Bericht für den 14. Dezember 2011

 

Gold-Kartell wütet auf den Edelmetall-Märkten

 

Die Termine um die FOMC-Meetings verkommen langsam zu einem reinen Edelmetall-Abschlachte-Fest. Diesen Eindruck musste man bei Betrachtung der heutigen Preisentwicklung bei Gold, Silber und auch den beiden PGM-Metallen Palladium und Platin gewinnen.

 

So fielen, wenn man die Kurse von gestern zum COMEX-Schluss mit den heutigen Tiefstpreisen vergleicht:

 

·             Gold von $1.660 auf $1.560, d.h. $100 oder 6,0 Prozent

·             Silber von $31,25 auf $28,40, d.h. $2,85 oder 9,1 Prozent

·             Platin von $1.490 auf $1.405, d.h. $85 oder 5,7 Prozent

·             Palladium von $660 auf unter $600, d.h. $60 oder 9,1 Prozent

 

Im Jahresvergleich hat Silber seine kompletten Gewinne der letzten 12 Monate wieder abgeben müssen. Gold steht im Jahresvergleich nur noch mit 14 Prozent im Plus.

 

Palladium steht inzwischen knapp 20 Prozent im Minus. Nicht viel besser ergeht es Platin, das im 12-Monatsvergleich 18 Prozent verloren hat.

 

Je weniger geldig, desto schlechter scheint die Jahres-Performance zu sein.

 

Das erinnert mich ein wenig an die Preisentwicklung des Jahres 2008, wo Gold praktisch unverändert war, während Silber einen Viertel seines Wertes einbüßte und Palladium sogar die Hälfte.

 

Stehen wir also vor einer erneuten Phase des Deleveraging – oder anders ausgedrückt einer Assetpreis-Deflation, die im Jahr 2008 durch die Pleite von Lehman Brothers erzwunden wurde. Und heute – da haben wir die merkwürdige Pleite des Future-Brokers MF Global. Und natürlich den Dauerkrisen-Kandidaten Euro.

 

Hier spielt jemand die Deflations-Karte, um ein Abrutschen der Papierwährungen wegen massiven Gelddruckens in die Hyper-Inflation zu vermeiden. Dafür werden nacheinander die Gold-Keller der Notenbanken geopfert, die noch über physische Goldreserven verfügen.

 

Zurück zum heutigen Geschehen im Einzelnen. Die heutige Drückung kündigte sich bereits gestern Abend nach dem FED-Meeting in Form eines vierzig Dollar umfassenden Preisrückgangs im Access Handel an.

 

Im frühen asiatischen Handel konnte sich das gelbe Metall zwar um zehn Dollar erholen. Aber in den ersten Stunden des Londoner Vormittags-Handels zeichnete sich bereits ab, dass dieser Erholung ein erneuter Angriff auf den Goldpreis folgen dürfte.

 

Der A.M. Fix kam mit $1.635,00 (EUR 1.255,18) um dreißig Dollar niedriger als noch vor 24 Stunden zustande. Das Gold-Kartell hat also physische Reserven in den Markt geworfen, um die Preisdrückung vom Vortag auch physisch abzusichern.

 

Mit Beginn des COMEX-Handels wechselten dann die Kurse schnell von grün auf rot. Bis zum P.M. Fix ging es praktisch linear abwärts – wenn auch (noch) nicht in der Wasserfall-Formation, die wir vom Gold-Kartell her kennen.

 

Der P.M. Fix bestätigte mit $1.603,00 (EUR 1.235,26) diese Entwicklung. Gold steht nun mit $70 auf Tagesbasis im Minus.

 

Eine halbe Stunde später folgte dann das, was man sich aus Rücksicht auf seine physische Reserven nicht getraut hat: Innerhalb weniger Minuten fiel der Kurs des gelben Metalls um vierzig Dollar bis auf $1.560.

 

Zum COMEX-Schluss konnte sich Gold zwar wieder um zwanzig Dollar erholen, aber der COMEX-Schlussstand war mit $1.583,90 (EUR 1.217,94) um $76 niedriger als noch vor 24 Stunden.

 

Auf der anderen Seite strotzte der US-Dollar heute nur so vor Stärke. Der US-Dollarindex legt 0,2 Punkte auf 80,5 zu. Und die Real-Renditen der 10-jährigen Treasury Notes fielen um 0,1 Prozentpunkte auf 1,9 Prozent. Dadurch stieg der von mir ermittelte Quotient aus dem USDX und den Real-Renditen um 2,2 Punkte auf 42,4 – very strong.

 

In der derzeitigen Phase bleibt einem nichts weiter übrig, als die derzeitige Situation auszusitzen. Denn solange dem Gold-Kartell weiterhin Zentralbank-Goldreserven aus Italien zur Verfügung stehen, bleibt das Gold-Kartell gefährlich.

 

Aber noch gefährlicher ist es, Papier-Anlagen in Form von US-Dollar oder Euro zu besitzen. Denn deren Fortune kann schneller umschlagen, als viele Investoren reagieren können. Und selbst wenn es zu keinem Währungs-Kollaps kommen sollte, dann drohen Enteignungen durch die Politik des Gelddruckens und bereits durch die Politiker heftig diskutierten Vermögens-Abgaben.

 

Levis Holle von der Boston Consulting Group (BCG) ist ja erst kürzlich zum Chef der Abteilung VII im Bundesfinanz-Ministerium berufen worden. Diese Abteilung für Finanzmarktpolitik wird neben der Abteilung I von Jörg Asmussen geführt. Aber mehr über die Pläne aus dem Think Tank der BCG und ihres neuen trojanischen Pferdes in der Politik im morgigen Bericht.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.635,00

(€1.255,18)

$1.665,00

(€1.262,22)

- $30,00

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.603,00

(€1.235,26)

$1.672,50

(€1.267,14)

- $69,50

COMEX Schlusskurs

$1.583,90

(€1.217,94)

$1.659,60

NA

- $75,70

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$29,92

(€23,02)

$31,34

(€23,72)

- $1,42

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.454,00

(€1.120,60)

$1.492,00

(€1.132,00)

- $38,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$617,00

(€475,55)

$661,00

(€501,50)

- $44,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

80,5

80,3

+ 0,2

Renditen 10-jährige Treasuries

1,9 %

2,0 %

- 0,1 %

Quotient aus USDX und Renditen

42,4

40,2

+ 2,2

 

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