Bericht für den 15. Februar 2012

 

Gold bleibt weiter explosiv

Derzeit bremsen zwei Ereignisse, die sich in den letzten Tagen auffällig abwechseln, den weiteren Anstieg des Goldpreises. Ein starker US-Dollar lässt den Kurs des gelben Metalls einbrechen – dies trifft dann auch die weißen Edelmetalle wie Silber, Platin und Palladium.

Wird der Euro dagegen wieder gestützt, dann hilft die EZB beziehungsweise ihre Mitgliedsbanken durch den Verkauf von physischem Gold aus ihren Reserven nach. Inwieweit man in den letzten Wochen und Monaten sein Gold am Markt wieder günstig zurückkaufen konnte – denn offiziell weist man noch hohe Gold-Bestände aus – darf bezweifelt werden.

Diese Art von Interventionen muss entweder die Stimmung der Gold-Käufer brechen, um erfolgreich zu sein. Oder sie hat nur punktuell Wirkung und wird von den Käufern verwendet, um billig nachkaufen zu können. Da physisches Gold im Gegensatz zu den Kern-Währungen der Welt nicht vermehrt werden kann, leeren sich die Keller der Zentralbanken immer mehr.

Sobald die wahren Zahlen ans Licht kämen, könnten die Hedge-Fonds und Investoren gegen die Notenbanken wetten, indem sie das verbliebene Gold einfach über die Zeit wegkauften. Sind die Gold-Vorräte erschöpft, dann bricht die Goldpreis-Drückung in sich zusammen.

Deshalb wird über die wirklichen Bestände der Notenbanken solch ein Geheimnis veranstaltet. Es bleibt die Drohung mit den offiziell ausgewiesenen Reserven, mit denen man jeden Marktteilnehmer theoretisch zumindest aus dem Markt drängen könnte.

Heute stieg Gold im Laufe der ersten Handels-Stunde der COMEX auf $1.737 an. Und das bei einem schwachen Euro. Euro-Gold stand nahe der Marke von EUR 1.330. Man reagierte umgehend und drückte den Preis des gelben Metalls zum Londoner P.M. Fix auf $1.733,00 (EUR 1.324,62). Trotzdem konnte Gold einen Tages-Gewinn von elf Dollar oder sogar knapp 16 Euro erzielen.

Man kantete im Anschluss an diese Marke weiter nach und konnte den Preis so unter die Marke von $1.730 drücken. Zum COMEX-Schluss ging das gelbe Metall mit $1.727,00 aus dem Markt – ein Anstieg um elf Dollar.

Dass hier die Marke von $1.750 auf heftigste verteidigt werden soll, das dürfte inzwischen wohl dem Letzten aufgefallen sein, der Gold täglich beobachtet. Und wie lange es die EZB durchhalten wird, ihre Gold-Keller zu leeren und wie lange die FED zugunsten des Euros an dem Markt eingreifen wird, das müssen wir abwarten.

Letztendlich müssen beide unfreiwillig die Marke von $1.750 räumen, um die nächsten Verteidigungs-Stellungen aufbauen zu können. Das Gold-Kartell wird wahrscheinlich anstreben, aus der Doppel-Top-Formation bei $1.900 Ende August / Anfang September 2011 eine Triple-Top-Formation zu generieren. Funktioniert das nicht, dann würde Gold wohl innerhalb weniger Wochen die Marke von $2.000 nach oben durchbrechen. Hier ist jedoch mit einem lang anhaltenden Kampf wie bei dem Überschreiten der Marke von $1.000 zu rechnen.

Gold hat heute bewiesen, dass es weiter explosiv bleibt.

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.725,50

(€1.309,88)

$1.721,00

(€1.303,10)

+ $4,50

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.733,00

(€1.324,62)

$1.722,00

(€1.309,11)

+ $11,00

COMEX Schlusskurs

$1.727,00

NA

$1.716,10

(€1.309,30)

+ $10,90

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$33,69

(€25,63)

$33,51

(€25,40)

+ $0,18

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.636,00

(€1.249,35)

$1.628,00

(€1.237,55)

+ $8,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$688,00

(€525,40)

$686,00

(€521,45)

+ $2,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

79,5

79,6

- 0,1

Renditen 10-jährige Treasuries

1,9 %

1,9 %

unverändert

Quotient aus USDX und Renditen

41,8

41,9

- 0,1

 

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