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Bericht für den 6. Mai 2010 Gold & Gesellschaft: Reality-Show
oder A Real Fake Die
Nachrichten überschlagen sich derzeit. Der Euro befindet sich im freien Fall. Die
griechischen Staatsanleihen fallen wieder wie ein Stein. Portugal und Spanien
erscheinen schwer angezählt. Die Bürger stürmen die Edelmetall-Händler. Es gibt
Gerüchte einer unmittelbar bevorstehenden Währungsreform – oder doch nur
eine Währungsumstellung? Willkommen
in der Realität – oder sind wir alle einem großen Fake
auf den Leim gegangen? Wer
gestern Abend in der ARD Frank Plasbergs Hart aber Fair
gesehen hat, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass allen die Panik ins
Gesicht geschrieben zu sein scheint. Während die Bevölkerung fast unisono gegen
die Rettungsmaßnahmen für Griechenland ist, traute sich gestern keiner der
Politiker und anderen Gäste, auch nur einen kleinen Zweifel an der
Notwendigkeit der Rettung aufkommen zu lassen. Selbst
Kurt Biederkopf, der politisch und wirtschaftlich in keiner Art und Weise mehr
auf irgendjemanden oder irgendetwas Rücksicht nehmen muss, sah zu den Hilfen
keine Alternative. Aber, so war seine Nachricht, mit der fortgesetzten
Aufschuldung zu Lasten der Zukunft des Volkes würde man bei einem Zusammenbruch
dieses Systems wohl auch die Demokratie beschädigen. Sind Deutschland,
Frankreich und andere Länder nur deshalb demokratische Gesellschaften, weil die
Politiker jahrzehntelang auf Pump das Geld an ihre Wählerschichten
ausgeschüttet haben? Bringt Griechenland nicht nur das Euro-System zu Fall,
sondern auch die Demokratien in Europa? Noch vor
kurzem hat man uns die Mär der Stärke des Euro-Raums aufgetischt und vehement
bestritten, dass ein kleines Land wie Griechenland überhaupt einen Einfluss auf
die Geschicke des Euro haben könnte. Nun soll alles anders sein – eine
Pleite Griechenlands würde den Euro in den Abgrund stürzen. Die
Argumente kennen wir ja inzwischen: Auch das weltweit vernetzte Finanzsystem
mit globalisierten Handel wurde uns seinerzeit als das Nonplusultra der Stabilität
vorgespielt. Was mit einer Krise bei US-Subprime Krediten begann, sendete dann
seine Schockwellen in alle Bereiche des Weltfinanz-Systems aus. Scheiß angelsächsisches System
schreiten die Kontinental-Europäer mit geschwollener Brust. Der Euro stellte
sich zwar nicht als ein Hort der Stabilität dar, aber man konnte zumindest auf
die Methoden des unbegrenzten Gelddruckens, wie es die FED und die BoE praktiziert haben, verzichten. In
Wirklichkeit hat die EZB aber auch auf Teufel komm raus monetarisiert.
Während die US-Banken einen Teil ihrer faulen Anlagen abgeschrieben haben und
durch ein langes Tal der Tränen gegangen sind, haben beispielsweise die
spanischen Banken einfach den Einbruch des lokalen Immobilien-Marktes
ignoriert. Man hat die in Not geratenen Immobilien einfach zu Phantasie-Werten
in der Bilanz übernommen, um so einen Notverkauf zu Niedrigstpreisen zu
vermeiden. Nach Außen schien so auf der iberischen Halbinsel alles in Ordnung.
Wo kein Markt ist, kann man auch ein künstlich hoch gehaltenes Preis-Niveau
rechtfertigen. Brauchten
die spanischen Banken Geld, dann haben sie die Immobilien-Hypotheken zu
Wertpapieren gebündelt und der EZB im Austausch für Bargeld gegeben. Das
französisch-luxemburgisch-deutsche Elitenprojekt Euro hat in Wirklichkeit genau
das gleiche Toilettenpapier produziert wie die Akrobaten der Londoner City und
der New Yorker Wall Street mit dem US-Dollar und dem Britischen Pfund. In dem
griechischen Staatsanleihen-Abenteuer waren neben französischen und deutschen
Banken insbesondere auch Geldinstitute aus der Schweiz stark involviert. Es
hatte den Anschein, insbesondere wenn man die Nachrichten zu der
untergeordneten Rangfolge der Kredite der Euro-Staaten betrachtet, dass
Deutschland und Frankreich mit der Rettung nur ihre eigenen Banken stabilisieren
wollen. Die Schweiz assistiert dabei über den massenhaften Ankauf von Euros am
Devisen-Markt, um den Schweizer Franken nicht
ansteigen zu lassen. Nachdem
die Zahlungen geleistet werden, geht Griechenland sowieso, hoffentlich kontrolliert,
Pleite. Dann vereinbart man im Rahmen einer Umschuldung einen Haircut bei den Gläubigern von beispielsweise 30 Prozent.
Ein Großteil davon wird wohl von deutschen und französischen Steuerzahlern
getragen werden. Die Banken kommen wieder einmal mit einem blauen Auge davon. Komisch
nur, dass die SNB heute das Devisenpaar EUR/CHF freigegeben hat und der Euro in
der Folge um mehr als 1,5 Prozent gegen den Franken gesunken ist. Hält sich die
SNB nicht an die getroffene Vereinbarung? Müssen wir morgen bei der Abstimmung
im Bundestag zu den Griechenland-Hilfen damit rechnen, dass
die Regierung keine Mehrheit zustande bringt? Die SPD ist zumindest nicht im
Boot, ebenso die LINKE. Bei den Grünen wird vermutet,
dass sie zustimmen könnten. Würden sie sich enthalten, dann könnten die
Abweichler in den Regierungs-Fraktionen den Ausschlag geben. Fällt das
Gesetz bei der Freitags-Abstimmung durch, dann müsste man am Wochenende
wirklich eine Notamputation des Euros durchführen. Amputieren müssten sich dann
aber Deutschland und Frankreich selbst und gemeinsam, weil die wirtschaftliche
Verflechtung zwischen den beiden Kontinental-Mächten zu groß ist, dass weder
der eine noch der andere in der Euro-Zone verbleiben könnte. Ob die
Währungsreform nun eine Reality Show wird oder sich als
ein Real Fake herausstellen sollte, ist derzeit
schwer zu sagen. Beides ist aufgrund der derzeitigen Lage möglich. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Gold
legte am heutigen Tag um 33 Euro auf nunmehr EUR 945,02 zum COMEX-Schluss
zu. Wieder einmal verlor der Euro kräftig gegenüber dem US-Dollar – heute
fast 1,4 Prozent. Die
10-jährigen griechischen Staatsanleihen notieren an den Bondmärkten nun mit Kursen,
mit denen eine Real-Rendite von 11,3 Prozent zu erzielen ist. Ein Plus von 1,1
Prozentpunkten. Die 2-jährigen Papiere nahmen um 1,5 Prozentpunkte zu und
erzielen nun eine jährliche Rendite von 16,6 Prozent. Bei diesen Werten
erwartet kein Investor mehr, dass die Zinsen und die Ablaufleistung dieser
Papiere jemals komplett gezahlt werden würde. Ein Haircut
aus einer Restrukturierung dieser Schulden ist also schon eingepreist. Wieder
einmal tendierte Gold im asiatischen Handel unverändert oder mit leichten
Abschlägen. Erst zum Londoner Vormittags-Handel ging es leicht nach oben. Zum A.M. Fix stand Gold bei $1.178,00 (EUR 922,76) sechs Dollar höher als zum gestrigen A.M. Fix. Nach
Eröffnung der New Yorker COMEX kam es dann wieder zu einem leichten Rückgang,
der jedoch die zweite Aufwärtsbewegung einleitete. Zum P.M. Fix stand Gold nun
bereits bei $1.185,25 (EUR 928,31). Der gestrige zwanzig Dollar Einbruch von
gestern wurde komplett neutralisiert. Erst
jetzt begann die dritte und kräftigste Aufstiegswelle, die Gold bis zum Ende
des COMEX-Handels bei dem Tages-Höchststand von
$1.198,00 enden ließ. Bis auf
Silber konnten Platin und Palladium heute kräftig zulegen. Aber trotzdem blieb
Gold der heutige Favorit der Marktteilnehmer. US-Öl verfällt inzwischen immer
weiter im Preis: $77,40 und damit $2,60 niedriger als
gestern lautete die Notierung. Die
Aktien-Märkte bleiben weltweit weiter unter Druck. Wie geht
es nun bei Gold & Co weiter? Ein Kollaps des Euros könnte Gelder in Panik
noch stärker in den US-Dollarraum treiben. Die Renditen der 10-jährigen
Treasury Notes sind heute bereits weiter auf 3,5 Prozent gesunken, was diese
Theorie als möglich erscheinen ließe. Unter der
Annahme, dass der US-Dollar nicht in ähnliche Probleme gerät, könnten wir
(entgegen der Erwartung vieler Marktteilnehmer) durchaus noch (in US-Dollar
lautende) sinkende Preise beim Gold sehen. Das ist zwar paradox, wenn man sich
derzeit die Supply-Situation für kleine Goldbarren
und Goldmünzen ansieht. Wenn die
Euro-Schwäche den US-Dollar infizieren sollte, dann können wir aber auch einen
explosionsartigen Ausbruch beim Gold sehen. Eine Vervielfachung des Kurses innerhalb
kurzer Zeit erscheint dann möglich. 20:45 Uhr MEZ: Panik
an der New Yorker Wall Street. Der Dow Jones bricht innerhalb weniger Minuten
um 900 Punkte auf 9.900 Punkte ein. Die 10-jährigen Treasury Notes fielen von
der Realrendite auf 3,27 Prozent (nahmen im Wert also kräftig zu). Der Euro
bricht gleichzeitig auf $1,250 ein. Mit einem Anstieg des Gold-Preises über die
Marke von $1.200 stieg Gold in Euro zeitweise auf EUR 960 an. Das Plunge Protection Team (PPT) und
alle anderen Rettungsteams haben derzeit alle Hände voll zu tun, die Märkte wieder
zu stabilisieren. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. ©
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