Bericht für den 26. Juli 2010

 

Gold & Gesellschaft: Parallelgesellschaften

 

Dealende Elfjährige in Deutschland – wegen angeblicher Strafunmündigkeit vom Staat als Unberührbare definiert, treiben derzeit ihr Unwesen in Deutschland. Oder eine Berliner Jugendrichterin begeht Selbstmord (sorry, politisch korrekt muss es natürlich heißen: sie wählt den Freitod), nachdem sie ihr Buch über die unhaltbaren Zustände im Berliner Milieu unter dem Titel Das Ende der Geduld veröffentlicht hat.  Überall liest man plötzlich von jugendlichen Intensiv-Tätern und gescheiterten Integrations-Bemühungen.

 

Hilflosigkeit wird landauf und landab von Politikern, Juristen, Erziehern und der Polizei verbreitet: Man möchte am liebsten das Thema totschweigen, gar keine öffentliche Diskussion um Ausländer-Kriminalität und schon gar nicht um das Scheitern der multi-kulturellen Gesellschaft haben. Lieber versucht man diese Gruppen durch weiterhin massive Sozial-Transfers zu Lasten der arbeitenden Restbevölkerung in Ruhe zu lassen. Möglichst nicht provozieren, damit wir keine Situationen wie im Nachbarland Frankreich bekommen.

 

Aber Frankreich könnte auch für Deutschland Vorbildfunktion für das weitere Zusammenleben zwischen einer offiziellen Gesellschaft und einer im verborgenen lebenden Parallelgesellschaft werden. Dort sind bereits bürgerkriegsähnliche Zustände ausgebrochen, bei denen die Migranten Schuss-Waffen gegen Spezialkräfte der Gendamerie einsetzen. Nur mit einem massiven Polizeiaufgebot und Schussbefehl können diese Kräfte den Mob überhaupt noch unter Kontrolle bringen. Sind die Unruhen beendet, dann geht das Leben jedoch in altbewährter Manier weiter. Auch in Frankreich traut sich die Politik nicht, diesen Sumpf durch Entzug staatlicher Zuwendungen langsam trockenzulegen.

 

Die Politiker seien jedoch gewarnt vor den Pogromen, die 1991 in der Stadt Hoyerswerda ausgebrochen sind. Dort ging eine Gruppe aus Deutschen gegen die in Wohnheimen lebenden Ausländer vorwiegend asiatischer und afrikanischer Herkunft mit großer Brutalität vor. Obwohl die Gruppe Feuer in den Häusern legte und Lebensgefahr für die Bewohner herrschte, zogen sich Polizei und Feuerwehr lange Zeit zurück. Im Zweifelsfall fühlt man sich doch dem eigenen Stamm stärker zugehörig als einigen Migranten. Zwar wurden die Ausschreitungen von der Presse als ein Werk von Neonazi-Gruppen dahingestellt – denn man wollte ja in der Öffentlichkeit den Schein eines angeblich funktionierenden Miteinanders zwischen Deutschen und Ausländern wahren – in Wirklichkeit greift diese Argumentation aber zu kurz.

 

Wenn der Staat die Probleme nicht mehr in den Griff bekommt, dann werden eben marodierende Gruppen das mit größstmöglicher Brutalität selbst erledigen. Da mögen sicherlich zuerst Neonazis ihre Faust heben, aber an den Reaktionen der Bürger seinerzeit in Hoyerswerda konnte man erkennen, dass es zumindest eine passive Unterstützung für die Täter gab.

 

Um die passive Unterstützung in aktives Vorgehen umzudrehen, bedarf es nur noch eines Zündfunkens (beispielsweise ein getöteter Deutscher aus der Nachbarschaft) und eines besonders aktiven Fürsprechers, beispielsweise ein sich als Volkstribun präsentierender Politiker.

 

Inzwischen erkennen auch viele Politiker der SPD, dass man die Gewalt insbesondere bei jugendlichen türkischen und arabischen Migranten eben nicht mit Maßnahmen der Jugendpflege unter Kontrolle bringen kann. Es werden bereits geschlossene Jugendheime oder sogar das Wegschließen der Täter öffentlich gefordert. Selbst die Gutmenschen-Fraktion unter Führung der Ober-Multikulti-Vertreterin Claudia Roth ist derzeit abgetaucht.

 

Dort erhebt man sich lieber im moralisch wie auch räumlich geschütztem Elfenbeinturm über diejenigen deutschen Landsleute, die in den Problem-Vierteln arbeiten, wohnen und ihre Kinder dort zur Schule schicken müssen. Während in Berlin-Neukölln der tägliche Überlebenskampf der verbliebenen Deutschen mit den laut Claudia Roth schutzbedürftigen Migranten tobt, leben die Vertreter der Gutmenschen-Fraktion in den noch migrantenfreien Villen-Vierteln und Einfamilienhäuser-Vororten der Großstädte. Die eigenen Kinder, sofern man sich noch zur Hetero-Fraktion zählt, schickt man wohlbehütet auf möglichst noch von den Kirchen getragenen Privatschulen. 

 

Multikulti ist auf ganzer Linie bei jener Gruppe gescheitert. Während sich andere Ausländer-Gruppen in die Gesellschaft integrieren, dort arbeiten und keine höhere Kriminalitäts-Rate als die Deutschen selbst aufweisen, ist bei der Gruppe insbesondere der jugendlichen Türken und Araber aus erster, zweiter oder sogar dritter Generation ein starker Hang zur Gewalt zu verzeichnen. Diesen Gruppen muss die Gesellschaft die Lebensgrundlagen für ihr derzeitiges Tun konsequent entziehen – und das heißt im Wesentlichen den Wohnraum in den kritischen Gebieten wie Berlin-Neukölln. Und es ist auch die Staatsknete, mit deren Hilfe sich diese Gruppen gut über Wasser halten können, um ohne Beschäftigung zu Gunsten der Gesellschaft ihr kriminelles Inneres ausleben zu können.

 

Gelingt es nicht, die Parallelgesellschaften durch solche Maßnahmen wieder aufzulösen, dann werden wir viele Grenobles wie in Frankreich auch bei uns bekommen. Und die Reaktion der deutschen Bevölkerung werden viele Hoyerswerda sein.  

 

Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten

 

Es kursieren derzeit Berichte im Internet, die eine Backwardation bei Gold sehen. Dabei argumentieren diese Autoren aber nicht so, wie der Begriff im Sinne des Future-Handels zu verstehen ist: Dort liegt Backwardation dann vor, wenn der Preis eines Futures auf Gold (also für zukünftig zur Lieferung anstehenden Golds) kleiner ist als der aktuelle Preis für Gold am Spot-Markt (also dem Markt für sofort zur Lieferung anstehenden Goldes). Diese Situation liegt jedoch nicht vor – also befinden wir uns nicht in einer Gold Backwardation.

 

Eine Backwardation ist eine Ausnahme-Situation am Future-Handel. Denn derjenige, der einen Rohstoff wie beispielsweise Öl an diesem Markt auf Termin kauft, zahlt üblicherweise mehr als wenn er das Öl zur sofortigen Lieferung kauft. Denn wenn er Öl jetzt anstatt zu einem späteren Zeitpunkt geliefert bekäme, müsste er für die Lagerung und für die gebundene Kapital zahlen, obwohl er das Öl erst beispielsweise in 3, 6 oder 12 Monaten zur Verarbeitung benötigte. Deshalb kosten Futures auf Rohstoffe im Allgemeinen mehr als der aktuelle Spot-Marktpreis. Diese Situation bezeichnet man als auch Contango.

 

Eine Backwardation am Rohstoff-Handel kann eigentlich erst dann auftreten, wenn es derzeit massive Lieferengpässe bei sofort zu liefernden Rohstoffen gibt beziehungsweise wenn sich durch eine jetzt schon abzeichnende Rekordernte für den Herbst Weizen die Märkte überschwemmt.

 

Bei Gold, das im engeren Sinne eigentlich kein Rohstoff ist, da es nicht verbraucht wird, wird Backwardation mit einem Zusammenbruch der Goldpreisdrückung an den (Papier-)Future Märkten in Zusammenhang gebracht. Die Theorie: Wenn Gold in Backwardation ist, dann gelingt es dem Gold Kartell nicht mehr, ausreichend physisches Gold zur sofortigen Lieferung bereitzustellen. Man unterstelle in diesem Fall einen Ausbruch des Goldpreises, da der heutige Goldmangel sich mit dem Auslaufen der ersten Future-Kontrakte noch weiter verschärfen würde.

 

Aber soweit sind wir noch nicht. Die Drückung konzentriert sich weiterhin auf den physischen Handel an der LBMA in London. Dort werden Kontrakte gehandelt, die ein sofortiges Recht zur physischen Lieferung zum Inhalt haben. Ob nun wirklich physisch geliefert wird oder das Gold in Form von Pingpong-Geschäften zwischen den Haupt-Akteuren die Runde macht, ist nicht weiter relevant. Fakt ist aber, dass seit Wochen der Druck auf Gold von den beiden Preismarken des physischen Handels an der LBMA, dem A.M. Fix und dem P.M. Fix ausgeht. Auch heute konnten wir den plötzlichen Einbruch von Spot-Gold kurz vor dem P.M. Fix beobachten.

 

Die Future-Märkte, insbesondere die COMEX in New York, wirkend derzeit sogar manchmal preisstützend für das gelbe Metall.

 

Als Argumentation für die Backwardation-These werden die GOFO (Gold Forward) beziehungsweise Gold Lease Raten herangezogen. Hier scheinen einige Autoren die Definition dieser Parameter falsch interpretiert zu haben. Denn die Gold Lease Rate ist nicht – wie fälschlicherweise der Namen zu implizieren scheint – der Zinssatz, zu dem man sich Gold gegen US-Dollar leihen kann. Das ist nämlich die GOFO, lauf Definition auf der Webseite der LBMA: Gold Forward Offered Rate means, which represent the rates at which dealers will lend gold on a swap basis against US dollars. These rates are available from their inception in July 1989, along with historic LIBOR means. GOFO ist also der Zinssatz, zu dem man Gold für einen bestimmten Zeitraum gegen US-Dollar tauschen kann. Nach Ablauf dieses Zeitraums muss man das Gold wieder zurückgeben und erhält dann natürlich auch seine hinterlegten US-Dollars zurück (sogenanntes Swap-Geschäft).

 

Die sogenannte Gold Lease Rate dagegen ist die Differenz aus der GOFO und dem am Londoner Interbanking-Markt gezahlten Zinsen für das Leihen von US-Dollar-Liquidität (LIBOR). Ist die Gold Lease Rate negativ, wie wir es seit Ende April für kurzlaufende Leihgeschäfte beobachten können, dann lohnt es sich eigentlich nicht, Gold zu leihen, am Spot-Markt zu verkaufen und die erworbenen US-Dollars im Interbanking-Markt zu verleihen und dort die Zinsen zu kassieren. Denn die GOFO Kosten für Gold sind höher als der LIBOR für die verliehenen US-Dollars. Derjenige, der ein solches Geschäft eingehen würde, verlöre also Geld.

 

Viel interessanter ist die Analyse der GOFO selbst. Denn ist der Zinssatz niedrig, dann möchten bestimmte Parteien, insbesondere die Notenbanken, dem Markt billig Gold zur Verfügung stellen. Die heutige GOFO für ein 1-Monatsgeschäft beträgt 0,392 Prozent (pro Jahr). Das ist der niedrigste Stand nach dem 6. Mai, dem Zeitpunkt, wo die Euro-Rettung auf Hochtouren lief. Also kann man aus den derzeitigen GOFO-Zahlen schließen, dass eine große goldhaltende Partei ein Interesse daran hat, Gold am Markt zu günstigen Konditionen zu verleihen. Die Gold Carry-Trade Geschäfte, die auf dem Ausnutzen des Zinsunterschiedes zwischen LIBOR und GOFO basierte, lohnt sich wegen der niedrigen LIBOR-Raten für US-Dollar-Liquidität heutzutage sowieso nicht mehr.

 

Das Überschneiden der derzeitigen Niedrigst-GOFO Zinsen mit den Ereignissen der Euro-Rettung zu Beginn des Mai deutet darauf hin, dass die EZB beziehungsweise ihre Mitglieds-Notenbanken derzeit diejenigen sind, die den Markt mit Gold überschwemmen wollen.

 

Das bestätigt meine These durch das seit Wochen beobachtete Verhaltensmuster beim Gold, dass die EZB der Hauptdrücker am Gold-Markt ist.

 

Leider konnten wir auch heute kein Ende dieses Vorgehens feststellen. Gold startete die Woche im asiatischen Handel heute früh mit leicht positiven Vorzeichen zwischen $1.190 und $1.195. Mit dem beginnenden Handel an der Londoner Edelmetall-Börse ging es dann jedoch wieder abwärts. Mit $1.189,00 (EUR 920,92) zum A.M. Fix war das gelbe Metall dann wieder leicht im negativen Bereich.

 

In der ersten Handelsstunde an der COMEX konnte sich zwar Gold wieder oberhalb von $1.190 platzieren, der P.M. Fix um 16:00 Uhr verhagelte dem Metall aber endgültig den Tag. Zum P.M. Fix hieß es dann $1.183,50 (EUR 914,11).

 

Nach einem missglückten Drückungsversuch an der COMEX – man sollte wissen, dass außer der FED und ihren Helfershelfern keine andere Partei in der Lage zu sein scheint, hier effektiv weiter zu drücken – konnte sich Gold zum Ende der COMEX auf $1.184,50 wieder leicht stabilisieren. Wegen des in diesem Zeitraum stark fallenden US-Dollars verlor Euro-Gold aber weitere vier Euro.

 

Der US-Dollarindex gab heute kräftig um 0,7 Punkte auf 82,0 nach. Hauptträger dieser Entwicklung ist der Euro, der heute um über 0,6 Prozent auf fast $1,30 zulegen konnte.

 

Die EZB ist weiterhin massiv im Gold- und Devisenmarkt engagiert, um ihre Währung wieder international hoffähig zu machen. Solange der durch die EZB erzwungene physische Verkaufsdruck bei Gold anhalten sollte, ist nicht mit steigenden Notierungen zu rechnen. Ein Blick auf das Intraday Gold-Chart, insbesondere zu den beiden Marken des Londoner Handels, dem A.M. Fix um 11:30 Uhr MEZ und dem P.M. Fix um 16:00 Uhr, nebst der Beobachtung der weiteren Entwicklung der GOFO gehört derzeit zu dem Rüstzeug, um die weitere Entwicklung von Gold prognostizieren zu können.

 

Den Gold-Backwardation Quatsch sollte man schnellstmöglich vergessen. Das heißt natürlich nicht, dass es wegen eines anderen Mega-Ereignisses nicht plötzlich zu einem Goldpreis-Ausbruch kommen könnte.

 

Wichtige Marktdaten im Überblick

 

Gold-Preis

Heute

Vortag

Veränderung

Gold A.M. Fix (LBMA)

$1.189,00

(€920,92)

$1.198,75

(€926,82)

- $9,75

Gold P.M. Fix (LBMA)

$1.183,50

(€914,11)

$1.190,50

(€928,92)

- $7,00

COMEX Schlusskurs

$1.184,50

(€910,47)

$1.188,70

(€922,97)

- $4,20

Weiße Edelmetalle

 

 

 

Silber Fix (LBMA)

$18,01

(€13,96)

$18,17

(€14,04)

- $0,16

Platin P.M. Fix (LPPM)

$1.546,00

(€1.195,65)

$1.541,00

(€1.196,45)

+ $5,00

Palladium P.M. Fix (LPPM)

$477,00

(€368,90)

$460,00

(€357,15)

+ $17,00

andere Marktdaten

 

US-Dollar Index (USDX)

82,0

82,7

- 0,7

Renditen 10-jährige Treasuries

3,0 %

3,0 %

unverändert

Quotient aus USDX und Renditen

27,3

27,6

- 0,3

 

Über Ziemanns Gold News

Ziemanns Gold News, bislang unter Walter Eichelburgs hartgeld.com täglich publiziert, werden seit Ende August 2009 unter bullionaer.de veröffentlicht.
Er ist erreichbar unter:
ziemann@bullionaer.de

 

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