Bericht für den 24. Januar 2012

 

Angela Merkel und Bayern München

 

Welche Gemeinsamkeiten haben Angela Merkel und Bayern München? Nun, Frau Merkel beherrscht die deutsche Innenpolitik. Und Bayern München ist wohl die unbestrittene Nummer 1 in der Bundesliga – von wenigen schwachen Saisons einmal angesehen.

Aber auf internationaler Ebene können beide nicht richtig Punkten.

Bei Angela Merkel ist dieses Phänomen hausgemacht: Die Aufsteiger der Politik, das heißt diejenigen Nachwuchspolitiker, die Deutschland auch auf internationaler Ebene erfolgreich vertreten könnten, werden als potentielle Gegner von Merkel weggebissen. Diese Frau umgibt sich lieber mit einer Schar von Günstlingen, die ihr in jeder Situation voll und ganz ergeben sind. Denn ohne Angela Merkels Fürsprache würden sie genauso schnell in der Versenkung verschwinden, wie sie plötzlich auf der politischen Ebene erschienen sind.

Das scheint nun so langsam auch den Lohnschreiberlingen der WELT aufzufallen – obwohl der Springer-Verlag bislang zu Angela Merkel gehalten hat. Unter dem Titel Allein gegen alle, Merkels selbstverschuldetes Dilemma stellt Günther Lachmann zusammenfassend fest: In der Ära Merkel hat die Bundesrepublik strategisch wichtige Posten in internationalen Institutionen verspielt. Das rächt sich in der Euro-Krise.

Anstatt des ehemaligen Bundesbank-Präsidenten Axel Weber wurde der Goldman Sachs Alumni Mario Draghi der neue EZB-Präsident. Und nachdem der Deutsche Jürgen Stark frustriert sein Amt als Chefvolkswirt an den Nagel gehängt hatte, folgte ihn nicht etwa der von der Bundesregierung in Stellung gebrachte Jörg Asmussen. Sondern der unbekannte Belgier Peter Praet.

Die Bundesbanker sind in der EZB inzwischen nicht nur isoliert – nein, sie haben sogar die wichtigsten Posten an die Vertreter der PIIGS-Staaten abgeben müssen. Draghi schaltet und waltet in der EZB inzwischen so, wie Merkel in der CDU.

Was waren das noch für Zeiten, wo mit Horst Köhler Deutschland den Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) stellen konnte. Inzwischen steht an der Spitze dieser Institution, die einer der Hauptquellen der Euro-Rettung ist, eine ehemalige französische Finanzministerin.

Und auch das angebliche Duo Merkel/Sarkozy ist anscheinend nur eine Erfindung der Presse. Denn derzeit verbündet sich ein weiterer Goldman Sachs Alumni – Italiens neuer Ministerpräsident Mario Monti – mit Nicolas Sarkozy.

Die WELT stellt in ihrem Bericht frustrierend fest: Italiener und Franzosen nehmen Deutschland in die Zange. ... Auf der anderen Seite torpedieren der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, und die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, die Euro-Politik der Kanzlerin.

Die eigentliche Frage ist, ob es das System Merkel war, das freiwillig Deutschlands Einfluss auf internationaler und europäischer Ebene so stark geschwächt hat. Oder ob dahinter ein System steckt, das absichtlich die deutsche Position schwächen soll. Damit die Bürger im Interesse der europäischen Idee in noch viel stärkerem Maße ausgebeutet werden. Merkels Ablehnung wäre dann nur ein vorgeschobenes innenpolitisches Spiel, um den Bürgern angebliche Stärke vorzuheucheln. Um dann aufgrund des massiven Widerstands die eigenen Positionen zu räumen.

Im Übrigen meine ich, dass der Euro genau aus diesem Grunde rückstandsfrei beseitigt werden müsse. Denn wenn man der gesamten europäischen Bettlerschaft in Form des Euros das Instruments ihrer Versailles 2.0 – Ausplünderung Deutschlands nimmt, dann etablieren sich schnell neue Machtgefüge.

Die Edelmetall-Märkte standen heute unter dem Stern des zweitägigen Treffens des Offenmarktausschusses der FED (FOMC). Morgen gegen 20:15 Uhr MEZ werden wir erfahren, was die wahren Euro-Retter aus Washington D.C. demnächst vorhaben. Ein weiteres Quantitative Easing Programm, das den Goldpreis sprunghaft nach oben befördern würde, ist jedoch nicht zu erwarten.

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.669,00

(€1.282,17)

$1.675,00

(€1.294,94)

- $6,00

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.665,50

(€1.283,23)

$1.675,50

(€1.285,39)

- $10,00

COMEX Schlusskurs

$1.664,20

NA

$1.677,90

(€1.288,72)

- $13,70

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$31,95

(€24,57)

$32,45

(€24,97)

- $0,50

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.541,00

(€1.189,50)

$1.545,00

(€1.187,10)

- $4,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$676,00

(€521,80)

$678,00

(€520,95)

- $2,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

79,9

79,7

+ 0,2

Renditen 10-jährige Treasuries

2,1 %

2,1 %

unverändert

Quotient aus USDX und Renditen

38,0

38,0

unverändert

 

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