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Bericht für den 5. Januar 2012 Bankenkrisen-Feuer lodert wieder Die europäischen Banken brauchen dringend frisches
Kapital, damit sie die Eigenkapital-Vorschriften der Europäischen
Bankenaufsicht (EBA) erfüllen können. Eines können die Notenbanken nicht im
Rahmen ihrer Gelddruck-Arien aus dem Nichts schaffen:
Eigenkapital. Natürlich könnte man über Umwege Investoren lang
laufende und billige Kredite verschaffen, die sich dann mit diesem frisch
erschaffenen Geld die jungen Aktien für die Kapital-Erhöhung kaufen würden. In der derzeitigen Situation, in der sich
europäische Banken wie die Unicredit aber auch die
Commerzbank befinden, ein aussichtsloses Unterfangen. Denn Aktien können auf
Basis ihres Börsenwertes jederzeit einer fair value
Bewertung unterzogen werden. Fällt eine teilweise auf Kredit gekaufte Aktie
unterhalb des Niveaus, wo der Eigenanteil beim ursprünglichen Aktienkauf
ausgelöscht wäre, dann müsste die Aktie zwangsverkauft
werden, um den Kredit zurückzahlen zu können. Die Unicredit musste kürzlich
einen reverse stock split
durchführen, das heißt mehrere Alt-Aktien zu einer neuen Aktie verschmelzen,
damit der Börsenkurs dieses neuen Papiers wieder die Mindestanforderungen der
Investment-Gesellschaften und der Börsen erfüllt. Die alten Unicredit-Papiere
wären sonst unter den Mindestpreis gefallen, und ein delisting
an der Börse hätte gedroht. Nun notierte dieses geschrumpfte Papier bei sechs
Euro. Bis bekannt wurde, dass den Altaktionären neue Aktien zum Preis von nur
noch 1,94 Euro angeboten werden sollen. Die Aktie brach daraufhin auf 4,50 Euro
ein. Neben der Unicredit, die
7,5 Milliarden Euro über eine Kapital-Erhöhung aufbringen muss, brauchen auch
die Commerzbank 5,3 Milliarden Euro. Und selbst die sich sonst als besonders
stark sehende Deutsche Bank braucht 3,2 Milliarden Euro. Im Vergleich zu den bisherigen Gelddruck- und
Rettungs-Maßnahmen erscheinen diese Beträge marginal. Sind sie aber nicht, da sie mit freier Liquidität
erbracht werden müssen. Und diese freie Liquidität nimmt in dem derzeitigen
Deflations-Szenario stark ab. Wer keine freie Liquidität mehr hat, der kann
übrigens auch kein Gold mehr kaufen. Jedenfalls hat diese Nachricht heute neben den
Kursen der europäischen Bankaktien auch den Euro kräftig nach unten gedrückt. Dieses Umfeld – Abnahme der freien Liquidität
und Euro-Krise – hat uns in den letzten Monaten schwache Goldkurse
beschert. Nun – das hat sich heute auch auf den Goldpreis
niedergeschlagen. Aber das gelbe Metall strotzt derzeit trotz des starken US-Dollars
wieder vor Stärke. Der asiatische Handel war heute früh anfangs von
stagnierenden Goldpreisen gekennzeichnet. Zum Ende kam dann doch wieder etwas
Kauflust auf, und der Preis stieg über die Marke von
$1.620. Mit Eröffnung des Londoner Vormittags-Handels wurde
der durch das schwache Währungs-Paar EUR/USD ausgelöste Druck auf das in
US-Dollar gehandelte Gold jedoch stärker. Zum A.M. Fix stand Gold dann bei $1.614,50 (EUR 1.256,32) zwar wenige Dollar unter diesem Niveau –
aber immerhin noch zwölf Dollar höher als gestern zu derselben Zeit. Man werfe
jedoch einen Blick auf den Euro-Goldkurs, der EUR 26 zulegte. Mit Eröffnung des COMEX-Handels
in New Yorker wurde Gold dann auf unter $1.600 gedrückt. Die Europäer
intervenierten wohl erneut mit physischem Gold, um den Euro zu stabilisieren.
Der P.M. Fix mit $1.599,00 (EUR 1.250,00) bestätigt mit einem Tagesverlust von
vierzehn Dollar meine Vermutung. Anscheinend ließen sich die Investoren davon aber
nicht abschrecken. Denn fast genauso schnell, wie das gelbe Metall gesunken ist,
konnte es wieder zulegen. Um 18:00 Uhr MEZ war dann wieder die Marke von $1.610
durchbrochen. Bis zum Ende des COMEX-Handels
setzte sich nun die Aufwärtsbewegung fort, und das
gelbe Metall kam nur 20 Cent vor der $1.620er-Marke zum Stehen: $1.619,80 (EUR
1.266,28) lautete die Schluss-Notierung und damit acht Dollar mehr als noch vor
24 Stunden. In Euro betrug der Gewinn sogar EUR 22. Der US-Dollarindex (USDX) legte wegen des schwachen
Euros um 0,8 Punkte auf 80,9 zu.
Wichtige Marktdaten im Überblick
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