|
Bericht für den 6. Dezember 2011 Versailles 4.0 Langsam kommen die
Wahrheiten auch in der System-Presse ans Licht der Öffentlichkeit. So zitiert
Jan Fleischhauer in seiner Kolumne Der
Schwarze Kanal auf SPIEGEL ONLINE in seinem Bericht Deutsche, aufs Sünderbänkchen den
der Deutschtümelei sicherlich unverdächtigen britischen Historiker Niall Fergusson mit den folgenden
Worten: Der britische Historiker Niall Fergusson hat kürzlich
ausgerechnet, dass sich die Nettozahlungen der Bundesbürger zwischen 1958 und
1992 auf mehr als 162 Milliarden D-Mark beliefen, hinzu kamen 379 Milliarden
D-Mark an sogenannten Transferleistungen ohne Gegenleistungen. Das böse Wort von der
fortgesetzten Ausplünderung Deutschlands durch das Diktat von Versailles vom
Juni 1919 fällt zwar nicht, aber Jan Fleischhauer traut sich zumindest mit der
folgenden Passage, seiner Leserschaft die Größenordnungen dieser
Nachkriegszahlungen begreiflich zu machen: Das
entspricht zusammengenommen etwa dem, was den Deutschen nach dem ersten Weltkrieg
an Reparationszahlungen aufgebürdet wurde. Diese Aussage allein
stellt schon eine journalistische Revolution dar, denn bislang wollte uns die
Nachkriegs-Siegerpropaganda immer einreden, dass man die Fehler von Versailles
nicht noch einmal wiederholen wollte und deshalb auf Reparationszahlungen
verzichtet habe. Ich lag also falsch mit
meiner These, dass erst die Euro-Einführung die Ausplünderung Deutschlands im
Sinne eines Diktats von Versailles 2.0 initiiert habe. Dieses
Versailles 2.0 hat bereits vor der Euro-Einführung stattgefunden, und selbst
Fleischhauer meint, dass es damit eigentlich schon genug sei: Man mag es ihnen also nachsehen (Anmerkung:
Gemeint sind die Deutschen), wenn sie finden, sie
hätten ihre finanzielle Bringschuld erbracht. Dann muss wohl die Phase
von der Euro-Einführung bis zu der beginnenden Euro-Krise im Frühjahr 2010 Versailles 3.0
gewesen sein. Denn während dieser Zeit flossen deutsche Spargelder, die
aufgrund der erbrachten Leistungen für Waren und Dienstleistungen an die sogenannten
Defizitländer verdient wurden, in genau diese Länder zurück. Ein Großteil davon
türmt sich nun im Banken- und Versicherungssystem als praktisch uneinbringliche
Konsum-Schulden dieser Länder – und stellt somit einen großen Teil der
deutschen Sparvermögen dar. Der andere Teil wurde in schicke Zweithäuser und
Ferienappartements in den Südländern der Euro-Zone versenkt – die
Höchstpreise, die auf den dortigen Immobilienmärkten erzielt wurden, stellen
genauso eine Illusion von Vermögen dar, wie die Hoffnung darauf, von den an
Griechenland, Italien & Co verliehenen
Geldern einen Großteil wiedersehen zu können. Hatte die Versailles 2.0
– Phase noch über drei Jahrzehnte gedauert, so wurden den Deutschen
innerhalb des nächsten Jahrzehnts mit dem Friedensprojekt Euro – von
dem ich im Übrigen meine, dass es augenblicklich und rückstandsfrei beseitigt
werden müsse – noch einmal indirekte Reparations-Zahlungen in der
gleichen Größenordnung aufgebürdet. Seit der Euro-Krise
vertrauen die Sparer diesem System nicht mehr. Und auch die über Jahre im Wert
steigenden dortigen Immobilien verlieren immer mehr an Wert. Also muss ein
System der Anschluss-Finanzierung her: Versailles 4.0 ist geboren. Seine Merkmale sind:
Der Euro-Rettungsfond EFSF mit 211 Milliarden Euro, Kredite der Bundesbank an
die nationalen Notenbanken der Euro-Südländer über das Target2-System mit 462
Milliarden Euro, 30 Milliarden Euro für Deutschlands Anteil an den Ankäufen
wertloser Staatsanleihen der PIIGS-Staaten durch die
EZB, 20 Milliarden Euro für Deutschland Anteil an den IWF-Hilfen zur
Euro-Rettung und schließlich 51 Milliarden Euro für die Griechenland-Hilfe.
Insgesamt hat Versailles 4.0 seit dem Frühjahr 2010 schon Reparations-Zahlungen
von über 770 Milliarden Euro aus Deutschland herausgepresst. Wäre es nicht langsam an
der Zeit, sich der Zecken zu entledigen, die nun seit fast einhundert Jahren
den Wirt Deutschland aussaugen – und das mit sprunghaft wachsender
Intensität? Die Goldpreis-Drückung
setzte, wie in meinem gestrigen Bericht vermutet, heute früh im asiatischen
Handel ein. Zum Londoner Vormittags-Fixing wurde der gestern im Access Handel
gedrückte Goldpreis mit $1.720,00 (EUR 1.284,54) physisch abgesichert. Bis dahin lief alles
nach Plan bei der Goldpreis-Drückung. Und mit Beginn des New
Yorker COMEX-Handels zündete auch der schon
allbekannte Drückungs-Booster, der zum P.M. Fix Gold
dann schließlich auf $1.708,00 (EUR 1.275,58) fallen ließ. Wir stehen jetzt $36
niedriger als noch vor 24 Stunden. Dann begann der Goldpreis
aber kontinuierlich zu steigen. Bis zum COMEX-Schluss
das gelbe Metall wieder zwanzig Dollar zulegen konnte. Ein wirklich
eindrucksvoller Turnaround. Mit $1.728,10 (EUR
1.288,57) stand Gold zum COMEX-Schluss jetzt nur noch
drei Dollar niedriger als gestern zu der gleichen Zeit. Wenn man sich die
Tageskurven von gestern und heute ansieht, dann fällt einem vielleicht auf,
dass die heutige Kurve gespiegelt an der $1.725er-Marke verläuft. Das heißt,
die Goldpreis-Drückung hat in der Summe kaum etwas gebracht – und es
wurde dabei wohl viel physisches Gold auf den Markt geworfen. Wichtige Marktdaten im Überblick
©
Copyright Dr. Neugebauer Handels-Consulting 2009-2011 |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||