Bericht für den 13. Januar 2012

 

Endlich – Der lange überfällige Downgrade

 

Der im gestrigen Bericht wegen meines derzeitigen Zeitunterschieds von acht Stunden beobachtete kräftige Einbruch von Gold im frühen asiatischen Handel am Freitag hatte einen einfachen Grund: Die Rating-Agentur Standard & Poors hat eine Reihe von europäischen Ländern heruntergestuft.

Insbesondere das für das französische Nationalgefühl wichtige AAA-Rating ging heute verloren.

Da die Webseite von Standard & Poors um 23:00 Uhr MEZ wegen Überlastung nicht erreichbar war, hier die Meldungen von zwei Finanzmedien:

CNBC: Standard & Poor's cut the credit ratings of nine European countries on Friday in a widely-anticipated move. Rumors that the downgrades were imminent had been circulating in various reports throughout the day. S&P lowered its long-term rating on Cyprus, Italy, Portugal and Spain by two notches, and cut its rating on Austria, France, Malta, Slovakia and Slovenia by one notch.The credit rating agency affirmed the current long-term ratings for Belgium, Estonia, Finland, Germany, Ireland, Luxembourg and the Netherlands.

Lifeticker der britischen Zeitung The Telegraph:

21.50 Right let's get a sensible list out:

France CUT one notch to AA+

Austria CUT one notch to AA+

Italy CUT two notches to BBB+

Spain CUT two notches to A

Portugal CUT two notches to BB (junk)

Belgium AFFIRMED at AA (the country was cut in November)

Malta CUT one notch to A-

Cyprus CUT two notches to BB+ (junk)

Luxembourg AFFIRMED at AAA

Germany AFFIRMED at AAA

Slovenia CUT one notch to A+

Slovakia CUT one notch to A

Ireland AFFIRMED at BBB+

The Netherlands AFFIRMED at AAA

Estonia AFFIRMED at AA-

Finland AFFIRMED at AAA

All outlooks are negative (meaning the countries could face further downgrades) EXCEPT Germany, and weirdly, Slovakia. More on this in a bit.

Aber viel schwerer wiegt die Tatsache, dass damit wohl auch der europäische Rettungs-Fond EFSF, der bislang auf der relativen Stärke von Deutschland und Frankreich fußt, sein gutes Kreditrating einbüßen dürfte. Die Verluste der Länder, die bislang die Schuldtitel des EFSF gekauft haben, dürften damit inzwischen astronomisch werden.

Wer vor diesem Hintergrund immer noch glauben sollte, dass die sogenannten Euro-Bonds als gesamteuropäische Schuldner-Haftung zu einer Besserung dieser Situation führen würden, der lebt in einer Parallel-Welt der Illusion. Die Kredit-Würdigkeit der Euro-Zonen-Länder gleicht immer mehr einem Horror-Kabinett. Eine Besserung ist nicht in Sicht – eine Verschlechterung nur eine Frage der Zeit.

Bei den Politikern scheint sich deshalb langsam die Erkenntnis durchzusetzen, dass nur noch die EZB mit dem massiven Aufkauf von Staatsanleihen zumindest deren offiziellen Bankrott in Nominal-Euros verhindern kann.

Aber Nominal-Euros stellen eben keinen Wertespeicher dar, der es auch in der Zukunft erlauben würde, mit derselben Menge dieses Wertespeichers die gleiche Menge an Waren und Dienstleistungen zu erwerben, wie heute. Diese Funktion hatte Papiergeld seit Abschaffung der festen Bindung (mit Einlösungs-Verpflichtung) an eine definierte Menge Gold zwar noch nie gehabt. Aber die Kaufkraft-Verluste der Währung Euro werden mit der Zeit immer größer.

Der Euro verlor gegen den US-Dollar zum Ende des COMEX-Handels 1,3 Prozent, nachdem immer mehr Details über Umfang und betroffene Länder dieses Downgrades bekannt geworden sind. Die gestrige Euro-Stärke war also schon im Vorgriff auf die heutige Nachricht von den Notenbanken und ihren Helfershelfern durch Markteingriffe erreicht worden. Gleichzeitig hat man gestern auch Gold schon in Schach gehalten.

Die gestrigen Dollar-Gewinne zu den beiden Londoner Marken gingen heute wieder verloren. Der A.M. Fix kam mit $1.642,00 (EUR 1.281,71) um elf Dollar niedriger als noch vor 24 Stunden zustande. Zum P.M. Fix betrug mit $1.635,50 (EUR 1.289,62) der Verlust sogar $26.

Im Anschluss an den P.M. Fix, der wohl genauso wie die verzweifelten Versuche im asiatischen Handel, Gold als natürlichen Feind der Papier-Währungen, kräftig zu drücken, setzte ein weiterer Preisverfall bis an die Marke von $1.625 ein. Hier waren wohl insbesondere die europäischen Zentralbanken wieder kräftig aktiv, um dem Euro wenigstens einigermaßen stützen zu können.

Gold konnte sich dann zwar wieder auf das Niveau des P.M. Fixes erholen, geriet aber in der letzten Stunde des COMEX-Handels unter Druck und schloss mit $1.629,80 (EUR 1.288,38) um $18 niedriger als noch vor 24 Stunden.

Der US-Dollarindex (USDX) legte wegen des schwachen Euros um 0,6 Punkte auf 81,4 zu.

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.642,00

(€1.281,71)

$1.652,50

(€1.296,18)

- $10,50

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.635,50

(€1.289,62)

$1.661,00

(€1.294,32)

- $25,50

COMEX Schlusskurs

$1.629,80

(€1.288,36)

$1.647,70

NA

- $17,90

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$29,64

(€23,20)

$30,58

(€23,97)

- $0,94

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.479,00

(€1.163,65)

$1.498,00

(€1.172,60)

- $19,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$627,00

(€493,30)

$645,00

(€504,90)

- $18,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

81,4

80,8

+ 0,6

Renditen 10-jährige Treasuries

1,9 %

1,9 %

unverändert

Quotient aus USDX und Renditen

42,8

42,5

+ 0,3

 

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