Bericht für den 31. August 2010

 

Gold & Gesellschaft: Mut zur Freiheit

 

Dass es um die FDP derzeit nicht gut steht, kann jeder tagtäglich beobachten: Diese Partei war vor der Bundestagswahl im letzten September das letzte Zufluchtsbecken für eine Reihe von Angela Merkel vergrätzten Unions-Wählern. Und seit dem Start der schwarz-gelben Wunschkoalition stellte sich gerade diese besonders aggressiv für Steuerentlastungen und Reformen unseres Staates eintretende Partei als Total-Ausfall heraus.

 

Das hat wohl eine Reihe von FDP-Persönlichkeiten der zweiten Reihe dazu bewogen, in der Financial Times Deutschland einen Nachrufbericht unter dem Titel Mut zur Freiheit zu veröffentlichen. Die FTD gibt öfters einmal Politikern verschiedener Couleur die Möglichkeit, ihre Thesen der Öffentlichkeit frei präsentieren zu können. Nun, selbstkritisch merken die drei Autoren Holger Krahmer (MdEP), Alexander Pokorny (Mitglied des Bundesvorstandes) und Frank Schäffler (MdB) an: Die FDP vernachlässigt klassisch-liberale Grundsätze. Ein Kurswechsel hin zu konsequent freiheitlicher Politik würde ihr ein großes Wählerpotential erschließen.

 

Die Chance haben sie aber vollkommen verspielt: Wer die Freiheit der Arzneimittelversorgung im Hinblick auf die monopolistisch strukturierten Apotheker opfert, sich zum Spielball der praktisch durch staatliche Regelungen von unternehmerisch riskanten Handeln abgeschotteten Ärzteschaft machen lässt und dabei hinaus noch für die breite Öffentlichkeit sichtbare Steuergeschenke für das Hotelier-Gewerbe durchsetzt, der ist alles bloß nicht marktwirtschaftlich handelnd.

 

Es kommt mir so vor, dass die FDP genauso wie die Gewerkschaften, die SPD und Linke sowie die Union unter dem Diktat des sozial-politisch industriellen Komplexes steht. Jeder hat seinen eigenen Schwerpunkt und seine eigene Klientel – aber allen Organisationen geht es prinzipiell genau um das gleiche: Den Steuer- beziehungsweise Beitragszahler zu Gunsten der eigenen Freunde möglichst effektiv auszurauben.

 

Da hilft es auch nicht, wenn Schäffler & Co das klassisch-liberale Wählerpotential bei 20 bis 25 Prozent ausmachen. Auch das Zitieren von liberalen beziehungsweise nationalökonomischen Größen wie Ludwig von Mises, Friedrich August von Hayek aber auch Otto Graf Lambsdorff verfängt in diesem Zusammenhang nicht.

 

Vielmehr ist diese Partei nicht prinzipientreu, wie der Bericht in der FTD selbst einräumt: Kein Mensch, keine Gruppe, keine noch so demokratisch gewählte Mehrheit und kein Staat haben deshalb das Recht, Menschen zu zwingen, auf eine bestimmte Art und Weise glücklich zu sein. Aber leider beteiligt sich auch die FDP ständig putzmunter an deren Zwangsbeglückungen.

 

Folgender Schlussfolgerung kann man deshalb nur im vollen Umfang zustimmen: Die FDP muss sich zu einer Partei entwickeln, die konsequent liberale Grundsätze in der Tagespolitik anwendet.

 

Aber diese Partei hatte schon mehrere Chancen, die Ideale zu verwirklichen – also warum fällt sie permanent um?

 

Mit Thilo Sarrazin hat nun gerade ein SPD-Politiker ein Leuchtturm-Projekt gestartet, das nicht nur auf viele liberale Wähler eine starke Anziehungskraft entwickelt. Sondern darüber hinaus auch die konservativen Kräfte im Land nebst den durch Sozial-Ausgaben und Transferleistungen ausgebluteten Mittelstand eine Chance eröffnet, den Sozialstaat per se in Frage zu stellen.

 

Sorry FDP – den Mut zur Freiheit habt Ihr euch von einer Person abkaufen lassen. Um die Ideen von Sarrazin politikfähig zu machen, fehlt es neben der finanziellen Unterstützung zum Aufbau einer neuen Volkspartei eigentlich nur noch an den herausragenden Politiker-Charakteren, welche die Thesen rhetorisch schlagkräftig in die Öffentlichkeit transportieren können. Denn die derzeitige Politiker-Generation blutet aus vielen Wunden, wie man gestern Abend bei Beckmann in der ARD feststellen konnte. Dort hat man wirklich das letzte Aufgebot der aussterbenden Spezies der Sozial-Gutmenschen beobachten können. Und dann hat man propagandistisch auch noch eine Migranten-Wissenschaftlerin vor dem Hintergrund des Brandenburger Tors und der Deutschen Flagge ihre pseudowissenschaftlichen Thesen verbreiten lassen. Das war so billig, das ist wahrscheinlich selbst dem dümmsten Zuschauer aufgefallen.

 

Die FDP hat abgewirtschaftet – die Zeit ist reif für eine neue Volkspartei ohne diese peinlichen Ständevertreter. Das ist Mut zur Freiheit.

 

Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten

 

Gold hat heute einen kräftigen Schluck aus der Pulle genommen: Mit Eröffnung der New Yorker COMEX stieg das gelbe Metall innerhalb von 30 Minuten um $15. Wieder einmal steht der Dow Jones unter Druck: Mit Eröffnung des Handels an der NYSE fiel der Leit-Aktienindex unter die Marke von 10.000 Punkten. Es musste also wieder einmal in großem Umfang Liquidität in die Märkte gepumpt werden.

 

Davon profitierte erneut das Silber – aber auch Gold holte seinen Rückstand der letzten Handels-Tage langsam auf. Die Investoren merken, dass das bisherige Regime der Liquiditäts-Versorgung durch die Notenbanken langsam aber stetig immer stärker seine Wirkung verfehlt.

 

Was aber noch zu funktionieren scheint, ist die Treasury-Blase immer weiter aufzublasen. Mit einem um 0,1 Punkte steigenden US-Dollar (USDX) und den um 0,1 Prozentpunkte verfallenden Realrenditen dieser Papiere ermittelten Quotienten von 33,3 kommen wir langsam an die Dehnungsgrenze dieses Ballons.

 

Aus Sicht des Goldes lief der Vormittag eigentlich alles andere als optimal: Im asiatische Handel und auch im Londoner Vormittags-Handel stand Gold leicht im roten Bereich. Der A.M. Fix kam mit $1.233,50 (EUR 972,87) zustande.

 

Der COMEX-Handel führte dann zu der oben beschriebenen Aufwärtsentwicklung, die Gold zum Londoner P.M. Fix auf $1.246,00 (EUR 979,10) steigen ließ. Im weiteren Handelsverlauf konnte Gold sogar die Marke von $1.250 touchieren und ging nur sehr knapp mit $1.248,60 unterhalb jener Marke aus dem Handel. Ein Tagesplus von elf Dollar.

 

Der US-Aktienindex schloss nach einem zeitweisen Rückgang unter der Marke von 10.000 Punkten doch noch knapp behauptet bei 10.014. US-Öl konnten die Manipulatoren zwar unter die Marke von $72 drücken – ein Verlust von knapp drei Dollar. Aber richtig überzeugen zu vermögen tun diese Aktionen wirklich nicht. Die Gradwanderung, die derzeit vor allen Dingen von der FED und BoJ betrieben wird, wird immer riskanter.  

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.233,50

(€972,87)

Feiertag

 

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.246,00

(€979,10)

Feiertag

 

COMEX Schlusskurs

$1.248,60

NA

$1.237,50

NA

+ $11,10

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$18,87

(€14,87)

Feiertag

 

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.515,00

(€1.190,10)

Feiertag

 

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$494,00

(€388,05)

Feiertag

 

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

83,2

83,1

+ 0,1

Renditen 10-jährige Treasuries

2,5 %

2,6 %

- 0,1 %

Quotient aus USDX und Renditen

33,3

32,0

+ 1,3

 

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