Bericht für den 30. November 2011

 

Des Goldes Darling: Notenbanken im Overdrive

 

Der heutige Goldtag begann mit weiterhin steigenden Notierungen im asiatischen Handel. Wie schon gestern berichtet, hat der Goldzug wieder Fahrt aufgenommen. Dabei beschleunigt das gelbe Metall zwar nicht so schnell, wie die anderen Asset-Klassen. Aber diejenigen, die gegen Gold gewettet haben, müssen aufpassen, dass sie dabei nicht unter die Räder kommen. Den abwartenden Investoren am Rande bleibt nichts anderes übrig, als hier gekonnt aufzuspringen – denn wenn der Zug einmal in Fahrt geraten ist, lässt er sich nicht so schnell mehr stoppen.

 

So war es eine Überraschung, dass bei einem Stand von über $1.720 in der Zeit zwischen dem Ende des asiatischen Handels und dem Beginn des Londoner Vormittags-Handels ein Preisverfall auf Werte knapp oberhalb der Marke von $1.700 von dem Gold-Kartell erzwungen wurde.

 

Das zweite Tief wurde im Laufe des Vormittags dann zum A.M. Fix um 11:30 Uhr MEZ mit $1.704,00 (EUR 1.282,46) erreicht. Gold stand im 24-Stundenvergleich nun dreizehn US-Dollar niedriger als gestern um dieselbe Zeit. Das bis dahin ausstehende Ereignis schien den Herren so gewichtig zu sein, dass man massiv mit physischem Gold nachhelfen wollte.

 

Da sich der Goldpreis kurz nach dem A.M. Fix um über zehn Dollar erholte, deutete dies nicht auf eine massive Preis-Drückung am Nachmittag hin. Sonst hätte man den Kurs des gelben Metalls nach dem A.M. Fix weiter unter Kontrolle gehalten. So hat man intraday eine Doppel-Bottom-Situation geschaffen, die eher ein Signal für Zukäufe ist.

 

Nun, mit Beginn des Handels an der New Yorker COMEX ging es in zwei Stufen erst einmal aufwärts bis kurz oberhalb der Marke von $1.730. Und wenige Minuten später wurde die Marke von $1.740 gerissen. In der dritten Stufe wurde jedoch die Marke von $1.750 verfehlt. Es bedurfte eines zweiten Versuchs, bis man zumindest kurzzeitig die Marke von $1.750 durchstoßen konnte.

 

Zu dieser Zeit war man aber nur noch wenige Minuten vom Londoner P.M. Fix entfernt. Und diese Marke kontrollierte das Gold-Kartell die letzten Wochen durch die wahrscheinlich in ihre Obhut gekommenen Gold-Reserven der Euro-Problemländer.

 

Hintergrund war die folgende Ankündigung der Notenbanken – Bloomberg: European stocks rose for a fourth day, U.S. index futures rallied and the euro rebounded after central banks acted together to make additional funds available to banks. Treasuries fell while the German one-year yield sank below zero for the first time. Mehr Details enthält dann die folgende Passage des Berichts: The central banks of the U.S., the euro region, Canada, the U.K., Japan and Switzerland agreed to cut the cost of providing dollar funding via swap arrangements, the Federal Reserve said in a press release. They also agreed to make other currencies available as needed, it said.

 

Wenn die Notenbanken unbegrenzt Liquidität bereitstellen, dann heißt dies, dass jeder, der Geld braucht, dieses auch kurzfristig zur Verfügung gestellt bekommt. Und dieses Geld wird natürlich aus dem Nichts erschaffen, also gedruckt. Die westlichen Notenbanken im Overdrive Mode.

 

Notenbanks Darling ist neben dem besonders stark kreditgehebelten deutschen Aktienindex DAX natürlich auch das Gold. Denn wer Geld aus dem Nichts in praktisch unbegrenzter Menge schafft, der verwässert die Papierwährungen gegenüber dem nicht verwässerbaren Gold.

 

Der P.M. Fix kam Gold-Kartell beeinflusst mit $1.746,00 (EUR 1.296,70) zustande.

 

Der durch die im Wesentlichen von der FED getragene Liquiditäts-Zufuhr um über ein Prozent gestiegene Euro ließ die Gewinne in Euro-Gold zum P.M. Fix auf neun Euro schrumpfen. In US-Dollar gewann das gelbe Metall nämlich $29.

 

Zum Ende des COMEX-Handels tat sich nicht mehr viel, so dass Gold mit $1.746,30 (EUR 1.299,25) nur einen Hauch unter der Marke von 1.300 Euro schloss.

 

Der US-Dollarindex (USDX) musste unter dem Druck des Euros um 0,7 Punkte auf 78,3 abgeben. Und selbst die Renditen der 10-jährigen US-Staatsanleihen nahmen heute um 0,1 Prozentpunkte bei ihrer Real-Verzinsung zu. Dadurch sank der Quotient aus beiden Werten um kräftige 2,2 Punkte auf 37,3. Aber der US-Dollar kann dies verkraften.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.704,00

(€1.282,46)

$1.717,00

(€1.278,67)

- $13,00

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.746,00

(€1.296,70)

$1.717,00

(€1.287,69)

+ $29,00

COMEX Schlusskurs

$1.746,30

(€1.299,25)

$1.716,00

NA

+ $30,30

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$31,35

(€23,54)

$31,96

(€23,89)

- $0,61

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.558,00

(€1.153,65)

$1.537,00

(€1.155,65)

+ $21,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$620,00

(€459,10)

$582,00

(€437,60)

+ $38,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

78,3

79,0

- 0,7

Renditen 10-jährige Treasuries

2,1 %

2,0 %

+ 0,1 %

Quotient aus USDX und Renditen

37,3

39,5

- 2,2

 

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