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Bericht für den 24. Juni 2010 Gold & Gesellschaft: G20-Show Welch ein
Aufwand für den in Toronto dieses Wochenende stattfindenden G20-Gipfel: mehrere
tausende von Sicherheitskräfte, das Zentrum der Stadt wird mit einem sechs
Kilometer langen Stahlzaun abgeriegelt und die Geschäfte sperren
vorsichtshalber entweder zu oder suchen nach Ausweich-Quartieren. Man spricht
von Gesamtkosten von einer Milliarde US-Dollar, um diesen Gipfel ausrichten zu
können. Bislang
enttäuschten alle diese Gipfel oder Sonder-Veranstaltungen, die der Welt eine
Perspektive nach den Geschehnissen des September 2008 geben sollten. Was wurde
da nicht alles diskutiert – man wollte das außer Kontrolle gekommene
Finanz-Monster zähmen und philosophierte von einer neuen Welt-Wirtschaftsordnung.
Gekommen ist davon praktisch nichts außer Lippenbekenntnissen der diversen
Politiker. Die Banker machen so weiter wie vor dem denkwürdigen Herbst des
vorletzten Jahres und verdienen wieder Mega-Profite und vor allen Dingen Mega-Boni. Das ist
weder der Geschäfts-Tüchtigkeit der Banken zu verdanken noch einer Erholung der
Welt-Wirtschaft. Einzig und allein die Notenbanken treiben mit ihrer
Null-Zinspolitik und mit ihren versteckten Ankäufen der Staatsanleihen die
Investoren massenweise mit geliehenem Geld in die Aktien- und andere Assetmärkte. Die Banken als Erfüllungsgehilfen besorgen
dann die Drecksarbeit der Verteilung des vielen Zentralbank-Gelds –
risikolose Arbitrage-Geschäfte für die Banken: Natürlich für eine gute
Bezahlung. Und da man weiß, in welche Richtung die Märkte sich entwickeln
werden, kann man mit Eigengeschäften auf das richtige Pferd setzen und noch
mehr abkassieren. Ein Perpetuum Mobile 4ter Art. Außerdem war
es gerade ja das Ziel der Regierungen und Notenbanken, mit dieser Geldpolitik
die Bilanzen der geschundenen Banken wieder auf Vordermann zu bringen. Egal mit
welchen Lippenbekenntnissen die Politiker auch behaupten, dass nicht die Banker
sondern sie selbst die Richtung vorgeben – das sogenannte Primat der
Politik – in Wirklichkeit hat die Finanz-Wirtschaft die Politik voll im
Griff. Denn die stets auf Mehrheiten schielenden Politiker brauchten Geld
– mehr Geld als man durch Steuern einnehmen konnte – um ihre
Wohltaten an das Volk zu finanzieren. Und dieses Geld haben ihnen die Banken
besorgt. Das gilt nicht nur für Griechenland und Spanien, sondern auch für die
bislang wenig zu betroffen scheinenden Staaten wie Deutschland und die USA.
Dieser faustische Pakt, den Politik und Banken eingegangen sind, führt nun
dazu, dass die Banker praktisch unberührbar sind. Das wird
auch solange bleiben, wie die bisherige Politiker-Eliten an der Macht sind.
Erst mit der Machtübernahme revolutionärer Elemente wird man diesen Pakt
kündigen. Dann wahrscheinlich aber mit einer gewaltsamen Beseitigung der
Banker-Kaste. Wir werden sehen: Das Volk wird selbst die öffentliche
Hinrichtung der schlimmsten Elemente dieser Kaste mit Jubel gutheißen. Aber soweit
sind wir noch nicht. Stattdessen müssen wir die üblichen Verlautbarungen der
Politiker auf dem G20-Gipfel über uns ergehen lassen. Wenn einer etwas wirklich
Substanzielles vorschlägt, so findet sich zumindest aus der Gruppe einer, der
die Umsetzung verhindern möchte und schließlich auch verhindern wird. Das
klingt alles nach Absprachen im Hintergrund und nach eingespieltem Schauspiel.
Und das nur deshalb, um mit seinen Positionen im Inland Stärke und
Entschlossenheit zu heucheln. Die
Abschluss-Erklärung steht sowieso bereits fest. Die USA fordern weiterhin
Wachstum auf Pump, solange ihre Staatsanleihen-Monetarisierungs-Maschine
noch gut funktioniert. Und die Europäer, deren Maschine derzeit streikt, wollen
die Märkte mit Sparen beruhigen. Jeder macht so weiter wie er will, bis es
nicht mehr anders geht. Merkel
will für eine weltweite Bankenabgabe und Finanztransaktions-Steuer kämpfen. Die
Chancen liegen praktisch bei Null. Obama will die anderen Staaten dazu auffordern, mit
neuen Schulden die Wirtschaft wieder in Gang zu bringen. Denn die derzeitige
Sparpolitik vieler Regierungen würde nur die Konjunktur abwürgen. Dem
widerspricht Angela Merkel, die argumentiert, dass noch mehr Schulden uns in
Zukunft vor noch schwerwiegendere Probleme stellen würden. Und wenn
zum Ende des Wochenendes der Vorhang der G20-Show fällt, dann
werden die weltweiten Beobachter feststellen, dass alles beim gleichen
geblieben ist. Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten Gold hat sich schon gestern Abend, nachdem es
bei $1.233,80 an der COMEX geschlossen hatte, bis auf $1.237,30 im späten
Access Handel hocharbeiten können. Das ist eigentlich ungewöhnlich, wenn das
Kartell versucht den Goldpreis unter Kontrolle zu halten. Heute früh im asiatischen Handel konnte dieser
Schlusskurs zwar nicht ganz gehalten werden, aber Gold
hielt sich oberhalb der Marke von $1.235. Erst im Vorfeld des Londoner Handels
wurde versucht, das gelbe Metall zu drücken. Zur
Eröffnung des Handels stand Gold dann bereits bei knapp unter $1.230. Wer erwartet hatte, dass es jetzt weiter
bergab geht, der wurde eines besseren belehrt. Denn es ging leicht aufwärts:
$1.233,25 (EUR 1.003,62) lautete der Kurs zum A.M. Fix um 11:30 Uhr MEZ. In der
nächsten Stunde konnte sich Gold dann wieder an die Marke von $1.235
heranarbeiten, wurde dann aber bis zur Eröffnung der New Yorker COMEX erneut
auf $1.230 gedrückt. Nachdem diese Marke zum zweiten Mal hielt, ging es mit dem Kurs nur noch aufwärts. Zum P.M. Fix stand
Gold dann mit $1.236,25 (EUR 1.004,26) wieder oberhalb
der $1.235er-Marke. Ein halbe Stunde später schnellte das Metall dann plötzlich
um zehn Dollar nach oben und wollte die Marke von $1.250 angreifen. Das gelang
heute jedoch nicht und so beendete Gold den Tag an der COMEX mit $1.245,10. Der US-Dollarindex (USDX) gab leicht um 0,2
Punkte auf 85,6 nach. Die Renditen der 10-jährigen Treasuries
verharrten bei 3,1 Prozent. Wichtige Marktdaten im Überblick
Über Ziemanns Gold News Ziemanns
Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com
täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de
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