Bericht für den 9. August 2010

 

Gold & Gesellschaft: Pleite-Promis

 

Die Star und Sternchen sind unbestritten die Höchstverdiener in unserem Land. Je nach Erfolg und Bekanntheitsgrad kommen hier Einkommen aus deren Tätigkeit nebst Sponsoren-Geldern und Werbe-Verträgen von mehren Millionen Euro pro Jahr zustande – wenn sich diese Supertalente auf dem Höhepunkt ihrer Karriere befinden.

 

Während man dem alleinstehenden Ingenieur oder Facharbeiter mit einem Jahresbrutto-Verdienst von 50.000 Euro und mehr dieses Einkommen neidet – denn er wird ja nach unserem derzeitigen Steuerrecht mit einem Grenzsteuersatz von 42 Prozent plus Solidaritäts-und Kirchensteuerabzügen belastet und gilt deshalb schon per Definition als reich – und nach höherer Steuerbelastung für diese vermeintlichen Schmarotzer der Gesellschaft schreit, so gönnt man einem Top-Fußballspieler oder Formel Eins Rennfahrer selbst zweistellige Millionen-Einkünfte.

 

Denn das gemeine Volk ist in seinem Investment- und Ausgabeverhalten derjenigen Gruppe viel näher, die mit ihrem oft zufällig zugeflossenen Geld einen opulenten Ausgabestil pflegt. Nach der Devise: Was schert mich das viele Geld, welches ich gerade ausgebe. Denn nächsten Monat kommt ja bereits das nächste.

 

Wie dem gemeinen Volk geht es auch den Prominenten nur um eines: Konsum.

 

So wirken Protzpaläste und schnittige Autos nebst erkauften Freund- und Liebschaften wie eine psychologische Schwanz-Verlängerung.

 

Der SPIEGEL fasst dieses Verhalten in seinem heutigen Bericht unter dem Titel Warum es so viele Pleite-Promis gibt wie folgt zusammen: Viele Stars gehen trotz eines Millionenverdienstes pleite. Für den Ruin machen sie gerne ihren Anlageberater verantwortlich. Dabei begehen die Promis die gleichen Fehler wie Normalverbraucher: Sie beschäftigen sich zu wenig mit ihren Finanzen – und sind auch noch gierig.

 

Da haben wir es also selbst aus der Schreibfeder der System-Presse schwarz auf weiß: Prominente, Stars und Sternchen sind genauso dieselben Scher-Schafe oder dieselben Schlacht-Säue, wie wir sie im gemeinen Volk finden. Deshalb fühlt man sich so stark miteinander verbunden, auch wenn es der eine nur auf 20.000 Euro pro Jahr bringt, während der andere mit einem um den Faktor hundert größeren Einkommen nach Hause geht.

 

Das größte Problem bei den Prominenten ist die fast grenzenlose Liebe zu Protz-Immobilien. Für sich selbst muss es natürlich eine üppig ausgestattete Luxus-Villa in einer entsprechend herausragenden Gegend sein. Denn man möchte ja gerne unter sich bleiben und dem gemeinen Pöbel nicht beim Brötchen-Kaufen begegnen. Da aber die entsprechenden Objekte selbst für Millionen-Verdiener nicht so einfach leistbar sind, nimmt man sich eben einen mehrere Millionen umfassenden Kredit zur Finanzierung seiner Hütte auf. Was dem Wüstenrot-Michel recht ist, das kann dem Formel Eins Michael ja nur billig sein.

 

Man kümmert sich zwar nicht ernsthaft um seine Finanzen, aber Steuerspar-Modelle in Container-Schiffsbeteiligungen und der Renovierung von Ost-Luxus-Immobilien versprechen eine vermeintlich hohe Rendite – sagt jedenfalls der Anlageverwalter, der für die Vermittlung gleich 10 bis 15 Prozent des Beteiligungs-Volumens als seine Provision vereinnahmt. Plus die entsprechenden Kosten für die jährliche Verwaltung.

 

Gier frisst eben die letzten Reste Gehirn - die vielleicht noch aus ausgiebigen Exzessen der letzten Monate übriggeblieben sein sollten. Gerade die Promis im Unterhaltungs-Sektor haben noch viel weniger Ahnung über ihre finanzielle Situation als Otto Normalverbraucher. Immer neues Geld fließt ja nach – also kann ich überhaupt nicht in eine prekäre Situation geraten. Dumm nur, wenn der Stern des Prominenten zu sinken beginnt oder der Fußball-Spieler verletzungsbedingt für mehrere Monate auf der Tribüne Platz nehmen muss. Dann zeigt sich sehr schnell, welche andere Strategie die eigentlich bessere gewesen wäre: Geld in guten Zeiten für schlechte Zeiten zu sparen.

 

Das Phänomen kennen wir von den plötzlichen Lotto-Millionären, die einfach mit dieser Situation nicht zurecht kommen, ihren Arbeitsplatz kündigen und das Geld unters Volk verteilen. Und sich schließlich schneller als erwartet vor folgender Lebens-Situation wiederfinden: Kein Geld, hohe Schulden, ohne Freunde und vor allen Dingen ohne Arbeit und Perspektive.

 

Es manifestieren sich bei den Promis wie bei den Normalverbrauchern und Spontan-Millionären die folgenden fundamentalen Probleme, die solche Personen nie in den Olymp des Investors aufsteigen lassen werden: Unmäßiger Konsum, nicht vorhandenes Risiko-Denken und Gier mit Hilfe von hoher Spekulations-Neigung unrealistische Real-Renditen erzielen zu können.  

 

Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten

 

Ich wäre überrascht gewesen, wenn das Gold Kartell im Vorgriff auf die morgige Tagung der FED nicht den Versuch unternommen hätte, den Gold-Preis zu drücken. Und so scheint es in einer Zeit der vielen Unwägbarkeiten doch noch eine Konstante zu geben: Stehen geldpolitische Entscheidungen an, die wahrscheinlich einen Wiedereinstieg in die bislang als Auslauf-Modell gehandelte Quantitative Easing Geldpolitik bedeuteten werden, dann kann man sich auf JP Morgan, HSBC, Deutsche Bank & Co verlassen.

 

Die Indizien für diesen Eingriff sind natürlich wieder einmal in den Handelszeiten der New Yorker COMEX zu finden. Am Vormittag stieg Gold im späten asiatischen Handel und frühen Londoner Vormittags-Handel auf bis zu $1.210 an.

 

Der A.M. Fix mit $1.206,00 (EUR 907,86) war trotz eines (Handels-)Tagesgewinns von zwölf US-Dollar eine kleine Enttäuschung.

 

Mit Beginn des Handels in New York ging es trotz einer kurzen Aufwärts-Phase bis zum P.M. Fix stetig bergab. Um 16:00 Uhr stand Gold bei $1.203,00 (EUR 908,40) dann schon um fünf Dollar schwächer als am letzten Freitag. Der Tiefpunkt wurde mit $1.200 kurz vor dem Londoner Fixing erreicht.

 

Im Anschluss erholte sich Gold zwar wieder auf $1.205, wurde aber erneut auf $1.200 gedrückt. Erneut hielt diese Marke den Drückungs-Versuchen stand.

 

Danach ging es zwar wieder etwas aufwärts, aber zum Schluss des Handels an der COMEX verfiel das gelbe Metall wieder auf seinen Tages-Tiefstand bei $1.200. Man meinte es mit der heutigen Drückung ernst.

 

Der US-Dollar konnte heute gegenüber dem Yen und Euro zulegen. Der US-Dollarindex (USDX) stieg demzufolge um 0,3 Punkte auf 80,7. Die Real-Renditen der 10-jährigen Treasury Notes bleiben auf mehrjährigem Rekord-Tiefstand: 2,8 Prozent. Dadurch steht der von mir ermittelte Quotient aus beiden Werten mit 28,8 Punkten auch auf einem erstaunlich hohen Niveau.

 

Warten wir ab, was Bernanke & Co morgen beschließen mögen. Ihre publizistischen Hilfstruppen, beispielsweise Ambrose Evans-Pritchard vom Londoner Telegraph schießen schon aus vollen Quantitative Easing Rohren.   

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.206,00

(€907,86)

$1.194,50

(€906,09)

+ $11,50

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.203,00

(€908,40)

$1.207,75

(€906,26)

- $4,75

COMEX Schlusskurs

$1.200,00

NA

$1.204,00

NA

- $4,00

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$18,48

(€13,94)

$18,30

(€13,90)

+ $0,18

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.558,00

(€1.175,85)

$1.571,00

(€1.184,75)

- $13,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$485,00

(€366,05)

$491,00

(€370,30)

- $6,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

80,7

80,4

+ 0,3

Renditen 10-jährige Treasuries

2,8 %

2,8 %

unverändert

Quotient aus USDX und Renditen

28,8

28,7

+ 0,1

 

Über Ziemanns Gold News

Ziemanns Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de veröffentlicht.
Er ist erreichbar unter:
ziemann@bullionaer.de

 

© Copyright Dr. Neugebauer Handels-Consulting 2009-2010

Parse Time: 0.243s