Bericht für den 13. Mai 2010

 

Gold & Gesellschaft: Der Euro-Endsieg steht unmittelbar bevor

 

Ein Gespenst geht um in Europa – das Gespenst vom Ende des Euros. Die Bürger vor allem in Deutschland stimmen derzeit mit den Füßen gegen den Euro ab. Wie Ende der achtziger Jahre die Bürger des mitteldeutschen Staates, der sich selbst als demokratische Republik bezeichnet hat. Damals wollte man in den Westen und die DM haben. Heute flüchtet man aus dem gemeinschaftlichen Nachfolge-Produkt dieser Währung, dem Euro, in Gold, Silber und allerhand Sachwerte. Oder wenn diese bereits ausverkauft sein sollten, dann werden die letzten Euros in Schweizer Franken, Norwegische Kronen oder sogar den US-Dollar getauscht. Torschluss-Panik: Bloß raus aus dieser Schrottwährung lautet landauf und landab die einhellige Meinung.

 

Dabei verkünden unsere Notenbanker und Politiker, dass nun alles besser werden würde. Denn man habe ja jetzt die neuen Superwaffen, mit denen man den bösen Spekulations-Feind bekämpfen und schließlich besiegen könne. Der Euro-Endsieg stehe also unmittelbar bevor.

 

Aber bei genauerer Betrachtung entpuppen sich diese Waffen als das letzte Aufgebot, mit dem man den nicht aufzuhaltenden Niedergang des Euro zumindest herauszuzögern glaubt. So will man uns ernsthaft weismachen, dass ein kräftiges Anwerfen der Notenbank-Presse die Euro-Krise aufhalten könne. Nach dem Motto: Wenn wir ein Problem mit zuviel Geld und zuviel Kredit haben, dann lösen wir das Problem einfach mit der Bereitstellung von noch mehr Kredit und noch mehr Geld. So lassen sich vereinfacht die Beschlüsse des sogenannten Euro-Rettungsschirms vom vergangenen Wochenende zusammenfassen. Die völlig überschuldeten Südstaaten des Euro-Raums erhalten von der Gemeinschaft der Euro-Staaten nebst IWF eben noch mehr Kredit. Und sollte dies nicht genügen, dann werden die Schuld-Scheine dieser Staaten einfach von der EZB gegen frisch gedrucktes Geld getauscht.

 

Die systematische Zerstörung des viele Nobel-Preisträger hervorbringenden deutschen Schulsystems in den siebziger und achtziger Jahre hat eine ganze Generation von nützlichen Idioten hervorgebracht. Denen kann man vielfach das oben gesagte in einer Märchen-Stunde weismachen. Dann führt man in den Circus Maximus nur noch wenige Spekulanten und lässt die Löwen los – die Kanzlerin persönlich senkt den Daumen: Die Masse reagiert begeistert.

 

So hat das in der Vergangenheit immer gut funktioniert. Panem et circenses – Brot und Spiele – nur das wollen die Bürger doch nach Auffassung unserer Eliten.

 

Nun – das scheint bei dem Euro aber nicht mehr zu funktionieren. Wir Deutschen wissen aus leidlicher Erfahrung des letzten Jahrhunderts, dass gedrucktes Geld das bestehende verwässert und letztendlich zur Hyperinflation oder Währungsreform führen wird. Die Inflations-Sensoren wurden uns wohl über Generationen hinweg vererbt.

 

Die Deutschen sind eben keine Italiener, Griechen oder Spanier, die nach dem Krieg schon immer mit politisch beeinflussten und weginflationierten Geld zu leben gelernt haben. Das kann man schon, denn die Bürger dieser Länder leben ja nicht in völliger Armut. Aber man muss der Bevölkerung sagen, dass das Geld nicht das Papier wert ist, auf dem es mit einer oder wenigen Nullen bedruckt wurde. So stecken gerade wir Deutsche in der Eurogeld-Falle, aus der es kein Entrinnen zu geben scheint. Die Ersparnisse, Früchte aus vielen Jahren und Jahrzehnten harter Arbeit werden sich plötzlich in Luft auflösen. Dem Euro sei Dank.

 

Unsere Politiker-Propagandisten versuchen trotzdem, aus dem Führerbunker – gut geschützt - mit Hilfe der letzten zur Verfügung stehenden System-Medien das Volk bei Laune zu halten. So proklamiert heute die schon in der DDR in Propaganda und Agitation geschulte Angela Merkel nach einem Bericht von Reuters: Scheitert der Euro, scheitert Europa.

 

"Der Euro ist unsere Währung, und er ist doch mehr als unsere Währung", sagte sie am Donnerstag in Aachen bei der Verleihung des Karlspreises an den polnischen Ministerpräsidenten Donald Tusk. "Der Euro steht für die europäische Idee." Sie bleibe auch bei der Vision, dass eines Tages "alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union den Euro als Zahlungsmittel haben". Die Regierungen hätten den Bürgern Stabilität des Euro und der Preise versprochen. "Dieses Versprechen müssen wir einhalten", mahnte Merkel.

 

Spätestens seit dem letzten Wochenende wissen wir, dass das Stabilitätsgebot des Euros nicht mehr das Papier wert ist, auf dem es einmal geschrieben wurde.

 

Zumindest mit einer Aussage hat Merkel Recht: "Diese Bewährungsprobe ist existenziell". Und kommt dann zu dem falschen Schluss: Die Rettung des Euro sei so wichtig, weil alle spürten: "Scheitert der Euro, dann scheitert nicht nur das Geld, dann scheitert mehr, dann scheitert Europa, dann scheitert die Idee der europäischen Einigung."

 

Nur der Euro ist bereits jetzt gescheitert. Und auch das Geld ist de facto futsch. Und was hilft uns eine europäische Einigung, bei der ein Teil der Staaten auf Kosten der anderen konsumiert? Und bei der die Ersparnisse der nichtkonsumierenden Staaten schon von Anfang an als uneinbringlich abgeschrieben werden müssen?

 

Aber anstelle das einzusehen, möchte Merkel die Dose der Pandora nun vollständig öffnen, so dass die obigen Prinzipien des Euros und der europäischen Einigung nun über die nationale Souveränität der jeweiligen Staaten instrumentalisiert werden können: "Wir haben eine gemeinsame Währung, aber wir haben keine gemeinsame wirtschaftliche und politische Union". Europa werde sich stärker wirtschafts- und finanzpolitisch verzahnen müssen. "Und jenseits des Ökonomischen wagen wir vielleicht nach der gemeinsamen Währung weitere Schritte, zum Beispiel den zu einer gemeinsamen europäischen Armee". O misericordia, o sancta simplicitas.

 

Ich weiß nicht, ob Angela Merkel bereits unter völliger geistiger Umnachtung leidet oder diese Sprüche nur noch als Durchhalte-Parolen für die wenigen Euro-Gläubigen zum Besten gibt. Eines sollte jedoch jedem klar sein: Die Tage des Euro sind gezählt. Und je schneller wir daraus die richtigen Konsequenzen ziehen, desto weniger unschuldige Bürger müssen dies mit ihren zukünftigen Ersparnissen bezahlen.

 

Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten

 

Das Gold-Kartell hat sich heute Abend nach einigen Tagen offensichtlicher Stille wieder zu Wort gemeldet. Man hat den wieder gegen den US-Dollar steigenden Yen-Kurs dazu verwendet, den Goldpreis zum Ende des COMEX-Handels zu drücken.

 

Besonders kräftig fiel der Rückgang mit $1.229,10 (EUR 975,89) aber nicht aus – ein Rückgang um $15 im Vergleich zum gestrigen COMEX-Schlusskurs.

 

Gold ist aber derzeit sowieso eher ein Nebenkriegs-Schauplatz. Die aktuellen Zahlen im Eintagesvergleich auch von den drei weißen Edelmetallen finden Sie wie gewohnt in nachstehender Tabelle.

 

Viel wichtiger sind derzeit die Devisen- und Bond-Märkte. Und dabei insbesondere die Aktionen, mit denen die Notenbanken weltweit diese systembedrohende Krise in den Griff zu bekommen glauben.

 

Das Sorgenkind der Devisen-Märkte, der Euro, wird derzeit noch in konzertierten Aktionen der verschiedenen Notenbanken vor einem unkontrolliertem Absturz bewahrt.

 

Die SNB beispielsweise versucht den Euro am Durchstoßen der Marke von CHF 1,40 zu hindern. Zuvor war es der SNB mit massiven Euro-Käufen zu Lasten des Schweizer Frankens wochenlang gelungen, den Euro im Korridor zwischen CHF 1,43 und CHF 1,44 zu halten. Am 6. Mai, dem denkwürdigen Donnerstag Abend mit dem plötzlichen Absturz des Dow Jones um 900 Punkte, brach der CHF um mehr als 2 Rappen ein. Seit dieser Zeit kämpft die SNB nun darum, dass der Euro nicht unter CHF 1,40 absinkt.

 

Gegen den US-Dollar ist der Euro heute um bis zu 0,7 Prozent gefallen, bis anscheinend Notenbank-Eingriffe diesen Verlust auf 0,4 Prozent reduziert haben. Der Euro notiert im Übrigen heute bereits schwächer als am letzten Freitag, wo Panik die Märkte ergriff und in der Folge das Euro-Rettungspaket am Wochenende zusammengezimmert werden musste.

 

Die anderen Indikatoren dagegen zeigen eine auffällige Stille an. Entweder die Marktteilnehmer bewegen sich derzeit nicht. Oder die Notenbanken wollen auch hier durch gezielte Eingriffe schlimmeres verhindern.

 

Die griechischen Staatsanleihen scheinen nun mit 7,3 Prozent für die 10-jährigen Papiere und 6,9 Prozent für die 2-jährigen Papiere den vor der EZB angestrebten Kurs erreicht zu haben. Kommt es trotzdem intraday zu Bewegungen nach oben, dann werden diese am nächsten Handelstag wieder durch die EZB-Mitgliedsbanken ausgebügelt. Das kann man sehr gut an den Kurs-Charts verfolgen. Ein Spekulant kann hier gegen eine Notenbank, die mit der Notenpresse beliebig viel Geld ihrer eigenen Währung aus dem Nichts schöpfen kann, nichts anrichten. Das wissen diese Marktteilnehmer natürlich auch. Ich werde deshalb die Kurse der griechischen Papiere in der Zukunft wieder entfernen, weil sie keinen Indikator des Stresses im Euro-System mehr darstellt.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.235,00

(€982,81)

$1.241,25

(€977,90)

- $6,25

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.237,50

(€985,27)

$1.237,50

(€974,41)

unverändert

COMEX Schlusskurs

$1.229,10

(€975,89)

$1.244,00

(€983,48)

- $14,90

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$19,43

(€15,43)

$19,59

(€15,47)

- $0,16

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.728,00

(€1.375,25)

$1.703,00

(€1.343,60)

+ $25,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$543,00

(€432,15)

$537,00

(€423,65)

+ $6,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

85,1

84,8

+ 0,3

Renditen 10-jährige Treasuries

3,6 %

3,6 %

unverändert

Quotient aus USDX und Renditen

23,6

23,6

unverändert

Griechenland

 

 

 

Renditen 10-jährige Staats-Anleihen

7,3 %

7,3 %

unverändert

Renditen 2-jährige Staats-Anleihen

6,9 %

6,9 %

unverändert

 

Über Ziemanns Gold News

Ziemanns Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de veröffentlicht.
Er ist erreichbar unter:
ziemann@bullionaer.de

 

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