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Bericht für den 30. Januar 2012 Demokratien sind besonders gefährliche Schuldner Ist Ihnen das auch schon aufgefallen: Auf der einen
Seite haben wir die politisch Rechte, die einen nationalen Staat unter Führung
einer nationalistischen Elite anstrebt. Und auf der anderen Seite sehen wir die
politische Linke, die internationalistisch geprägt genau wie die Rechte mit dem
Begriff des Staates den Bürger bevormunden und kontrollieren will. Beiden ist der selbstverantwortlich wirtschaftende
und handelnde Bürger ein Dorn im Auge – man sieht sich bei beiden
Gruppierungen als der Vormund, und das Primat der
Politik wird über den starken Staat so de facto zu einer Besserungs-Anstalt
instrumentalisiert. In Wirklichkeit herrscht der Etatismus
über beiden Glaubensrichtungen, die bei näherer Betrachtungsweise eher
konvergieren als divergieren. Sei es über den sogenannten Wohlfahrts-Staat, der
im Prinzip nichts anderes ist als eine völkische Umverteilung von den meist
ungeliebten Leistungsträgern zu der Masse, die sich im
Circus Maximus (oder auch dem Sportpalast) in Ekstase reden lassen. Bei den
Linken ist das systematisch nicht anders – nur die Begriffe sind
auszutauschen. Das Primat des Etatismus
sehen wird – zumindest wenn wir das derzeitige Geldsystem einigermaßen
verstanden haben – auch bei den sogenannten Noten- oder Zentralbanken. Zu
gerne werden diese von der Politik wegen ihrer angeblich so strengen
Geldpolitik kritisiert. In Wirklichkeit hilft dieses Betrugsgeld-System mit
ihren Politbüro-Mitgliedern nur einer Kaste: Nämlich denjenigen, die über den
Staatsbegriff den mündigen Bürger tagtäglich entmündigen wollen. Eine weitere interessante Stellung haben die Banken
inne: Sowohl auf der rechten wie auch auf der linken Seite werden sie –
wieder mit austauschbaren Argumenten – heftig kritisiert. Kommt es aber
zu der Frage konkreter Maßnahmen, dann ziehen die sonst so diktatorisch gegen
ihr Volk agierenden Staats-Eliten schnell ihren Schwanz wieder ein. Aus der
Geschichte wissen wir, dass bestimmte Großbanken die extrem linken als auch
extrem rechten Strömungen wiederholt mit Geld ausgestattet haben. Die Demokratie als derzeit vorherrschende
Gesellschafts-Ordnung entwickelt sich immer mehr hin in Richtung dieses
Extremismus der Etatisten. Derzeit herrscht hier noch
der internationalistische Zeitgeist der Linken vor. Denn Umverteilung zwischen
unterschiedlichen Staaten – wie wir es bei dem Euro und insbesondere bei
der Euro-Rettung sehen – ist globalistisch Links. Wenn die Krise
bestimmte Staaten dann in eine nationalistisch geprägte Richtung vorantreibt,
dann kann diese Stimmung schnell nach Rechts umschlagen. Ungarn ist ein solcher
Fall. Finanz-Professor Stefan Homburg erläuterte in der
Wirtschafts-Woche vom 18.12.2011: Demokratien sind besonders
gefährliche Schuldner, weil sich ihre Regierungen natürlich fragen, ob sie eher
Ärger mit den Gläubigern riskieren sollten oder eher Ärger mit den Wählern. Das eröffnet uns, wie die Politik derzeit gepolt
ist. Weil man Staat ist, sieht man sich gegenüber den Privat-Personen, die als
Gläubiger ihr Geld ausgeliehen haben, im Vorteil. Das wirkliche Risiko für den
Politiker stellt die Menschen-Menge im Circus Maximus dar,
die eben kein Verständnis dafür aufbringen wird, dass es weder ohne
Leistung Brot gibt noch kostenlose Spiele. Ganz gefährlich sind in diesem Zusammenhang die
Kritiker an unserem Geld-System. Denn sie kritisieren nicht die etatistischen Verfehlungen, sondern wollen das Recht auf
Eigentum und eigenes, selbstbestimmtes Einkommen per se in Frage stellen. Wie
beispielsweise ein Professor Franz Hörmann, der das Zinssystem an sich in Frage
stellt. Schnell ist man hier bei Forderungen, Geld ohne Zinsen oder sogar
Schwundgeld einzuführen. Die Theorien enden dann mit der These, dass man ohne
Geld an sich auskommen könnte. Linke Professoren mit einem Anflug antisemitischer
Ressentiments gegen Zinsen – das mobilisiert dann eher die rechte
Gesinnung in unserer Gesellschaft. Wer soll denn Risiko-Kapital für den
technischen Fortschritt zur Verfügung stellen, wenn er
dafür keine Risiko-Prämie erhalten darf. Ein zinsloses System würde alle
Investitions-Modelle mit Risiko-Kapital ad absurdum führen. Wer darüber hinaus immer noch der Meinung sein
sollte, dass Geld sowohl Zahlungsmittel als auch Wertaufbewahrungs-Mittel ist,
der sollte sich die folgenden Zeilen von Herrn Vartian
in seinem letzten Hard Asset Makro einmal zu Gemüte
führen: Als Relativitätslibertäre Mengerianer
(Menger als Begründer der Austrian School lehnte die
objektive Wertaufbewahrungsfunktion von Geld überhaupt ab, weil Werte aus
Nutzen stammen und subjektiv- situativ sind) stört
uns die QE3- Andeutung der FED beim FOMC- Meeting überhaupt nicht. Viele
selbsternannte Nachfolger von Menger wie Mieses, Neokonservative und andere
Rechte, die wie beim SUV an die One Serves All
Lösung glauben, mag das stören, uns nicht. Weil One
nämlich nie All served und das auch beim Geld so ist:
Eines als Legal Tender und Transaktionsgeld, das andere (Edelmetall) zur
Wertaufbewahrung, und zwar parallel. Aber auch alle Propagandisten für das sogenannte
Bedingungslose Grundeinkommen sind genau auf der gleichen Rille des die Bürger
bevormundenden Etatismus – von Politikern, die
den Staat zu einer Verteilmaschinerie missbrauchen wollen. Was schlussfolgern wir daraus: Erstens, ein Staat
muss so schlank aufgestellt sein, dass er das Sicherheits-Bedürfnis seiner
Bürger befriedigen kann. Darüber hinausgehende Aufgaben sind dagegen
abzulehnen, weil sie ansonsten von einer Kaste der Politiker zum Stimmen-Kauf
missbraucht werden können. Zweitens: Eigentum und selbstverantwortliche
Leistung sind die Grundfeste eines freiheitlichen Gesellschafts-Systems.
Solidarisches Handeln ist auf die Familie oder eine überschaubare Gruppe von
Bürgern zu begrenzen. Dabei gilt das Subsidiaritätsprinzip – der schlanke
Staat hat also nur in Ausnahmefällen einzugreifen. Wir müssen wieder weniger Demokratie wagen und mehr
Selbstverantwortung. Wichtige Marktdaten im Überblick
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