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Bericht für den 10. Mai 2010 Gold & Gesellschaft: Im Auftrag des Imperiums Wir
erinnern uns noch an die Ereignisse des Jahres 2008, wo das Weltfinanz-System
mehrmals in den Abgrund schaute. Der damalige US-Finanzminister Hank Paulson, als ehemaliger CEO von Goldman Sachs in Themen des
Finanzsystems geschult, nutzte häufig Notaktionen, die über das Wochenende
eiligst zusammengezimmert wurden, um eine Kernschmelze im System abwenden zu
können. Dieses
Vorgehen konnte bislang den Game Over
des Systems verhindern. In enger Koordination mit der FED wurden die Märkte mit
Liquidität geflutet und die sich seinerzeit selbst nährende Deflationsspirale
kam zum Erliegen. Zurück blieben Zombie-Banken und Staats-Haushalte, die diesen
Namen infolge der massiven Verschuldung, die sie schultern mussten, nicht mehr
verdienen. Diese
unruhigen Wochenenden scheinen nun zum Standard-Programm der Mitgliedsstaaten
des Euro-Raums zu werden. Was als Griechenland-Krise begann, pflanzte sich
nicht nur auf die Staaten der europäischen Südschiene fort, sondern begann zunehmens auch die Vereinigten Staaten selbst zu gefährden.
Der plötzliche Einbruch der US-Aktienmärkte am letzten Donnerstag veranlasste Barrack Obama, persönlich bei
Angela Merkel und Nicolas Sarkozy zu intervenieren.
Nach Mitteilung von Bloomberg, sollten beide resolute Schritte zwecks Abwendung
einer sich verselbstständigenden Krise ergreifen. Das
Imperium befiehlt – die Marionetten folgen: Nach dem
Griechenland-Rettungspaket vom letzten Wochenende wurde nun ein zusätzliches
Eurostaaten-Rettungspaket in Höhe von 750 Milliarden Euro beschlossen. Der
überwältigende Teil dieser Summe sollen Garantien seien, welche die
verbliebenen starken Staaten, das heißt konkret Deutschland und Frankreich, den
kriselnden Staaten bei Bedarf gewähren sollen. Der Anteil Deutschlands kann
nach einem Bericht der WELT von heute bis zu 123 Milliarden Euro betragen. Dagegen
war der anfänglich für die Griechenland-Rettung vorgesehene deutsche Beitrag
von etwas mehr als 8 Milliarden Euro reiner Peanuts. Gleichzeitig
gab die EZB ihren Widerstand gegen den Ankauf europäischer Staatsanleihen an
den Bond-Märkten auf und will von nun ab Staatsanleihen, aber auch andere
Anleihen an den Bond-Märkten aufkaufen. Bislang haben nur die FED, die BoE und die BoJ zu solchen drastischen Methoden gegriffen. Das
ist zwar nicht die verbotene direkte Monetarisierung von Staatsanleihen, aber
von der FED her wissen wir ja, dass diese Methode im Zusammenspiel mit den
sogenannten Primary Dealer Banken dazu verwendet
wird, den Ankauf von Staatsanleihen durch die Notenbanken zu verschleiern. Die
Banken ersteigen bei diesen Geschäften die Staatsanleihen und geben die Papiere
dann direkt an die Notenbank über sogenannte Open Market Operation (OMO) Geschäfte
weiter. Der Effekt im Vergleich zur direkten Monetarisierung bleibt also der
gleiche. Im
Prinzip handelt es sich hierbei um eine Perpetuum Mobile, mit dem jeder Staat
praktisch grenzenlos weiter aufschulden kann. Man könnte sogar auf die Erhebung
von Steuern verzichten, wenn die eigene Notenbank die ausgegebenen Schuldtitel
kauft. Natürlich
hat dieses System auch seine Nebenwirkungen – in Form der Verwässerung
der umlaufenden Geldmenge. Aber solange die Bürger dieses Geld bunkern, scheint
eine Stark-Inflation noch nicht in Sicht. Zweiter Aspekt - der
Kreditmultiplikator: Solange dieser nicht anspringt, wird auch kein neues
Kreditgeld in größerem Umfang geschaffen, das zur Überhitzung der Märkte führen
könnte. Gleichzeitig,
und das ist in der Nachrichtenflut zum Teil untergegangen, beginnt die FED
wieder damit, mit Währungs-Swaps die Märkte mit
Dollars zu fluten. Seit dem Zusammenbruch des Schattenbanken-Systems im Jahr
2008 herrscht an den Märkten Dollarknappheit, trotz der parallel laufenden massiven
Monetarisierungs-Maßnahmen. Die Marktteilnehmer gingen deshalb dazu über, sich
Kredite in anderen Niedrigstzins-Währungen wie dem japanischen Yen zu besorgen
und die Yen in US-Dollar zu tauschen. Mit den Dollars konnten sie dann an den
verschiedenen Welt-Kasinos wie beispielsweise den Aktienmärkten zocken. Das
ging letzten Donnerstag, als sich plötzlich die Entwicklung in die andere
Richtung drehte, beinahe in die Hose. Deshalb der massive Eingriff der FED, um
die Märkte in Form von Währungs-Swaps mit
Dollar-Liquidität zu überschwemmen. Wie lange
geht das noch gut? Solange, bis einer den ersten Fehler macht. Aber auch, wenn
die Investoren erkennen, dass sie hier einem riesigen Betrugssystem auf den
Leim gegangen sind, und dann in nicht beliebig druckbare Werte wie Gold aber
auch Öl und andere Rohstoffe flüchten. Oder die Bürger erkennen, dass ihre
Ersparnisse und Altersvorsorge sich in Luft aufzulösen scheinen und sie
versuchen, das letzte Geld in Gold und andere stabile Sachwerte umzutauschen. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Die oben
beschriebenen drei Maßnahmen haben heute im Wesentlichen das Marktgeschehen
beeinflusst. Der Ankauf von griechischen Staatsanleihen durch die EZB hat die
Real-Renditen der 10- und 2-jährigen Papiere einbrechen lassen. Die
Aktienmärkte haussierten weltweit – allerdings auch der Ölpreis. Die
beiden Edelmetalle Platin und Palladium konnten kräftig zulegen. Anders als der
Gold-Preis: Der fiel nämlich. Da ist es
wieder: Das Gold-Kartell, das die derzeit chaotische Situation mit frischen
Notenbank-Gold der EZB beziehungsweise der EZB-Mitgliedsstaaten unter Kontrolle
bringen möchte. Denn ein sinkender Goldpreis zeigt abnehmenden Stress im System
an. Euro-Gold
hat heute eine Berg- und Talfahrt durchgemacht. Um 11:00 Uhr MEZ ist Euro-Gold
mit dem ansteigenden Euro auf bis zu EUR 905 gefallen. Diese Verluste um bis zu
EUR 40 wurden bis um 20:30 Uhr mit einem Stand von über EUR 940 fast wieder
neutralisiert. Ähnlich erging es dem Euro im Vergleich zum US-Dollar. Dort
betrug der Höchststand gegen 11:00 Uhr MEZ $1,310/EUR – bis zum Abend hat
der Euro aber wieder 2,3 Prozent seines Wertes auf $1,280/EUR verloren. Die drei
wichtigen Marken im Goldhandel signalisierten diese Entwicklung: Der A.M. Fix
mit $1.188,25 (EUR 910,19), der P.M. Fix mit $1.196,50 (EUR 929,25) und der COMEX-Schlusskurs mit $1.201,00 (EUR 938,22). Auch der
Interbanken-Markt scheint trotz der Rettungsmaßnahmen noch nicht richtig in
Schwung kommen zu wollen.
Bloomberg berichtete heute: The rate banks say they pay
for three-month loans in dollars stayed near the
highest level in about nine months
on concern an almost $1 trillion European loan plan may not be
enough to restore confidence in markets. Wie gut
haben die heutigen Aktionen gewirkt? A)
Der Aufkauf griechischer Staatsanleihen an den
Bondmärkten hat deren Realzinsen erwartungsgemäß stark einbrechen lassen.
Allerdings konnten sich die Zinsen der 10-jährigen Papiere von ihrem Tiefstand
bei 6,3 Prozent wieder bis zum Schluss auf 7,8 Prozent erholen. Bei den
2-jährigen Papieren von 5,0 Prozent auf 7,5 Prozent. B)
Die Aktienmärkte haussierten heute – wie
gewünscht – aber auch Öl stieg zum Teil kräftig an (nicht gewünscht wegen
Teuerungs-Gefahren). Die Notenbanken müssen aufpassen, dass ihre inflationäre
Geldpolitik nicht den Ölpreis abheben lässt. C)
Der Euro stieg heute kräftig gegen den US-Dollar,
musste seine Gewinne aber wieder abgeben D)
Der Interbanken-Markt kommt noch nicht zur
Normalität zurück. Wenn es
die nächsten Tage zu keiner wesentlichen Besserung kommen sollte, dann können
sich die EU-Chefs wieder am Wochenende zur nächsten Krisenrunde treffen. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. ©
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