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Bericht für den 13. Dezember 2011 Auf den Terminkalender ist Verlass In der Welt der
Finanz-Akrobaten ist es dem Außerstehenden praktisch unmöglich, die Bewegung
der Märkte in der einen oder anderen Richtung bewerten zu können. Und erst
recht, sie vorhersagen zu können. Denn spätestens seit dem
Jahr 2008 sind nicht die Marktkräfte, die Finanzprodukte und Dienstleistungen
nachfragen beziehungsweise anbieten die dominanten Spieler. Sondern die
Notenbanken haben diese Rolle übernommen. Und je schärfer die Krisen werden,
desto größer wird deren Einfluss auf das Marktgeschehen. Das mögen die Lohnschreiberlinge
der zum größten Teil ahnungslosen Finanz-Presse als Verschwörungs-Theorie
abtun. Aber ohne die Eingriffe der Notenbanken gäbe es seit der Notrettung von Bear Stearns im Frühjahr 2008 das
derzeitige Finanzsystem nicht mehr. Nun sind die Notenbanken
mit ihren tausende von Mitarbeitern umfassenden Stäben natürlich nicht so dumm,
sich bei ihren Aktionen von der Masse beobachten zu lassen. Dass sie in Form öffentlich
zugänglicher Berichte monatlich und zum Teil wöchentlich Teile ihrer
Aktivitäten in Form von Bilanzen, Geldmengen-Aggregaten
et cetera preisgeben müssen, erschwert ihre Arbeit im
Untergrund. Sie bedienen sich deshalb Helfershelfern, die in ihren Auftrag die
eigentliche Drecksarbeit an den Märkten leisten: Die Geschäfts- und
Investmentbanken. Auf eine Konstante kann
sich der Investor aber trotz dessen immer noch verlassen: Auf den
Terminkalender. Es gibt Zeitpunkte, zu
denen beispielsweise Gold nachweislich gedrückt wird. Entweder vor diesem
Zeitpunkt, weil man dort für den Goldpreis positive Entscheidungen treffen wird.
Oder nach diesem Zeitpunkt, weil man dem Markt Enttäuschung über eine nicht
getroffene, aber angeblich erwartete Entscheidung vorheucheln möchte. Heute stand das Treffen
des Offenmarktausschusses (FOMC) der FED auf dem Kalender. Bereits gestern
haben wir einen massiven Angriff auf den Goldpreis gesehen. Ob dieser nun im
Nachgang des EU-Gipfels oder im Vorfeld der FED-Meetings gedrückt wurde, ist eigentlich belanglos. Aber die Augen richten
sich derzeit sowieso nicht auf die Vereinigten Staaten und ihren US-Dollar.
Deshalb veränderte sich der Kurs des gelben Metalls im Vorfeld des heutigen
FED-Meetings auch nicht. Es kam zu den wichtigen Marken des Tages sogar zu
einer moderaten Erholung. Nachdem das FOMC –
erwartungsgemäß – entschieden hatte, nichts zu entscheiden, sackte der
Goldpreis im sowieso schon sehr engen Access Handel um bis zu $40 ab. Zum Ende
des Handels in New York konnte sich das gelbe Metall dann zwar noch um zehn
Dollar erholen. Aber mit einem Schluss-Stand von $1.630,90 ist dem Gold-Kartell
ein erneuter Coup gelungen. Im Gegensatz zu der
Europäischen Zentralbank (EZB) hat die FED inzwischen
ihr geldpolitisches Arsenal verschossen. Die Maßnahmen der Vergangenheit haben
außer die Aktien- und andere Asset-Märkte in die Höhe
zu treiben, wenig zum wirtschaftlichen Wiederaufstieg der US-Wirtschaft
beigetragen. Dazu sind ganz andere Maßnahmen nötig, welche die Politik und
nicht die Notenbank treiben müsste. Wer also weitere geldpolitische Maßnahmen
von solchen FOMC-Sitzungen erwartet, der fällt auf
die Propaganda herein, mit der die Aktionen des Gold-Kartells
nachrichtentechnisch verschleiert werden sollen. Werfen wir abschließend
noch einmal einen Blick auf die Situation in den Vereinigten Staaten. Über
diese Weltmacht haben sich Legenden in unsere Gehirne eingebrannt, von denen
man sich mit der Zeit verabschieden sollte. Legende Nummer 1: Die USA sind eine große Industrienation. Legende Nummer 2: In den USA steht die Freiheit
über dem Staatsapparat. Man sieht, die
Vereinigten Staaten haben strukturelle Probleme, die nicht durch die
Notenpresse lösbar sind. Wir in Europa brauchen allerdings nicht vom hohen Ross
auf die USA herunterschauen: Denn unsere Probleme sind
von der Struktur her ähnlich kritisch. Wichtige Marktdaten im Überblick
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