Bericht für den 17. Juni 2010

 

Gold & Gesellschaft: Der AAA-Sozialstaat

 

Diese Woche konnte man in der Print-Ausgabe des Nachrichten-Magazins DER SPIEGEL lesen, dass die Nutznießer des Sozialstaates bei Vermietern und Versorgungs-Unternehmen als besonders gute Kunden angesehen werden.

 

Denn der Staat zahlt die Unterkunfts-Kosten für Hartz IV-Empfänger direkt an den Vermieter. Und im Gegensatz zu wenig verdienenden Arbeitnehmern, bei denen wegen vorzeitiger Ebbe auf dem Girokonto ab und zu Lastschriften platzen beziehungsweise Überweisungen – mangels Kontodeckung – nicht ausgeführt werden, zahlt der Staat bei den Sozialhilfe-Empfängern und Langzeit-Arbeitslosen zuverlässig und pünktlich.

 

Gut für die Hauseigentümer, da es nur ein geringes Mietausfallrisiko gibt. Viele dieser sich als Landlords sehenden, meist mit Hypotheken auf die Objekte selbst hoch belasteten Eigentümer, können sich selbst kurzzeitige Mietausfälle nicht leisten.

 

Zusätzlich scheinen einige Vermieter die Flexibilität der Sozialgesetze, die es den Gemeinden erlaubt, selbst zu entscheiden, welche Wohnungsgröße und Miethöhe angemessen sei, für Preiserhöhungen zu nutzen.

 

Alles scheint in Ordnung und niemals beschwert sich. Aber die Sozialverwaltung hat eine Idee – und diese Idee mögen wohl viele staatlich Alimentierte überhaupt nicht: Denn es geht um diejenigen, die eigentlich viel zu teuer bemessene Wohnungen beziehen und um ihren Status bis zum Äußersten kämpfen wollen.

 

So möchte man in Zukunft nur noch eine Unterkunfts-Pauschale bezahlen, mit welcher der Hartz IV-Empfänger dann selbst alle Kosten decken müsste. Denn das bisherige Verfahren führt häufig dazu, dass sich die Sozial-Bürokratie vor den Gerichten über die Auslegung von angemessener Unterkunft streiten muss. Im Großteil der verhandelten Fälle entscheiden die Gerichte zu Ungunsten der Behörde. Die Kosten der Unterkunft steigen. Zusätzlich nutzen anscheinend viele Sozialhilfe-Empfänger die Vollkasko-Mentalität bei den Unterkunfts-Kosten dazu aus, exzessiv hohe Nebenkosten zu verursachen. Wenn man die Heizung oder das Warmwasser nicht selbst bezahlen muss, dann geht man eher etwas verschwenderisch damit um.

 

Aber auch von Seiten der Vermieter-Verbände gibt es Widerstand. Wenn die Behörde das Geld für die Unterkunft erst dem Hartz IV-Empfänger überweisen würde, dann bestände die Gefahr von unregelmäßigen Zahlungen. So droht man von Seiten deren Lobby-Verbände, in Zukunft keine Wohnungen mehr an Sozial-Hilfeempfänger vermieten zu wollen.

 

Der ausufernde Sozialstaat ernährt nicht nur die eigentlichen Hilfe-Empfänger, sondern eine Vielzahl von anderen Gruppen, die direkt oder indirekt von dem Sozialstaat partizipieren. Am offensichtlichsten ist die Verwaltung des Sozial-Staates selbst. Aber wie man an diesem Beispiel sieht, partizipieren auch Vermieter von den staatlichen Leistungen. In Anlehnung an die Bewertungs-Praxis bei Finanz-Produkten ist der Sozialstaat aus deren Sicht Triple-A – das heißt der am wenigsten ausfallgefährdete Kunde.

 

Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten

 

An den Gold-Märkten geht es weiter aufwärts. Zum heutigen Schluss des COMEX-Handels konnte Gold fast die seit Wochen hart verteidigte Stellung bei $1.250 nehmen - $1.247,50 lautete der Schlusskurs.

 

Am Vormittag sah es noch gar nicht nach so einem kräftigen Anstieg aus. Der A.M. Fix um 11:30 Uhr MEZ kam mit $1.234,50 (EUR 998,30) um einen Dollar niedriger als gestern zustande. Erst mit Eröffnung des Handels an der New Yorker COMEX um 14:20 Uhr MEZ ging es für Gold aufwärts: Um zehn Dollar auf $1.245. Zu diesem Kurs kam dann auch der P.M. Fix ($1.245,00 / EUR 1.003,87) zustande. Ein Tagesplus von zwölf Dollar.

 

Im Anschluss versuchten die Markt-Teilnehmer, die Marke von $1.250 zu knacken. Bei $1.252 war dann jedoch Schluss und Gold wurde wieder einige Dollar unter diese Marke gedrückt. Zum Schluss des Handels veränderte sich Gold kaum noch und ging mit $1.247,50 aus dem Handel.

 

Euro-Gold konnte sich in der Folge wieder seine Marke von 1.000 zurückerobern.

 

Der US-Dollarindex (USDX) gab um weitere 0,4 Punkte auf 85,7 nach. Die 10-jährigen Treasuries tendierten weiter stark – in der Folge ging die Real-Rendite dieser Papiere um 0,1 Prozentpunkte auf 3,2 Prozent zurück. Das ließ den von mir ermittelten Quotien aus USDX und der Rendite heute um 0,7 Punkte auf 26,8 ansteigen.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.234,50

(€998,30)

$1.235,50

(€1.005,04)

- $1,00

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.245,00

(€1.003.87)

$1.234,50

(€1.002,52)

+ $11,50

COMEX Schlusskurs

$1.247,50

NA

$1.230,00

(€998,87)

+ $17,50

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$18,50

(€14,95)

$18,51

(€15,06)

- $0,01

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.577,00

(€1.274,35)

$1.568,00

(€1.276,35)

+ $9,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$482,00

(€389,50)

$471,00

(€383,40)

+ $11,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

85,7

86,1

- 0,4

Renditen 10-jährige Treasuries

3,2 %

3,3 %

- 0,1 %

 

Quotient aus USDX und Renditen

26,8

26,1

+ 0,7

 

Über Ziemanns Gold News

Ziemanns Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de veröffentlicht.
Er ist erreichbar unter:
ziemann@bullionaer.de

 

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