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Bericht für den 2. August 2010 Gold & Gesellschaft: Gläubiger-Beratung Sie
kennen sicherlich auch den Spruch: Schulden Sie der Bank 100.000 Euro und
können die Zinsen und Tilgung nicht mehr leisten, dann haben Sie ein Problem.
Schulden Sie dagegen der Bank 100 Millionen Euro und haben Probleme mit der
Rückzahlung, dann hat die Bank ein Problem. Ein
Kredit beziehungsweise ein Schuldverhältnis hat immer zwei Parteien, die einen
Vertrag miteinander eingehen: Der Schuldner, der sich beispielsweise bei einer Bank
Geld leiht und dafür verspricht, dieses Geld in vereinbarten Tilgungsraten
zurückzuzahlen und eine Leihprämie in Form eines Zinssatzes zu entrichten. Und
den Gläubiger, also derjenigen Person, die ihr Geld für eine Zeit an eine
fremde Partei verleiht, in der Hoffnung, es später nebst Zinsen wieder
zurückzubekommen. Der
Zinssatz des Kredit-Geschäfts erfüllt hierbei zweierlei – oder sogar
dreierlei – Funktion: Er dient als Kompensation für eine (angeblich)
sichere Anlageform – meistens sind Staatsanleihen die Anlage, die als Benchmark für eine solche sichere Anlageform betrachtet
werden. Und er enthält eine Risiko-Prämie für den Fall eines Ausfalls des
Schuldners – sei dieser nun selbstverschuldet (z.B. übermäßiger Konsum,
Scheidung) oder unverschuldet (z.B. durch Arbeitslosigkeit, Berufsunfähigkeit).
Die dritte Komponente ist ein Gewinn-Anteil, den eine Bank noch zusätzlich
erzielen möchte. Nun gibt
es Politiker, die sich zu Garanten der Gläubiger machen: Beispielsweise Norbert
Blüm mit seinem legendären Ausspruch, dass die Renten sicher seien. Oder unsere
Bundeskanzlerin nach der Lehman Krise, wo sie den Bürgern eine Garantie für
deren Spareinlagen gegeben hat. In
Wirklichkeit sind diese angeblichen Garantien nur Nullsummen-Spiele. Denn wenn
Frau Merkel eine Bank wie die HRE mit 100 Milliarden Euro Staatsgeldern retten
muss, um die Spareinlagen für eine Zeit garantieren zu können, dann wird aus
dem Inhaber der Spareinlagen (Gläubiger) gleichzeitig ein neuer Schuldner
– nämlich als Steuerzahler, der nun für die zusätzlich gemachten
Staatsschulden in Höhe von 100 Milliarden Euro eintreten muss. Und auch
die Blümsche Rentengarantie wird von den aktuellen Beitragszahlern in Form
höherer Sätze zur gesetzlichen Rentenversicherung und stärkeren staatlichen
Zuwendungen an die Rentenkasse – sprich neue Staatsschulden zu Lasten der
Steuerzahler – finanziert. Es wird
zu Recht behauptet, dass viele Menschen mit ihren Schulden nicht mehr zurande
kommen und deshalb eine Schuldner-Beratung aufsuchen müssen. Ich behaupte: Es
gibt einen noch größeren Anteil innerhalb der Gruppe der Gläubiger, die sich
über die Risiken ihres in Kreditverträgen gefangenen Geldes überhaupt nicht
bewusst sind. Oder noch nicht einmal wissen, dass ihr Vermögen eigentlich nur
darauf basiert, dass eine Gegenpartei versprochen hat, das bereits ausgegebene Geld
nebst Zinsesleistung zurückzuzahlen. So wird
die abgeschlossene Lebensversicherung plötzlich zu einem indirekten
Kreditvertrag, den ich mit dem deutschen Staat, aber gegebenenfalls auch mit
Portugal, Griechenland, Spanien & Co abschließe. Das wollen Sie nicht
glauben: Schauen Sie sich an, in welche Anlageformen die Versicherungs-Branche
auch aufgrund gesetzlicher Bestimmungen investiert – in Staats-Anleihen.
Finanziere ich nicht da die staatlichen 100 Milliarden Euro für die Rettung
einer Bank wie der HRE mit, nur damit meine Spareinlagen auf dem anderen Konto
garantiert werden können. Garantiere ich vielleicht einen Teil meiner Einlagen
durch meine Verträge mit Banken und Versicherungen selbst? Und wenn ich einen Anteil
selbst garantiere, heißt das nicht im Umkehrschluss, dass meine Spareinlagen
doch schon zum großen Teil verloren sind? Und wie
ist das mit der gesetzlichen Rentenversicherung: Bin ich nicht derzeit als
Arbeitnehmer der Schuldner gegenüber der Generation von Rentnern, die aufgrund
eines Kreditvertrages, der sich Generationen-Vertrag schimpft, als Gläubiger
von mir Zins- und Tilgungsleistungen verlangen. Gleichzeitig erarbeite ich mir
als zukünftiger Rentner den Gläubiger-Status auf Basis desselben Kreditvertrages.
Nur meine Schuldner sind jetzt die Jungen, die noch in der Ausbildung sind oder
gerade mit dem Beruf begonnen haben. Und zu Zeiten meiner Generation ist die
Bevölkerung noch gewachsen und jetzt schrumpft sie kräftig. Und dort, wo es
noch Kinderreichtum gibt, geht diese Generation fließend in Hartz IV über. Sind
die verbliebenen Jungen noch in der Lage oder willens, diesen Kreditvertrag zu
erfüllen. Man
könnte die Beispiele beliebig fortsetzen. Wichtig ist jedoch, dass jeder Bürger
versteht, wo er wirklicher Vermögens-Besitzer mit jederzeitigem und
ungehindertem Zugang auf sein Vermögen ist, oder wo er nur ein Gläubiger ist,
der auf die Erfüllung seines Kreditvertrages hofft – unter den oben
genannten Rahmenbedingungen wahrscheinlich unwahrscheinlich. Wir brauchen
deshalb eine Gläubiger-Beratung, die den Menschen die Augen dafür öffnet,
welche Schein-Vermögenswerte sie eigentlich über die Zeit angesammelt haben.
Und dass für dieses Schein-Vermögen keine oder nur geringe Überlebens-Chancen
bestehen wird. Der erste Schritt wäre, den Bürgern zu eröffnen, in welchen
Anlageformen überhaupt ein Gegenpartei-Risiko liegt und in welchen nicht. Leider
ist das schwieriger, als es eigentlich sein müsste. Der Grund: Die Psychologie
des Menschen. Denn keiner gibt gerne zu, dass er eine falsche Entscheidung
getroffen hat. Und anstatt die Probleme noch rechtzeitig zu lösen, sitzt man
sie lieber aus und macht die Situation am Ende noch viel schlimmer. Das ist
eine Eigenart, die der Volksmund eigentlich nur den Politikern zuteilt.
Zunichte, denn das steckt in jedem von uns. Die Anfragen und versteckten
Begründungen auf Walter Eichelburgs Seite
hartgeld.com zum Thema Immobilien-Kredite sind dafür geradezu ein
Parade-Beispiel: Man geht dort zwar konform mit den Ideen zu Gold, Silber,
Systemzusammenbruch, Schuldsklaventum & Co – aber sich selbst sieht
man fälschlicherweise nicht auf der Galeere, obwohl die Immobilien-Kredite
monatlich schmerzen und man sich mit Zwangsvollsteckungs-Erklärungen bereits
selbst den Strick um den Hals gelegt hat. Man denkt sogar, besondern pfiffig zu
agieren – totale Realitätsverweigerung. Wie soll
man da die Vermögens-Inhaber überzeugen, keine Anlagen zu besitzen, die ein
Gegenpartei-Risiko in sich tragen. In
Anlehnung an Peter Zwegats Sendung Raus aus den
Schulden brauchen wir eine ähnliche Sendung für die Gläubiger
– beispielsweise mit dem Titel Retten Sie ihr Vermögen. Die Versuchungen dort
sind nicht der OTTO-Katalog und der schicke 3er BMW,
sondern die angeblich heile Welt der Versicherungs-Vertreter, Banken-Berater
und Finanz-Dienstleister. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Seit der
kräftigen Erholung am Ende der letzten Woche oszilliert Gold heute sehr stark.
Dabei fällt der US-Dollar kräftig, der US-Aktienmarkt ist in Champagner-Laune,
die Realzinsen der Staatsanleihen sind wieder gestiegen und Öl, Palladium,
Platin uns sogar Silber haussieren regelrecht. Willkommen
in der Welt der Gold-Preisdrücker. Wir haben
heute keine sichtbaren deflationären Tendenzen, welche die non-interest
bearing assets nach unten
ziehen könnten. Durch die Bank steigen diese Titel zum Teil recht kräftig
– bis auf das Gold. Das möchte auch steigen, wird dann aber wieder
blockiert. Versucht es aber erneut – aber man möchte es nicht steigen
lassen. Zum COMEX-Schluss blieb ein mikriges Plus von einem Dollar im Handelstags-Vergleich,
nachdem auf Vergleichsbasis der A.M. Fix um zehn Dollar und der P.M. Fix um
zwanzig Dollar zugelegt hatten. Positiv
an der heutigen Entwicklung war der Londoner P.M. Fix. Denn der tendierte mit
$1.188,50 (EUR 904,63) fast am Tages-Höchststand. Von da an ging es bergab. Die
EZB ist raus aus dem Gold-Markt und die FED nebst ihren Gehilfen ist wieder
back on stage. Denn es
gibt Gerüchte über weiter kräftige Monetarisierungs-Maßnahmen, welche die FED
auf ihrer nächsten regulären Sitzung am Dienstag in einer Woche verkünden
möchte. Und der US-Arbeitsmarktreport steht Freitag nachmittags zur
Veröffentlichung an. Die Zahlen der US-Konjunktur in letzter Zeit waren
insgesamt enttäuschend, auch wenn dies durch Formulierungen auf Bloomberg wie better than expected verdeckt
werden soll. Und
obwohl Gold heute in US-Dollar gerechnet doch noch leicht steigen konnte, ist
es de facto nicht unwesentlich gefallen: Laut KITCO um 21:15 Uhr MEZ um $8,90,
wenn man den kräftigen Rückgang des US-Dollars gegenüber den anderen wichtigen
Währungen herausrechnet. Ein um
0,6 Punkte auf 80,9 gefallener US-Dollarindex, gepaart mit einer auf 3,0
Prozent gestiegenen Real-Rendite der 10-jähriges Treasury Notes macht zusammen
einen um 1,1 Punkte sehr kräftig gefallenen Quotienten aus den beiden Werten.
Was dort verloren gegangen ist, wurde in Aktien, Öl und den anderen
Edelmetallen (ohne Gold) hinzugewonnen. Willkommen
in der Welt der Zentralbanken. Liquiditäts-Steuerung
ist das heutige Brennmaterial, mit dem man den verschiedenen Anlage-Klassen
Feuer unter den Hintern macht. Versiegt die Flamme, den erkaltet die Suppe
schnell zu einem deflationären und unverdaulichen Brei. Willkommen
in der Welt des Kredit-Kredit-Kreditgeldes. Wenn
schon nicht ausreichend Geld verdient wird, um den Kredit für Zinsen und
Tilgung zu abzuzahlen, dann nehmen wir eben noch mehr Kredit auf. Unsere
Notenbank hilft uns dabei – ohne böse Hintergedanken natürlich. Alles nur
Illusion? Die Märkte heute hatten jedenfalls eine andere Auffassung. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. ©
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