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Bericht für den 20. August 2010 Gold & Gesellschaft: Ende des Billigkonsumwaren-Zeitalters Die Globalisierung hat vielen Bürgern in den
westlichen Staaten zu einem Konsum-Wunderland verholfen. Billig-Waren aus
Indien, China, Vietnam und anderen Ländern vor allen Dingen aus dem Fernen
Osten haben deutsche und europäische Produzenten dieser Produkt-Klassen vom
Markt verdrängt, weil diese auf Grund der Lohnkosten überhaupt nicht mehr in
der Lage waren, konkurrenzfähig zu produzieren. Eine Reihe dieser westlichen Unternehmen –
schon die Totenglocken hörend – hat sich deshalb dazu entschlossen,
selbst in Fernost zu produzieren oder für sich produzieren zu lassen. Die
Lohnstückkosten waren anfangs so niedrig, dass man sich ohne Probleme die höheren
Kosten für Transport, Logistik und Qualitäts-Sicherung leisten konnte. Viele dieser Firmen lassen auch in Asien entwickeln
– die europäischen Mutterhäuser verkommen also zu einer reinen Vertriebs-
und Marketing-Organisation. Nun scheinen die Zeiten billiger Arbeitskräfte in
China & Co dem Ende zuzugehen. So betrugen die durchschnittlichen Löhne in
China vor 10 Jahren noch $1.000 pro Jahr. Letztes Jahr waren es bereits $3.900.
An den großen Industrie-Standorten werden bereits wesentliche höhere Löhne
bezahlt und ein Ende des Anstiegs ist nicht in Sicht. Höhere zweistellige Lohnzuwächse
sind in China auch wegen der starken Inflation erforderlich, um den
Lebensstandard zumindest zu halten. Interessanterweise ist diese Entwicklung nicht nur
in China, sondern in einer Vielzahl der Länder dieser Region zu beobachten.
Natürlich gibt es noch eine Reihe von Ausweichstaaten wie beispielsweise Bangladesh,
Vietnam und Indonesien, wo die Lohnkosten sehr niedrig sind. Aber um dort
produzieren zu können, müssten Fabriken und die gesamte Logistik-Kette
kostspielig in diese Länder umgezogen werden. Was hat dies nun für eine Auswirkung auf die
westlichen Unternehmen, die diese Waren aus Asien beziehen oder produzieren.
Nun – entweder die jährlich zweistelligen Preissteigerungen werden an die
Verbraucher weitergegeben, oder der Gewinn dieser Unternehmen schrumpft. Von
den Konsumenten in den Vereinigten Staaten wissen wir, dass die durch
Überschuldung und Arbeitslosigkeit keine zusätzlichen Belastungen tragen
können. Entweder diese Haushalte schränken sich im Konsum dieser Billigwaren
ein, oder die Unternehmen müssen die Endkundenpreise stabil halten. Irgendwann
ist bei diesen Unternehmen dann aber der Punkt erreicht, wo das Geschäft nicht
mehr profitabel ist. Also wird es wohl zu einer Kombination aus beiden Effekten
kommen – wobei die Unternehmen zuerst wohl, um nicht Marktanteile an die
Konkurrenz zu verlieren, die Preise möglichst stabil halten werden. Eine andere Alternative: Wieder zu Hause
produzieren. General Electric in den USA ist dazu übergegangen,
seine Wasserkocher wieder in den Vereinigten Staaten fertigen zu lassen. Die
Gründe sind schrumpfende Lohnkosten-Unterschiede, niedrigere Transportkosten
und damit auch kürzere Lieferzeiten. So schmerzlich diese Entwicklung für den westlichen
Verbraucher auch sein mag, weil er eben nicht mehr mit wenig Geld Kleidung,
Schuhe und andere Konsumartikel in dem Umfang kaufen kann, wie er es die
letzten zehn Jahre gewöhnt war, so positiv kann das jedoch für den Wiederaufbau
einer lokalen oder regionalen Industrie sein, die im Inland dann wieder neue
Arbeitsplätze schaffen würde. Das sind zwar nicht die von Politikern hoch
gelobten Dienstleistungs-Jobs – aber viele dieser Jobs waren am Ende dann
noch schlechter bezahlt als Industrie-Arbeitsplätze in der Produktion. Vielleicht bekommen wir dann auch einen Teil
unserer ausufernden Sozial-Kosten in den Griff. Natürlich nur, wenn sich das
Arbeiten für diese Löhne im Vergleich zu den Sozial-Leistungen überhaupt noch
lohnen sollte. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Wenn sich die Notenbanken mit ihren geldpolitischen
Spielereien, mit denen sie die Rohstoff-Märkte nach unten dirigieren können, um
die aufflackernden Feuerchen der Inflation unter Kontrolle zu bringen, beim
Gold verschätzen, dann braucht es dort eben andere Mittel. Der heutige Londoner
P.M. Fix markierte den Tages-Tiefstand beim Gold. Nicht ohne Grund, denn das
gelbe Metall wollte einfach nicht wie die anderen Asset-Klassen
fallen. Also bedurfte es einer größeren Menge physischen Goldes, um auch den
Preis dieser Hard Asset-Klasse fallen zu lassen. Der P.M. Fix kam mit 1.223,50 (EUR 964,53) um zehn
Dollar niedriger zustande als noch am gestrigen Tage. Dafür ist der Euro-Gold
Preis um sieben Euros gestiegen. Das Phänomen, dass zum Wochenende der
Goldpreis ganz plötzlich in den ersten Stunden des COMEX-Handels
fällt, wird in Foren als Freitags-Drückung bezeichnet. Für Gold lief es heute Vormittag eigentlich ganz
gut. Der Kurs verfestigte sich im asiatischen Handel oberhalb der Marke von
$1.230. Diese Entwicklung hielt auch im Londoner Vormittags-Handel an. Der A.M.
Fix kam mit $1.230,50 (EUR 964,14) um drei Dollar höher zustande als gestern
noch zum selben Fixing-Zeitpunkt. Auch der frühe Nachmittag verlief ruhig. Kurz nach
Beginn des Handels an der COMEX wurde Gold dann jedoch um fünf Dollar gedrückt
und zum P.M. Fix um weitere drei Dollar. Im Anschluss ging es wieder langsam nach oben,
wobei das Gold Kartell darauf achtete, dass der Preis unterhalb der Marke von
$1.230 blieb. Zum COMEX-Schluss konnte Gold zumindest
einige Dollar seines Tagesverlusts wieder wettmachen: $1.227,10 und damit sechs
Dollar niedriger als gestern lautete der Schlusskurs. Der US-Dollarindex (USDX) legte heute kräftig um
0,5 Punkte auf 83,0 zu. Das war auch der Grund, warum Euro-Gold Besitzer von
dem heutigen Preissturz gar nichts bemerkt haben, sondern sich im
Wochenvergleich (Basis: Londoner P.M. Fix) um einen Anstieg um 17 Euro freuen
können (1,8 Prozent). Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. ©
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