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Bericht für den 7. Juni 2010 Gold & Gesellschaft: Die Front rückt näher Das Ende
des Euros steht anscheinend unmittelbar bevor. Die Financial Times Deutschland
berichtet in ihrem heutigen Artikel unter dem Titel Schuldenkrise erfasst Frankreich und Niederlande,
dass der Griechen-Virus nicht nur die Staaten der sogenannten PIIGS-Gruppe angesteckt hat, sondern nun auch in Frankreich
und den Niederlanden wütet: Erst die Griechen, dann Portugiesen und Spanier – und
jetzt Franzosen und Niederländer: Anleger meiden die Anleihen dieser Länder und
flüchten nach Deutschland und die USA. Ein Stratege sagt: Das sind die letzten
Mohikaner. Wohl
wahr: Und wie auch die letzten Mohikaner nicht ihrer Ausrottung entkommen
konnten, so wird es diesmal auch den Vereinigten Staaten und Deutschland nicht
gelingen. Was ist
passiert? Nach Informationen der FTD reißt die europäische Schuldenkrise nun
auch die Staatsanleihen Frankreichs, der Niederlande und Österreichs mit nach
unten. Die Rendite-Aufschläge zu den 10-jährigen deutschen Staatsanleihen
– auch Bunds genannt – stiegen für Frankreich auf 47 Basispunkte
(entspricht 0,47 Prozent Realrendite), für die Niederlande auf 36 Basispunkte
und für die von der Ungarn-Krise besonders betroffenen Österreicher auf 67 Basispunkte. Selbst
die Anleihekäufe, welche die EZB derzeit an den Bond-Märkten, also an den
Sekundärmärkten für bereits emittierte Staatsanleihen, in größerem Umfang
durchführt, können die Märkte nicht mehr beruhigen. Bislang sollen nach
offiziellen Verlautbarung Staatsanleihen im Wert von 43 Milliarden Euro durch
die EZB seit Mai 2010 aufgekauft worden sein. Hinzu kommen dann noch die Massen
an Anleihen, welche die EZB von den Banken im Rahmen von Repo-Geschäften
kurzzeitig aufgekauft hat. Diese Anleihen müssen zwar bei der Rückabwicklung
der Repo-Geschäfte von den Banken wieder
zurückgenommen werden. Aber der Ankauf dieser Papiere stabilisiert erst einmal
die Bond-Märkte und verschafft den betroffenen Banken die dringend benötigte
Liquidität. Dabei
geht es den USA meines Erachtens noch besser als Deutschland – nicht weil
jene Nation sich in einem solideren Zustand wie Deutschland befindet, sondern
einfach weil Deutschland mit dem Euro-Rettungspaket sein eigenes Todurteil unterschrieben
hat. Hier rächt sich wieder einmal die grenzenlose Solidarität, welche die deutschen Eliten auf allen Ebenen der Rettung der europäischen
Idee entgegenbringen. Das trifft nicht nur die Regierung, sondern auch
die komplette Opposition, die Gewerkschaften und Unternehmer-Verbände. Alles
Seilschaften, die im Rahmen ihrer begrenzten Betrachtungsweise zwar die
Vorteile des Euros für die deutsche Exportwirtschaft sehen. Die dabei aber
ignorieren, dass die Zahlungen der Exporte von den Abnehmerstaaten im
Wesentlichen durch von Deutschland vergebene Kredite finanziert werden. Auf gut
deutsch: Deutsche Sparer zahlen den ausländischen Konsum deutscher
Wertprodukte. Wie in
Stalingrad wird davon aber kaum etwas zurückkommen. Aber das
kennen wir ja bereits von Deutschland: Anstatt in einem bereits verlorenen
Krieg vorzeitig zu kapitulieren, werden noch die letzten verfügbaren Truppen in
Kämpfe geschickt, die von unseren Politikern mit Parolen wie WOLLT IHR DEN
TOTALEN EURO propagandistisch angeheizt werden. Das Ende vom Lied: Ein beispielslosen Schlachten beginnt. So wie heute
beispielsweise bei einem Euro-Goldkurs, der mit über 1.040 Euro sich inzwischen
der nächsten Hunderter-Marke nähert. Das ist
keine ausgeglichene Schlacht mehr, die zwischen Euro und dem Gold derzeit
ausgefochten wird. Es ist vielmehr das Überrennen der Euro-Front, welche Gold vollzieht. Die
Euro-Front rückt für Deutschland nicht nur näher – sondern das
Kanonenfeuer steht unmittelbar davor, Deutschland ohne Gegenwehr zu vernichten.
Denn die Verteidigungs-Stellungen wurden ja bereits für Griechenland und die
anderen PIIGS-Staaten stark geschwächt. Und die Front
in Österreich, Frankreich und den Niederlanden steht kurz vor dem Kollaps. Wer eben
alles verteidigen will, der verteidigt letztendlich überhaupt nichts. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Wer erinnert sich nicht als aufmerksamer
Beobachter des Gold-Preises an die Schlachten, die um die Marke von $1.000 pro
Feinunze ausgetragen wurden. Erst im September 2009 war klar:
Diese Front ist endgültig für das Gold-Kartell zusammengebrochen. Es hat
18 Monate gedauert, bis Gold nach dem ersten Sprung über die $1.000er-Marke zum
Zeitpunkt der Bear Stearns-Rettung
im Frühjahr 2008 einen nachhaltigen Sieg erringen konnte. Wenn man sich die 1.000 Euro-Front ansieht,
dann scheint Gold hier eher wie durch eine Wand aus weicher Butter
voranzuschreiten. Wo es bei dem US-Dollar 18 Monate harten Kampfes benötigte,
reichen bei dem Euro nun anscheinend nur noch 18 Tage aus. Die Entwicklung wird langsam unheimlich. Denn viele haben Gold gekauft, um ihr Vermögen
vor Inflation und Geldentwertung zu retten. Vielleicht haben manche noch
gehofft, an dem Zusammenbruch der Goldpreis-Drückung überdurchschnittlich zu
verdienen. Aber wenige haben erwartet, dass die Versicherungs-Police Gold nun
auch wirklich bald zur Auszahlung kommen wird: Denn der
Versicherungs-Schadenfall Euro steht unmittelbar bevor. Wie dumm für die Gläubigen der
Portfolio-Theorie, denen man einhämmert hat, dass sie nicht mehr als zwischen
fünf und zehn Prozent ihres Vermögens in Gold halten sollen. Denn in Realität
heißt das bei der derzeitigen Situation: 90 bis 95 Prozent des Vermögens sind
nicht versichert. Und im Falle des täglich wahrscheinlich werdenden
Euro-Schadensevents können die Gläubigen einen Großteil ihrer Ersparnisse
abschreiben. Gold müsste um den Faktor zehn bis zwanzig steigen, um diese
Verluste ausgleichen zu können. Bei einem Gold-Anteil von 50 Prozent würde
schon eine Verdopplung des Goldpreises ausreichen, trotz eines Totalverlustes
aller anderen Anlageformen, den Verlust zu kompensieren. Wer nicht selbst Sensitivitäts-Analysen seines
Portfolios mit Hilfen von Extrem-Beispielszahlen-Reihen durchführt, der hat die
Kunst des Investierens immer noch nicht verstanden. Eine Schlacht gewinnt man
nämlich nicht dadurch, dass man seine Truppen möglichst an allen Stellen
verteilt, wo der Gegner zum Angriff schreiten könnte. Sondern man muss
analysieren, wo der Gegner angreifen wird und genau dort einen Großteil seiner
Truppen konzentrieren. Nur so wird man den Sieg sicherstellen können. Wer sich die Londoner Marken des physischen
Handels, den A.M. Fix und den P.M. Fix anschaut, der wird feststellen, dass der
IWF und einige europäische Zentralbanken noch versuchen, mit ihren
Rest-Goldbeständen das Schlimmste zu verhindern. Denn mit $1.212,40 (EUR 1.012,19) zum A.M. Fix
und $1.215,00 (EUR 1.017,50) zum P.M. Fix wurde ja
noch nicht einmal der COMEX-Schlusskurs vom Freitag
erreicht. Aber man schaue nur auf den Euro-Kurs zum P.M. Fix mit $1.017,50
– dann weiß man wem die Stunde geschlagen hat. Der Durchbruch kam deshalb kurz nach dem P.M.
Fix um 16:00 Uhr MEZ. Am Abend standen wir dann bei Euro-Goldkursen
von oberhalb 1.040. Der COMEX-Schlusskurs betrug
$1.239,30 und war dann bereits $24 höher als der Londoner P.M. Fix. Silber legte heute eine bemerkenswerte
Kehrtwende ein. Zum Londoner Fixing stand das weiße Metall noch mit 40 Cent im
Minus. Zum Abend sahen wir dann einen Anstieg um 75 Cent. Auch die anderen
beiden Weiß-Edelmetalle konnten nach anfänglichen Verlusten im leicht positiven
Umfeld zulegen. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
veröffentlicht. ©
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