oder Silber übernommen werden könnten, so würde der Staat mit einem
mehrere Jahre verzögerten Lastenausgleich zwei Fliegen mit einer Klappe
schlagen können: In der Zeit nach der Währungsreform stabilisiert die Gruppe
der Gold- und Silberbesitzer durch Zukäufe den Immobilienmarkt (und natürlich
andere Sachvermögens-Märkte). Wenn der Lastenausgleich dann wenige Jahre nach der
Währungsreform eingeführt würde, dann könnte der Staat auf indirektem Wege doch
noch die sich bislang für besonders klug haltenden Gold- und Silber-Halter über
den Umweg Immobilien (oder anderes Sachvermögen wie Unternehmens-Anteile) haircutten. Die
Goldverbots-Hellseher sind daher konzeptionell auf der völlig falschen Fährte:
Anonymer Gold- und Silberbesitz schafft zusätzliche Liquidität in einem System,
das durch einen Währungs-Schnitt eine Grad-Wanderung zwischen Ausbruch einer
Hyperinflation – wenn der Staat durch Gelddrucken die
Versorgungslücken im System künstlich schließen möchte – und eines
deflationären Kollaps, der die Wirtschaftsleistung, Nachfrage und Investitionen
wegen Geldmangel weiter schrumpfen lässt, durchläuft. In dieser Periode ist
Gold- und Silberbesitz in Privathand eher ein Segen für die sich neu bildende
Volkswirtschaft als ein Fluch. Vor der Gefahr des
dritten Haircuts sollte man als Gold- und
Silberinvestor allerdings trotzdem auf der Hut sein. Abschließend noch einige
Worte zu der heutigen Goldpreis-Entwicklung: Diese weist alle klassischen Muster
der Goldpreis-Drückung auf, die wir vom Gold-Kartell her kennen. Im Anschluss
des asiatischen Marktes wird die Drückung eingeleitet. Da man, wie ich oben
bereits bemerkt habe, nun über größere Mengen physischen Golds verfügt, wurde
Gold im Londoner Vormittags-Handel nahe der Marke von $1.700 gedrückt. Dieses
Niveau wurde zum Londoner Nachmittags-Handel gehalten. Dann kam es im reinen Derivate-Handel an der New Yorker COMEX zu dem altbekannten
Wasserfall beim Goldpreis. Der Kurs kam erst bei $1.677,10 (EUR 1.240,87) auf
Tages-Tiefstand zum COMEX-Schluss zu einem
vorläufigen Halt. Nachdem die Goldman
Sachs-Verbrecher nun auch die EZB in Person ihres Präsidenten kontrollieren,
werden die letzten physischen Goldreserven von den Regierungen beziehungsweise
nationalen Notenbanken der Euro-Länder herausgepresst. Das hilft zwar dem Euro
nicht – aber das US-Dollar Imperium kann sich so vielleicht noch einige
Monate länger über Wasser halten. Wichtige Marktdaten im Überblick
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