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Bericht für den 9. Dezember 2011 Sinn-volle Erklärung? Mit der Bogenberger Erklärung sorgen sich Ifo-Chef Hans-Werner Sinn
und andere Unterzeichner um die Lage der Europäischen Währungsunion. Nun will ich natürlich
nicht den Inhalt der 16 dort verbreiteten Thesen wiedergeben. Denn das würde
den Umfang dieses Berichts bei weitem überschreiten. Aber die Thesen IV. (Eigenmächtige Selbsthilfe mit der Druckerpresse)
und V. (Fehlende Gegenwerte) zeigen sehr
deutlich auf, wer hier die eigentlichen Gewinner sind – und wer als
Verlierer sein Vermögen bereits Dritten übertragen hat. Die Kapitalflucht aus
Ländern wie Griechenland und Italien ging die letzten Wochen (für Italien) und
Monate (für Griechenland) durch die Presse. Erstaunlich war bereits die
Feststellung, dass hunderte von Milliarden Euro aus Griechenland auf Schweizer
und Deutsche Konten geflossen sein sollten. Die 81,7 Millionen
Deutsche besitzen ein Geldvermögen von 4.600 Milliarden Euro. Darin enthalten
sind allerdings Aktien, Beteiligungen und Pensionsrückstellungen, die nicht
einfach über Landesgrenzen transferiert werden können. Angenommen die 10,8
Millionen Griechen hätten ein gleich hohes Geldvermögen wie die Deutschen
– also im Schnitt 56.300 Euro pro Kopf – dann betrüge das Geldvermögen
der Griechen insgesamt 608 Milliarden Euro. Nun sind aber schon mehrere hundert
Milliarden Euro davon ins Ausland abgeflossen. Man stellt sich also die
Frage, wie die als arm geltenden Griechen zu solch einem hohen Geldvermögen
gekommen sind. Betrachten wir dazu den letzten Absatz der These IV.: Seit dem Sommer ist eine gewaltige Kapitalflucht von Italien
nach Deutschland im Gang, bei der italienische Vermögensbesitzer mit neu
gedrucktem Geld deutsche Firmen, Immobilien und Wertpapiere erwerben, während
Deutschland sich im Austausch dafür mit dem Aufbau weiterer Target-Forderungen
der Bundesbank gegen das EZB-System begnügen muss. Die Notenpresse in Italien
läuft heiß, und bei der Bundesbank wird das hereinströmende Geld geschreddert. Es gibt bislang keine Grenze für diesen
Prozess. Nun ist diese Methode,
mit frisch gedrucktem Geld wirkliche Vermögenswerte zu erwerben, ja nichts
Neues. Schließlich hat die US-Dollar Marionetten-Regierung Schröder/Fischer
während ihrer Regierungszeit das bisherige System der deutschen
Vermögens-Beschützung – die sogenannte Deutschland AG – gezielt
zerstört und so ihren atlantischen Herren die Möglichkeit eröffnet, deutsche
Firmen und Immobilien gegen per Notenpresse geschaffene Dollar zu erwerben. Nachdem man dem
angloamerikanischen Vermögens-Räubern schon vor mehreren Jahren die
attraktivsten deutschen Vermögenswerte überlassen hatte, dürfen sich nun die
Südländer der Euro-Zone mit ähnlichen Methoden an der deutschen Substanz
bedienen. Dafür mussten sie zwar ihre eigenen Industrien opfern – aber
die Methode andere Völker für sich arbeiten zu lassen, war ja schon zu den
Kolonial-Zeiten sehr attraktiv gewesen. Was haben sich auf der
Gegenseite die Deutschen ansparen dürfen, die ja riesige
Handels-Bilanzüberschüsse gegen die anderen Euro-Länder erwirtschafteten. Dazu
wieder ein Zitat im zweiten Absatz der These V.: In
den drei Jahren von 2008 bis 2010 hatte Deutschland gegenüber den anderen
Euroländern einen Leistungsbilanzüberschuss von 264 Milliarden Euro. Dafür hat
es in seiner Gesamtheit aber praktisch keine marktüblichen Vermögensansprüche
gegen das Ausland wie zum Beispiel Fabriken, Immobilien oder Wertpapiere
erhalten. Auf gut Deutsch: Die
Anderen haben Geld aus dem Nichts geschaffen und dafür reale
Vermögensgegenstände in Deutschland erwerben dürfen. Praktisch ohne
Arbeitsleistung. Und die Deutschen haben sich einen Haufen Papier erschaffen
für die von ihren produzierten Waren. Das klingt paradox
– ist aber die bittere Wahrheit. Während sich Deutschland
zu Zeiten der rot/grünen Regierung arm deflationiert
hat, haben sich die anderen Nationen reich gedruckt. Es gab einmal eine Zeit
in den zwanziger und dreißiger Jahren des letzten Jahrhunderts, da hat das
Reichsbank-Supergenie Hjalmar Schacht diese Methode mit genau anderen Vorzeichen
zum Vorteil Deutschlands angewandt. Denn aufgrund der Regelungen des Versailler
Diktats konnte Deutschland keine Vermögenswerte in Gold anhäufen, weil diese
sofort als Reparationen an die Alliierten abgeliefert werden mussten.
Frankreich war beispielsweise in den dreißiger Jahren neben den Vereinigten
Staaten der weltweit größte Halter von Gold-Reserven. Und in einem goldgedeckten Währungssystem hätte diese Nation eigentlich
die Regeln bestimmen müssen. Aber Frankreich machte
damals genau den gleichen Fehler wie Deutschland heute: Man setzte auf die
Überlegenheit des wahren Geldes – und führte mit der durch die
Weltwirtschafts-Krise ausgelösten Deflation seine eigene Wirtschaft in die
Stagnation. Während sein deutscher
Gegenpart in der ersten Phase dieses Währungskriegs seine Schulden weginflationierte und damit die internationalen Schuldner
kalt enteignete. Und nebenbei die deutsche Industrie von ihren Schulden
befreite. In der zweiten Phase
wurde die Industrie (nebst der Rüstungs-Industrie) durch ein massives
Gelddruck-Programm wiederaufgebaut. Dies geschah alles unter dem Regime des
seinerzeit noch geltenden Gold-Standards. Die Reichsbank durfte damals also
nicht wie die Notenbanken heute praktisch unlimitiert Geld aus dem Nichts erschaffen.
Dafür erfanden Schacht & Co aber andere Finanz-Instrumente, die praktisch
eine Schatten-Geldmenge darstellten. Mefo-Wechsel
waren beispielsweise solch ein Instrument. Ein anderes Instrument
war das Abschöpfen von Kaufkraft bei den Bürgern. Die Ansparleistung der Bürger
für den damaligen KdF-Wagen (Volkswagen - Käfer)
stellte eine solche Maßnahme dar. Am Ende hatte
Deutschland eine moderne und hochgerüstete Industrie praktisch ohne eigene Gold-Reserven
aufbauen können, während Frankreich auf seinem Gold mit veralteter
Infrastruktur saß. Man sieht: Selbst mit
Währungspolitik kann man Blitzsiege erringen. Und Gold kann nicht kämpfen. Hans-Werner Sinn und
seine Unterzeichner kommen am Ende der These V zu dem ernüchternden Schluss: Die Bürger haben dann umsonst gearbeitet. Was haben wir nun daraus
gelernt? Erstens: Derjenige, der
geschickt druckt und mit diesem Scheinvermögen wirkliches Vermögen entweder
erwirbt oder schafft, wird der Gewinner sein gegenüber demjenigen, der versucht
durch eine solide Währungspolitik im internationalen Wettbewerb zu bestehen. Haben denn Sinn & Co
noch immer nicht aus den beiden Beispielen Hjalmar Schacht und dem Schicksal
der ehemaligen Deutschland AG gelernt? Warum schlagen sie dann Maßnahmen in
ihrer Bogenberger Erklärung vor, welche die Situation
aus deutscher Sicht nicht verbessern, sondern eher verschlechtern werden? Oder um es noch
drastischer auszudrücken: Die Deutschland letztendlich zerstören werden. Denn
die Ersparnisse der Bürger sind sowieso schon weg – dass die Deutschen
umsonst gearbeitet haben, daran können selbst Angela Merkel und Hans-Werner
Sinn nichts mehr ändern. Ist es vielleicht so,
dass die Sinn-volle Erklärung doch eher sinnentleert
ist. Was wir brauchen, sind Finanz-Genies wie Schacht und nicht einen neo-Brüning Sinn. Erst wenn die
Papierwährungen weltweit abbrennen, können wir ernsthaft über eine solide
Währungspolitik auf Basis von Gold reden. In der Zwischenzeit gilt: Derjenige,
der am Unverschämtesten druckt, kann die zukünftigen Vermögenswerte für den Tag
0 anhäufen. Warum druckt die
Bundesbank nicht auch Euros und sammelt damit international die Goldvorräte
ein? Wichtige Marktdaten im Überblick
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