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Bericht für den 7. Juli 2010 Gold & Gesellschaft: Betriebsrenten-Absicherung unbezahlbar? Die
Betriebsrenten in Deutschland sind im Gegensatz zu anderen Ländern gegen
Insolvenz des Arbeitsgebers, aber auch gegen den Verfall der Werte des
aufgebauten Kapital-Stocks gesichert. Das ist keine Selbstverständlichkeit, wie
Firmenpleiten in den Vereinigten Staaten aber auch Großbritannien zeigen. Dort
verlieren die Mitarbeiter neben ihrem Job auch noch gleichzeitig die von der
Firma angesparte Betriebsrente. Gleichzeitig bauen sich mit
Aktien-Ansparprogrammen viele Mitarbeiter einen weiteren Kapitalstock für das
Alter auf. Geht die Firma unter, dann sind diese Aktien auch nichts mehr wert. Ein
zweites Risiko ist die Entwicklung des Kapitalstocks, mit dem die Betriebsrenten
später ausgezahlt werden sollen. Ist eine bestimmte Ablaufleistung für die
Betriebsrente vereinbart, dann trägt der Arbeitgeber das Risiko, gegebenenfalls
Geld nachschießen zu müssen, wenn sich die Anlagen plötzlich schlechter
rentieren als prognostiziert. Gerade die Finanzkrise hat viele Pensions-Pläne
der Unternehmen Makulatur werden lassen. Konzerne, die vor Jahrzehnten ihren
Mitarbeitern großzügig endfällig vereinbarte Betriebsrenten zugesagt haben,
stehen vor einer auf sie rollenden Kostenlawine. Diese Verpflichtungen haben
schon ganze Industriezweige in den USA in das dortige Insolvenzverfahren (Chapter
11) getrieben – beispielsweise die Stahlindustrie und die
Fluggesellschaften. Aber auch die Pleite von General Motors war mit verursacht
durch die laufenden und anstehenden Pensions-Zahlungen. In
Deutschland besteht dieses Problem zwar auch, aber im Falle einer Insolvenz
tritt der Pensions-Sicherungs-Verein (PSV) anstelle des bankrotten Unternehmens
ein. Laut der Webseite des PSV (http://www.psvag.de)
stehen 3,9 Millionen Betriebsrentner und 6,1 Millionen Versorgungsberechtigte
mit unverfallbarer Anwartschaft auf der Versicherten-Liste des PSV. Für rund
468.000 Rentenempfänger muss der PSV bereits monatlich 62 Millionen Euro
aufbringen. Wie viele Anspruchsberechtigte es zusätzlich gibt, deren Firma
bereits pleite ist, die aber noch nicht im pensionsfähigen Alter sind,
erschließt sich dem Leser jedoch nicht. Aber es
gibt Probleme mit dem PSV. Durch die hohe Anzahl von Insolvenzfällen –
Beispiel Karstadt & Quelle – muss der PSV seine Umlage, mit der er
seine Leistungen für Betriebsrentner nicht mehr existenter Unternehmen
finanzieren muss, immer weiter erhöhen. So stieg die Umlage von 1,8 Promille
des geschützten Betriebsrenten-Vermögens für das Bezugsjahr 2008 auf nun 14,2
Promille – Faktor 8. Nach
einem Bericht der Financial Times Deutschland unter dem Titel Klagewelle gegen
Betriebsrentenabsicherung hat der PSV bereits nach der diesjährigen
Explosion der Umlage die Zahlungen der 76.000 Unternehmen auf mehrere Jahre
gestreckt. Bestimmte
Unternehmen wollen überhaupt nicht mehr für den PSV zahlen: Das IT-Unternehmen
IBM ist bereits vor Gericht gezogen. Allein der Berliner Anwalt Utz Andelewski
von der Kanzlei Salans LLP hat 20 Mandanten, die gegen den Beitragsbescheid des
Pensions-Sicherungs-Verein (PSV) vorgehen werden. Dass die
Zahlungen nicht Peanuts sind, lässt sich am Fall von IBM nachvollziehen. Das
Unternehmen muss in Deutschland knapp 96 Millionen Euro mehr schultern als
bislang. Denn viele Unternehmen haben selbst in der Wirtschaftskrise ihr
Geschäft reduziert und haben schon selbst genug Probleme damit, die Pensionäre
ihres früher weitaus größeren Personalbestandes versorgen zu können. Nun müssen
sie auch noch die Betriebsrentner der pleite gegangenen Unternehmen mit
durchfüttern. Dass es
hier um erkleckliche Ansprüche geht, erlaubt einen ein Blick ins Web: 285
Milliarden Euro beträgt der Kapitalwert der unter Insolvenzschutz stehenden
Versorgungsverpflichtungen. Das sind knapp 30.000 für jeden aktiven oder
zukünftigen Betriebsrentner. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Die gestrige Goldpreis-Drückung setzte sich am
heutigen Vormittag fort. In der Übergangs-Phase vom asiatischen zum europäischen
Handel ging es mit Gold erneut abwärts. Der Londoner A.M. Fix mit $1.186,00
(EUR 944,04) markierte dann allerdings den heutigen Tagestiefstand. Mit Beginn des Handels an der New Yorker COMEX
ging es dann aber wieder leicht aufwärts. Der P.M. Fix war mit $1.193,25 (EUR
946,05) dann aber nur noch leicht unter dem gestrigen Niveau, wo die kräftige
Preisdrückung eingesetzt hatte. In den verbleibenden Stunden des Handels an
der COMEX setzte sich die Erholung dann weiter fort. Der Schlusskurs mit
$1.198,20 (EUR 949,27) lag dann drei Dollar höher als zum gleichen Zeitpunkt
gestern. Im Access Handel stieg das gelbe Metall dann
weiter und konnte die Marke von $1.200 wieder nach oben durchbrechen. Ansonsten verlief der Tag relativ ruhig. Der
US-Dollarindex (USDX) verlor zwar weitere 0,2 Punkte. Aber bei den
Schwankungen, die wir die letzte Zeit erleben durften, können wir hier von
einem stabilen Wechselkursverhältnis sprechen. US-Öl konnte sich um zwei Dollar
auf $74 befestigen, die US-Aktienmärkte stiegen um knapp zwei Prozent. Und die
weißen Edelmetalle tendierten genauso wie Gold etwas fester. Positive Zahlen
vom US-Einzelhandel wurden als Erläuterung der heutigen Aktien-Hausse genannt. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com täglich
publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
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