Bericht für den 30. Dezember 2011

 

Jahresrückblick 2011

Gold konnte dieses Jahr mit einem Plus von 11,6 Prozent in US-Dollar und 15,3 Prozent in Euro beenden.

Dieser mit 11,6 Prozent unterdurchschnittliche Anstieg korrigierte aber nur die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) von knapp 20 Prozent beim US-Dollar. Im 2-Jahresrhythmus betrug diese 19,4 Prozent, im 5-Jahresrhythmus 19,9 Prozent und über den Zeitraum von 10 Jahren 19,0 Prozent. Man kann hier sehr schön ablesen, welche Steigerungs-Raten das Gold-Kartell dem gelben Metall zugesteht.

In der ersten Jahreshälfte 2011 stieg Gold noch langsam aber stetig an. Der in den ersten sechs Monaten erzielte Preiszuwachs betrug in etwa $150. Dann verschärfte sich die Situation an den Weltfinanz-Märkten durch die Beinahe-Pleite des US-Bundeshaushalts, die schließlich in einem Downgrading der Vereinigten Staaten durch die Rating-Agentur Standard & Poors gipfelte.

In der Folge stieg Gold von einem Niveau bei $1.550 relativ schnell an, bis es Mitte August ein Top bei $1.900 ausbildete. In der Folge kam es dann zu einem kräftigen Einbruch bis zur Marke von $1.700. Die verschärfte Euro-Krise ließ Gold dann erneut bis auf $1.900 ansteigen. Erneut konnte diese Marke nicht durchbrochen werden, so dass sich eine bearische Doppeltop-Formation ausbildete.

War es bei dem ersten Einbruch noch die Unterstützung durch das erbeutete libysche Gold, das den Einbruch um $200 bewerkstelligen half, waren es bei der zweiten Drückung im wesentlichen Goldbestände der PIIGS-Staaten, auf die das Gold-Kartell Zugriff bekommen hat.

Die Folge war, dass im zweiten Halbjahr der Goldpreis gegenüber dem US-Dollar stagnierte. Im Hinblick auf die extreme Stärke des US-Dollars, die sich sowohl in dem US-Dollarindex als auch in den Real-Renditen der 10-jährigen Treasury Notes bemerkbar machte, tendierte Gold noch relativ stabil.

Ich denke, dass die Abstufung der Bonität der USA durch S&P ein gezieltes Manöver wie im Herbst 2008 die Pleite von Lehman Brothers war, um die Flucht in Rohstoffe und Edelmetalle zu stoppen und das US-Dollarimperium vor dem Zusammenbruch zu bewahren.

Interessant ist hier ein Jahresvergleich bei dem USDX und den Real-Renditen: So betrug am Jahresende 2010 der USDX noch 79,0 – heute sind es 1,2 Punkte mehr. Wesentlich drastischer verlief jedoch die Entwicklung der Real-Renditen der 10-jährigen US-Staatspapiere: von 3,3 Prozent auf heute 1,9 Prozent – und das trotz des Verlusts des AAA-Ratings.

Der von mir ermittelte Quotient aus dem USDX und den Real-Renditen, der ein Maß der Stärke im US-Dollarraum ist, explodierte in diesem Jahr von 23,9 auf 42,2 Punkte.

Die Performance im Einjahres-, Zweijahres-, Fünfjahres- und Zehnjahresvergleich in den beiden Währungen US-Dollar und Euro ist in nachfolgender Tabelle dargestellt.

Gold-Preis

(A.M. Fix)

Zeitraum

Performance

(absolut)

Performance

(jährlich)

30.12.2011

$1.574,50

€1.217,05

 

 

 

31.12.2010

$1.410,25

€1.055,10

1 Jahr

 

11,6%

15,3%

 

11,6%

15,3%

31.12.2009

$1.104,00

€766,40

2 Jahre

 

42,6%

58,8%

 

19,4%

26,0%

31.12.2006

$635,70

€482,76

5 Jahre

 

147,7%

152,1%

 

19,9%

20,3%

31.12.2001

$276,50

€312,39

10 Jahre

 

469,4%

289,6%

 

19,0%

14,6%

 

Kommen wir zu der Entwicklung des Silber-Preises.

Ich hatte die kräftige Preisentwicklung des weißen Metalls in den letzten Monaten des Jahres 2010 schon vor einem Jahr kritisch mit folgenden Kommentar im Jahresrückblick 2010 hinterfragt: Für das neue Jahr bleibt abzuwarten, ob der Trend mit einem 70-prozentigen Preisanstieg innerhalb von vier Monaten gehalten werden kann.

Heute wissen wir: Konnte er nicht. Silber verlor im Laufe dieses Jahres 8,0 Prozent in US-Dollar und 4,8 Prozent in Euro.

Nun hat sich Silber ja im Jahr davor extrem gut entwickelt, so dass im 2-Jahresvergleich doch noch ein durchschnittlicher jährlicher Preisanstieg (CAGR) von 28,8 Prozent in US-Dollar und 35,9 Prozent in Euro zustande kam.

Interessant die Preisentwicklung beim Silber im Vergleich zum Gold über den Zeitraum von zehn Jahren: Dort war der durchschnittliche jährliche Preisanstieg beim Silber mit 20,1 Prozent in US-Dollar nur unwesentlich besser als die 19,0 Prozent beim Gold.

In den ersten vier Monaten des Jahres 2011 setzte sich erst einmal der kräftige Preisanstieg der letzten vier Monate des Jahres 2010 fort. Anfang Mai erreichte Silber dann fast die Marke von $50. Dann setzte eine heftige Preis-Korrektur ein, die Silber auf unter $35 fallen ließ. Das weiße Metall konnte in der Folge der Verwerfungen durch die US-Schuldenkrise und auch die Euro-Krise nicht so stark von dem Preisanstieg, den Gold zu verzeichnen hatte, profitieren. Als Gold dann schließlich bei $1.900 sein Top bildete und dann um $200 einbrach, ging es beim Silber von $40 auf Preise unter die Marke von $30 herunter.

Die Performance von Silber im Einjahres-, Zweijahres-, Fünfjahres- und Zehnjahresvergleich in den beiden Währungen US-Dollar und Euro ist in nachfolgender Tabelle dargestellt.

Silber-Preis

(Fix)

Zeitraum

Performance

(absolut)

Performance

(jährlich)

30.12.2011

$28,18

€21,79

 

 

 

31.12.2010

$30,63

€22,88

1 Jahr

 

-8,0%

-4,8%

 

-8,0%

-4,8%

31.12.2009

$16,99

€11,80

2 Jahre

 

65,9%

84,7%

 

28,8%

35,9%

31.12.2006

$12,90

€9,79

5 Jahre

 

118,4%

122,6%

 

16,9%

17,4%

31.12.2001

$4,52

€5,11

10 Jahre

 

523,5%

326,4%

 

20,1%

15,6%

 

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.574,50

(€1.217,05)

$1.537,50

(€1.192,32)

+ $37,00

Gold P.M. Fix (LBMA)

Kein Fixing

$1.531,00

(€1.184,16)

 

COMEX Schlusskurs

$1.566,00

NA

$1.540,00

NA

+ $26,00

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$28,18

(€21,79)

$26,16

(€20,33)

+ $2,02

Platin P.M. Fix (LPPM)

Kein Fixing

$1.354,00

(€1.050,00)

 

Palladium P.M. Fix (LPPM)

Kein Fixing

$630,00

(€488,55)

 

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

80,2

80,4

- 0,2

Renditen 10-jährige Treasuries

1,9 %

1,9 %

unverändert

Quotient aus USDX und Renditen

42,2

42,3

- 0,1

 

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