Bericht für den 5. Dezember 2011

 

Kann Geld wirklich als Wertespeicher dienen?

 

Die Financial Times Deutschland (FTD) versuchte sich am Wochenende darin, als Folge einer Euro-Apokalypse den Untergang Deutschlands zu beschwören. Eine Depression historischen Ausmaßes wurde orakelt. Ist das nur publizistisches Dummgeschwätz oder sind die in diesem Bericht dargelegten Szenarien doch realistisch?

 

Nun, wir wissen ja bereits, dass die FTD das Sprachrohr der angloamerikanischen Banken-Oligopole ist. Und diese möchten primär eine Rückkehr Deutschlands zu einer nationalen und souverän kontrollierbaren Währung verhindern.

 

Warum – weil der hinter diese neuen DM (oder wie sie dann auch heißen mag) stehende Wirtschaftsraum ein hinreichend großes Fluchtbecken für alle durch US-Dollar, Britisches Pfund und Japanischen Yen enttäuschten Investoren wäre.

 

Wir haben ja am Freitag Nachmittag wieder einmal bei der Verkündung der Arbeitsmarktzahlen durch die US-Statistikbehörde BLS (Bureau of Labor Statistics) erfahren dürfen, dass das Orwellsche Wahrheitsministerium schon längt keine Fiktion mehr ist. Eine erstklassige Zusammenstellung der dort angewandten Manipulation von Zahlenreihen, die aus schlechten Fundamentaldaten einen Erfolg proklamiert hatten, wurde auf der Webseite querschuesse.de am Wochenende unter dem Titel Orwellscher US-Arbeitsmarktbericht veröffentlicht. In meinen älteren Berichten habe ich mich einige Male mit diesem Thema beschäftigt.

 

Die geplante Re-Industrialisierung der Vereinigten Staaten macht nämlich keine Fortschritte. Man konnte trotz der Tausende durch die FED geschaffenen Milliarden US-Dollar noch nicht einmal die Binnenwirtschaft stabilisieren. Und das macht den US-Dollar als eine primäre Binnenwährung der USA zum Abverkaufs-Objekt.

 

So heißt der eigentlich ernstzunehmende Gegner bei der Rückumstellung vom Euro zur Deutschen Mark nicht Frankreich, sondern die Vereinigten Staaten von Amerika. Deshalb muss man ein besonderes Augenmerk auf Nachrichten werfen wie beispielsweise den Besuch des US-Finanzministers Tim Geithner bei dem anstehenden Euro-Gipfel am Ende der Woche.

 

Hierbei geht es dem Imperium nur darum, seinem Vasallen Deutschland zu befehlen, den Euro bis zum letzten Blutstropfen zu verteidigen.

 

Was Politiker und Experten als nicht unumkehrbar proklamieren, ist technisch eigentlich ganz einfach: Der Euro wird durch Deutschland zum alten Umrechnungskurs von 1,95583 DM pro Euro rückabgewickelt. Das hätte für die deutsche Binnenwirtschaft und für die Vermögen erst einmal keine direkten Auswirkungen.

 

Aber es würde wohl zu einer Aufwertung dieser neuen DM an den internationalen Devisen-Märkten kommen. Insbesondere gegenüber den verbliebenen Euro-Staaten. Und damit würde dann auch das geldpolitische Stalingrad für die deutschen Sparer sichtbar werden, das wir eigentlich schon längst haben: Die Ausleihungen an Drittländer, die gleichzeitig unsere Spareinlagen darstellen, müssten zu einem großen Teil als verloren abgeschrieben werden. Warum: Weil die dortigen Schuldner gar nicht in der Lage sind, ihre Schulden überhaupt einmal begleichen zu können.

 

Die Apokalypse droht nicht durch eine nationale Währung, die ein Zahlungsmittel im täglichen Geschäftsverkehr im Inland und über Devisenmärkte mit dem Ausland darstellt. Das Problem ist, dass dem Geld neben seiner Funktion als Zahlungsmittel auch die Funktion eines Wertespeichers zugemessen wurde.

 

Und hier liegt genau das Problem. Unser aus dem Nichts geschaffenes Geld (Fiat Money) kann diese Eigenschaft des Wertespeichers gar nicht haben. Selbst zu Zeiten des Goldstandards  war nur das Zentralbankgeld mit Gold gedeckt. Wobei zuerst den Bürgern die Möglichkeit genommen wurde, ihr Geld zu einem festen (und unveränderlichen) Umtauschkurs bei der Zentralbank in Gold umzutauschen. Und mit der Schließung des Goldfensters durch den damaligen US-Präsidenten Nixon konnten auch nicht mehr die Notenbanken anderer Staaten, die US-Dollar für ihre Waren und Dienstleistungen erhielten, ihre Währungsreserven in Gold umtauschen.

 

Wenn Geld aber nur Zahlungsmittel ist, dann sind ein Großteil der von der Finanz-Industrie den Bürgern verkauften Produkten, die einen Werterhalt und zum größten Teil eine Wertevermehrung suggerieren, falsche Versprechen.

 

Die Maoisten haben mit der 68er-Generation nicht nur den Staats-Apparat in ihrem Sinne geformt, sondern sie haben uns des Gefühls beraubt, wahre Werte zu erkennen und darin zu investieren. Denn wie die Gesellschaft durch den Marsch durch die Institutionen mit der Zeit unterwandert wurde, mit genau derselben Methode wurde die Finanz-Industrie umgestaltet. Aus dem konservativen Banker der Vergangenheit wurden C-Klasse Vorstände und CEOs, die uns eine Scheinwelt von Werteerhalt mit Hilfe ihrer Finanz-Innovationsprodukte suggerieren. Deren System besteht nicht nur daraus, unsere Vermögenswerte als Nachschuldner für eine noch stärker ungehemmte Ausweitung der Kredit-Geldmenge zu vereinnahmen. Sondern uns Produkte mit Zinssätzen anzubieten, die real eine Werteverminderung darstellen.

 

Gold ist der ultimative Wertespeicher – es bringt zwar keine Zinsen, aber erwirtschaftet dafür auch keine negative Realverzinsung, wie unsere derzeitigen Finanz-Produkte.

 

Der Goldmarkt stand heute unter dem Eindruck des Euro-Gipfels zum Ende der Woche. Die beiden physischen Fixing-Punkte tendierten mit $1.744,00 (EUR 1.296,08) und $1.744,00 (EUR 1.295,50) etwas schwächer als noch am letzten Freitag. Aber mit Beginn des Handels an der New Yorker COMEX setzte die erste Drückungs-Runde ein. Gold wurde bis knapp oberhalb der Marke von $1.730 gedrückt.

 

Nachdem sich der Kurs zum P.M. Fix wieder auf $1.744 befestigen konnte – man wollte wohl seine physischen Gold-Reserven für die weiteren Drückungs-Aktionen am Dienstag schonen – ging es bis zum Schluss des COMEX-Handels stetig bergab. Bis Gold schließlich bei $1.731,00 den heutigen Handel an der COMEX beendete. Also den Tiefpunkt, der mit Beginn des COMEX-Handels bereits schon einmal erreicht wurde.

 

Direkt im Anschluss an den COMEX-Schluss wurde Gold im Access Handel um mehr als zehn Dollar gedrückt. Es ist zu erwarten, dass das Gold-Kartell morgen diese Marke zum A.M. Fix physisch absichern wird, um die Drückung fortsetzen zu können.

 

Für die Drückungs-Theorie spricht neben dem Kursmuster und dem Termin-Kalender, dass der Euro eher stabil gegenüber dem US-Dollar tendierte und die Aktienmärkte weiter zulegen konnten.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.744,00

(€1.296,08)

$1.751,00

(€1.298,29)

- $7,00

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.744,00

(€1.295,50)

$1.747,00

(€1.295,90)

- $3,00

COMEX Schlusskurs

$1.731,00

NA

$1.747,00

NA

- $16,00

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$32,48

(€24,17)

$33,15

(€24,56)

- $0,67

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.534,00

(€1.140,95)

$1.559,00

(€1.154,40)

- $25,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$642,00

(€477,50)

$653,00

(€483,50)

- $11,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

78,4

78,6

- 0,2

Renditen 10-jährige Treasuries

2,1 %

2,0 %

+ 0,1 %

Quotient aus USDX und Renditen

37,3

39,3

- 2,0

 

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