|
Bericht für den 28. Juli 2010 Gold & Gesellschaft: Protagonistin des Niedergangs Von der CDU zur FDP – und
dann ist man Nichtwähler beschreibt die WELT heute die Stimmung der
konservativen Wählerschichten der Union. Eine immer stärker nach links ausgerichtete
Union hatte bei der letzten Bundestags-Wahl eine Reihe klassischer Unionswähler
erstmals ihr Kreuz bei der FDP machen lassen. Nachdem
sich die FDP in der konkreten Regierungs-Verantwortung jedoch als komplette
Fehlbesetzung herausstellte – praktisch keine ihrer Forderungen, mit
denen sie Unionswähler im letzten Jahr an sich binden konnte, hat sie in
Regierungs-Beschlüssen oder Gesetzen umsetzen können. Vielmehr wird diese
Partei nur noch als Westerwellesche Klamauk-Truppe wahrgenommen. Das liegt sicherlich
auch an dem Vorsitzenden selbst, der gerne in Genscherscher Manier im Ausland
seine Auftritte feiert. Aber wenn er einmal Stellung zu Themen der
Regierungs-Politik und den Konflikten mit der Union bezieht, dann flüchtet er vor
der innerdeutschen Debatte um seine durchaus diskussionswürdigen Thesen wieder
ins Ausland. Politik
kann man eben nicht im Stil eines Hubschrauberangriffs führen:
Einfliegen, alles zusammenschießen und dann gleich wieder abhauen. Die
Wahl-Prognosen für die FDP um die fünf Prozent sind real und keine Dichtung von
interessierten Meinungsforschern. Wie die WELT so richtig sagt: Die der Union
an die FDP abhanden gekommenen Wähler wenden sich nicht nur im großen Umfang
von dieser Spaßpartei ab, sondern gehen in das Lager
der Nichtwähler über. Denn welche Politik der Bundesvorsitzenden sollte sie
denn dazu ermutigen, wieder ins Lager der Unionswähler zurückzuwechseln. So stellt
die WELT etwas entmutigend fest, dass die Union seit zehn Jahren erstmals unter
die Marke von 30 Prozent abrutscht, obwohl die Bürger ihre Politik für richtig
halten. Das ist das Niveau zu Zeiten der CDU-Spendenaffäre, wo Merkel
seinerzeit das Ruder bei der Union übernommen hatte. Sie wurde, wie die WELT
das kommentierte, zur Protagonistin des Wiederaufstiegs dieser Partei. Es hätte
ja auch anders kommen können, wie beispielsweise nach den Korruptionsfällen
innerhalb des italienischen Pendants des CDU, der Democrazia Cristiana (DC),
die sich nach Ermittlungen der Mailänder Staatsanwalt im Jahr 1993 selbst auflöste.
Das hat den Italienern dann die Gründung zuerst der Forza Italia und dann der Popolo
della Liberta durch Silvio Berlusconi beschert
– wobei viele alte DC-Wähler dort eine neue Heimat gefunden haben. Was
derzeit an den Grundfesten der Union rüttelt, ist die populistische
Linksausrichtung dieser Partei, die vor allen Dingen durch Angela Merkel
vorangetrieben wird. Fast wöchentlich entsagen sich immer mehr
Spitzenfunktionäre dieser Partei, in der sie anscheinend entweder keine eigene
persönliche Perspektive mehr für sich sehen. Oder sie können mit den
programmatischen Unterschieden zu ihrer Bundesvorsitzenden einfach nicht mehr
leben. Ein Politiker, der sich ständig selbst verleugnen muss, kann in der
Öffentlichkeit einfach nicht überzeugen. Und so
sieht mit dem Niedergang der Union und einer beispielslosen Pannen-Serie der
derzeitigen Regierung auch die konservative WELT, trotz der gelebten
Freundschaft von Friede Springer zu Angela Merkel, sie plötzlich als eine
Protagonistin des erneuten Niedergangs. Nichts will Angela Merkel in den
letzten Monaten gelingen – neben den Wählern laufen ihr auch die
Führungs-Persönlichkeiten scharenweise davon. Bis auf ihre Polit-Zwerge, die
sowieso nur überleben können, solange ihre Chefin in Amt und Würden ist, kennt
fast keiner in der Öffentlichkeit die nun hektisch in die freigewordenen Lücken
platzierten Politiker. Interessanterweise
werden in der Öffentlichkeit bereits Nachrichten über eine neue Partei, die
rechts von der Union die konservativen Wählerschichten abgrasen könnte,
lanciert. Das Potential schätzen die Meinungsforscher durchaus auf 20 Prozent
ein. Obwohl die WELT in ihrem heutigen Bericht zu bremsen versucht: Die klassischen
Mittelständler, die der Union abhanden kommen, wollen keine rechtspopulistische
Partei: Die Menschen möchten Reformen, die man ihnen ehrlich erklärt und die
diesen Namen auch verdienen. Natürlich
hätte eine auf einen charismatischen Parteiführer ausgerichtete Rechtspartei
keine Chancen, da sie von einem Großteil der dem konservativen Potential
zuzuordnenden Wähler nicht ernst genommen würde. Aber die Wählerschicht der
Besserverdienenden und Mittelständler für eine solche Partei vollständig
abzuschreiben, das sieht die WELT falsch – vielleicht ist hier wieder ein
bisschen Friede Springer – Einfluss zu Gunsten ihrer Freundin im Spiel.
Denn die derzeitige Union steuert mit vollem Kurs auf eine noch unverschämtere Ausplünderung der Leistungs-Träger dieser
Gesellschaft zu. Wenn man hier eine realistische Alternative, gepaart mit einer
Politik der Ausblutung des vollkommen überzogenen Sozialstaates lancieren
könnte, dann würde diese Partei auch für viele wählbar werden. Es kommt
in Wirklichkeit darauf an, Strukturen zu schaffen, die eine wie in den
bisherigen Volksparteien verteilte Machtbasis etabliert. Das Zweite, was
benötigt wird, sind bekannte und redekräftige Politiker. Eine Partei wie DIE
LINKE lebt auch von ihren beiden herausragenden Persönlichkeiten, Oskar
Lafontaine für den alte Westen und Gregor Gysi für den alten Osten. Geeignet
wären hier wohl Köpfe aus der Union, die sich die letzten Monate aus der
aktiven Politik zurückgezogen haben. Entweder, sie warten auf einen
Zusammenbruch des Merkel-Imperiums in der Union oder sie planen selbst eine
Gründung einer konservativen Partei. Dabei könnten sie wohl viele Freunde aus
der Union, die mit oder unten ihnen dort groß geworden sind, mitziehen. Denn die
letzten Wochen haben gezeigt, dass man Merkel nur mit dem Stuhl aus ihren
bisherigen Ämtern tragen kann. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Wer
ernsthaft damit gerechnet hatte, dass sich der Goldpreis schnell nach der
gestrigen Drückung erholen würde, der wurde enttäuscht. Vielmehr sehen wir das
die letzten Wochen beobachtete Muster wieder, dass eine (oder mehrere) Parteien
weiterhin physisches Gold in die Märkte kippen. Dadurch wurde jeder
Erholungs-Ansatz zunichte gemacht, was sich wieder an dem P.M. Fix mit
$1.157,00 (EUR 889,18), der gleichzeitig den Tages-Tiefstand bei Gold
markierte, ablesen lässt. So wurde der gestrige Tiefstand zum COMEX-Schluss sogar heute noch zum P.M. Fix um einen Dollar
unterschritten. Ansonsten
verharrte Gold den Tag in einem Korridor zwischen $1.165 an der oberen Grenze
und $1.160 an der unteren Grenze. Am unteren Ende dieses Korridors beendete das
gelbe Metall auch den Handel an der COMEX – bei $1.160. Im
US-Dollarbereich nebst den Treasury Notes tat sich heute nichts
Erwähnenswertes. Beim Gold ebenso wie beim Silber müssen wir die nächsten Tage
einfach abwarten. Wenn die Käufer selbst bei dem derzeitigen Preisniveau nicht
beherzt zugreifen, dann könnte das Gold Kartell demnächst einen zweiten
Angriffsversuch wagen. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. ©
Copyright Dr. Neugebauer Handels-Consulting 2009-2010 |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||