Bericht für den 18. Januar 2012

 

Gold bleibt weiterhin unter Euro-Kontrolle

 

Man braucht sich nur die intraday Charts vom Gold anzusehen – und schon erkennt man nicht nur, welches Spiel hier gespielt wird. Sondern auch welche Partei dahinter steckt.

Im Anschluss an den gestrigen COMEX-Schluss wurde Gold im späten Access-Handel um bis zu fünf Dollar gedrückt. Mit Eröffnung des asiatischen Handels heute früh konnte das gelbe Metall diese Scharte zwar auswetzen, aber nach zwei Stunden fiel Gold dann wieder plötzlich um zehn Dollar. Um dann in den folgenden vier Stunden wieder auf den gestrigen COMEX-Schusskurs von $1.655 steigen zu können.

Im Vorfeld des Londoner Handels stieg Gold dann in Richtung der Marke von $1.660. Um dann erneut innerhalb von 30 Minuten mit Beginn des Londoner Vormittags-Handels um zehn Dollar abzusacken. Erneut kam es zu einer Erholung, die sich dann um 11:30 Uhr MEZ zum A.M. Fix mit einem Kurs von $1.657,00 (EUR 1.290,80) manifestierte. Ein Verlust im 24-Stundenvergleich von fünf Dollar, aber neun Euro.

Sehen Sie jetzt bereits die Drückungs-Muster und wer als der Hauptgewinner dahinter stecken könnte.

Vielleicht, wenn Sie sich den Kursverlauf während der ersten Stunden des New Yorker COMEX-Handels anschauen. Da passierte innerhalb der ersten 30 Minuten erst einmal überhaupt nichts, und plötzlich sank Gold zum dritten Mal in Folge an diesem Handelstag um zehn Dollar.

Es ist jetzt 16:00 Uhr MEZ und der P.M. Fix mit $1.647,00 (EUR 1.283,21) sollte nun Indizien genug bereitgestellt haben, um sowohl die Intention des Spielers als auch die dahinter stehende Partei identifizieren zu können. Im Vergleich zum gestrigen P.M. Fix fiel Gold nämlich um 19 Euro oder neun Dollar.

Es sind die Europäer, die mit massiven Verkäufen von Zentralbank-Gold oder leer geräumten ETFs oder anderen angeblich mit Gold gedeckten Papieranlage-Instrumenten die Märkte mit 400 Unzen-Barren überfluten wollen. Nur, um eine Währung retten zu wollen, die sowieso nicht mehr rettbar ist.

Man wirft gutes Gold dem schlechten Geld hinterher.

Dass man sich damit selbst für einen Neuanfang nach Zusammenbruch des Euros entwaffnet – das scheinen diese kurzfristig denkenden Zentralbanker in ihren Politbüro-Sitzungen nicht zu bedenken. Und dass Gold vom Westen in den Osten – insbesondere Asien – fließt und damit die zukünftigen Machtgewichte sich zuungunsten des Westens entwickeln werden, das nimmt man als Kollateral-Schaden wohl billigend in Kauf.

Während der Kapitän des verunglückten Passagierschiffs vor seinen Gästen von Bord ging, glauben unsere Euro-Kapitäne immer noch an die Seetüchtigkeit ihres Euro-Dampfers, obwohl die Schiffswände schon von vorne bis hinten aufgerissen sind und ihr Schiff schwere Schlagseite bekommen hat.

So goes the gold, so goes the power wird ein anonymer Londoner Goldhändler auf Kings World News zitiert. Mit dem Gold verliert Europa seine Macht. Mit dem Euro würden wir aber nur eine weitere gescheiterte Papier-Währung verlieren, die durch eine Nachfolge-Währung ersetzbar erscheint. Aber das Gold, was wir jetzt für etwas Papiergeld-Stabilität geben, wird uns in der Zukunft noch lange und heftige Schmerzen verursachen.

Ausgenommen sind diejenigen Bürger, welche die Funktion der Zentralbank in die eigenen Hände genommen haben. Oder wie es der oben zitierte Londoner Trader ausdrückte: Remember to be your own central bank by owning physical gold.

Die Amerikaner waren es heute nicht, die auf Gold gedrückt haben. Sonst hätte sich das gelbe Metall in den anschließenden Stunden des COMEX-Handels nicht plötzlich wieder um zehn Dollar befestigt, um dann in einem letzten Kraftakt zum Schluss weitere fünf Dollar zulegen zu können.

Damit konnte Gold auf Tagesbasis fünf Dollar auf $1.659,90 (EUR 1.291,95) zulegen. Für Euro-Goldbesitzer verblieb jedoch ein Minus von sieben Euro.

Wir können im Interesse des Westens nur hoffen, dass die Amerikaner einen Großteil des europäischen Goldes heute aufgesaugt haben. Selbst wenn nicht, dann haben sie es heute im späten COMEX-Handel für die Chinesen wieder verteuert.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.657,00

(€1.290,80)

$1.662,00

(€1.299,76)

- $5,00

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.647,00

(€1.283,21)

$1.656,00

(€1.302,09)

- $9,00

COMEX Schlusskurs

$1.659,90

(€1.291,95)

$1.655,40

(€1.299,16)

+ $4,50

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$30,15

(€23,54)

$30,41

(€23,82)

- $0,26

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.507,00

(€1.175,95)

$1.523,00

(€1.195,45)

- $16,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$646,00

(€504,10)

$656,00

(€514,90)

- $10,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

80,6

81,1

- 0,5

Renditen 10-jährige Treasuries

1,9 %

1,9 %

unverändert

Quotient aus USDX und Renditen

42,4

42,7

- 0,3

 

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